Ein 28-jähriger Ahauser wurde wegen Drogenhandels und -verkaufs an einen minderjährigen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. © dpa
Amtsgericht Ahaus

Ahauser verkauft Amphetamin an 15-jährigen Schüler und schweigt

Bei einer Kontrolle in Ahaus nahmen Polizisten zwei Personen fest. Darunter ein minderjähriger Junge. Nun muss sich ein 28-jähriger mutmaßlicher Drogendealer vor Gericht verantworten.

Zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird, wurde ein 28-jähriger Ahauser vom Amtsgericht Ahaus verurteilt. Der Grund dafür: Er soll im November vergangenen Jahres zwei Gramm Amphetamin an einen 15-jährigen Schüler verkauft haben.

Wohnung schon seit längerem unter Beobachtung

Der Angeklagte selbst wollte während der Verhandlung nicht aussagen, sodass die Beweisaufnahme durch Zeugenaussagen erfolgte. Zunächst erklärte ein Ahauser Polizeibeamter, die Wohnung des Angeklagten sei schon länger unter Beobachtung gewesen.

„Dann haben wir gesehen, dass sich zwei Personen vor dem Haus trafen. Die kleinere Person ging hinein und nachdem sie wieder herauskam, zeigte sie der Größeren etwas“, so der Polizist. Nach einer Kontrolle hat sich herausgestellt, dass die beiden Personen zwei Gramm Amphetamin bei sich trugen. Auf der Polizeiwache wurde ebenfalls klar, dass es sich bei einem der beiden um einen minderjährigen Jungen handelt.

Beim Drogenhandel habe der Angeklagte das Alter nicht erkannt

Der Teenager aus Schöppingen erklärte, er und sein Freund haben die Drogen für den Eigenkonsum gekauft. Nach eigener Aussage habe er Tilidin-Tabletten erworben, um diese dann gegen das Amphetamin einzutauschen. Dafür sollte er sich mit einem Klopfzeichen an der Terrassentür des Angeklagten erkennbar machen.

„Der Tausch ging recht kurz. Wir haben nicht miteinander geredet“, erzählt der 15-Jährige. Also habe der Angeklagte auch nicht nach seinem Alter gefragt, schloss der Richter. Sein volljähriger Freund hingegen, der ebenfalls als Zeuge aussagte, will von einem Tausch gegen Tilidin nach eigener Angabe nichts gewusst haben. Der 18-Jährige berichtete aber, er habe schon einmal beim Angeklagten Drogen gekauft.

Drogenrazzia nach Festnahme

Auch sei er es gewesen, der den Kontakt zum Ahauser Dealer aufgenommen habe. Auf die Frage des Richters, woher er den 28-jährigen Angeklagten kenne, antwortete er: „Das weiß ich nicht mehr.“ Diese Antwort wiederholte er überwiegend während der Aussage.

Nach der Kontrolle der beiden Jungen durchsuchte die Polizei noch am selben Abend das Haus des Angeklagten. Dafür sei von einer jungen Kollegin ein Interesse an einem Kauf vorgetäuscht worden. Doch das habe den Angeklagten nach Aussage eines 31-jährigen Polizeibeamten skeptisch gemacht.

Nur Konsumspuren konnten gefunden werden

„Irgendjemand ist aufgesprungen und dann habe ich nur noch die Toilettenspülung gehört“, erzählte der Polizist. Den mutmaßlichen Drogendealer haben die Beamten schließlich versteckt im Heizungskeller des Hauses gefunden. In der Wohnung jedoch wurden zwar Konsumspuren der Drogen gefunden, aber nicht das Rauschgift selbst.

Aus der Sicht der Verteidigung könne sich strafmildernd auswirken, dass ihr Mandant nicht wusste, wer von den beiden Personen die Drogen kaufte. Schließlich sei die Kontaktaufnahme durch die volljährige Person erfolgt. „Man konnte sofort erkennen, dass es sich bei dem Jungen um einen Minderjährigen handelt“, entgegnete der Richter.

Angeklagter wollte nichts Falsches sagen

Der Ahauser wurde er nun zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Des Weiteren muss er die Kosten des Verfahrens übernehmen und 200 Sozialstunden ableisten. Außerdem muss der 28-Jährige sich ab sofort regelmäßig bei der Drogenberatung melden. Als letztes Wort sagte der Angeklagte: „Ich habe nichts ausgesagt, weil ich nichts Falsches sagen wollte.“

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