Aktivist aus USA: Protest gegen Atommülltransporte

Vor Brennelementezwischenlager

Eine Woche ist Tom Clements in Deutschland unterwegs, um gegen Atommülltransporte in die USA zu protestieren. Dabei hat er auch in Ahaus Station gemacht - weil Castoren aus dem Brennelementezwischenlager in die Nachbarschaft des US-Amerikaners transportiert werden könnten.

AHAUS

, 24.09.2014, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tom Clements (2.v.l.) hat vor dem Brennelementezwischenlager Ahaus zusammen mit Vertretern der Bürgerinitiative »Kein Atommüll in Ahaus« gegen die geplanten Transporte der Castoren in die USA demonstriert.

Tom Clements (2.v.l.) hat vor dem Brennelementezwischenlager Ahaus zusammen mit Vertretern der Bürgerinitiative »Kein Atommüll in Ahaus« gegen die geplanten Transporte der Castoren in die USA demonstriert.

Clements ist einer der Atomkraftgegner aus der Nähe der Nuklearanlage Savannah River Site (SRS) in North Carolina, USA. Dorthin soll – so die Pläne der Bundes- und Landesregierung – der Atommüll aus dem Versuchsreaktor in Jülich transportiert werden. Atomkraftgegner befürchten, dass auch die in Ahaus gelagerten Castoren dorthin gebracht werden könnten. „Wir sind gegen jeden überflüssigen Transport von Atommüll“, sagt Hartmut Liebermann von der BI in Ahaus. So lange es kein endgültiges Konzept für den Umgang und die Endlagerung von Atommüll gebe, solle er lieber in einem Lager bleiben, statt hin- und hertransportiert zu werden. „Das wäre unverantwortlich“, sagt er.

Neben den Gefahren durch den Transport gibt es in den USA aber weitere Probleme: „Die Anlagen dort sind uralt“, sagt Clements. Über 60 Jahre schon. Sie sollten eigentlich nach und nach abgebaut werden. Würde dort neuer Atommüll eingelagert, würden sich deren Reinigung und Abbau um Jahre verzögern. Außerdem seien sie als ehemalige militärische Einrichtungen nicht unter der Kontrolle der Internationalen Atomaufsicht. Clements befürchtet, dass der Atommüll, sollte er nach Savannah transportiert werden, dort für lange Zeit bleiben könnte. „Wir haben auch kein Endlager“, sagt er.

In den USA wurden die Pläne erst im vergangenen Mai publik. „Jetzt formiert sich langsam ein immer stärkerer Widerstand“, so Clements. Einzig die Industriellen, die an einer Wiederaufbereitung des Atommülls Geld verdienen könnten, würden noch dafür sprechen, die Behälter aus Deutschland aufzunehmen. 

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