Alleinerziehende gestalten „lebendigen Adventskalender“

Sterntaler im Hier und Heute

AHAUS. Es ist fast schon eine Kunst, an der belebten Bahnhofstraße inmitten der Rush-Our einen Ort der Stille zu finden. Beim "lebendigen Adventskalender" am Montagabend vor dem BuT-Familienbüro ist es einmal mehr gelungen.

AHAUS

von Susanne Menzel

, 12.12.2016, 19:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Sterntaler-Geschichte hat das BuT-Familienbüro auch in seinem Schaufenster zum Thema gemacht.

Die Sterntaler-Geschichte hat das BuT-Familienbüro auch in seinem Schaufenster zum Thema gemacht.

Als zwölftes Türchen der von der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt organisierten Veranstaltung hatte sich die Gruppe der Alleinerziehenden die Sterntaler-Geschichte ausgesucht: Ein Mädchen, das fast nichts mehr auf dem Leibe trägt - und das Wenige noch mit anderen teilt. Kennzeichnend auch für die Mütter und Väter, die auf sich allein gestellt ihre Kinder erziehen.

Im Kerzenlicht haben sich Groß und Klein um den Eingang drapiert. Das Fester des Familienbüros ist hell erleuchtet. Eine liebevoll gestaltete Figur symbolisiert Sterntaler.

Nach dem gemeinsamen Lied "Ihr Kinderlein kommet" trägt die neunjährige Leandra dann mit ruhiger Stimme die Geschichte vor. Ein Moment der Besinnung. Da lässt sich dann auch der Straßenlärm, das laute Getöse ringsherum, ausblenden. Die Besucher verharren gespannt auf dem Gehweg.

Bezug zur Gegenwart

Und erinnern sich gemeinsam daran, dass die Geschichte im Grunde eng mit der Gegenwart, mit der Realität, verknüpft ist: Überall auf der Welt, auch hier in Ahaus, gibt es Kinder, die arm sind. In Deutschland ist laut Armutsbericht jedes siebte Kind betroffen.

Sandra, eine Mutter aus dem Kreis der Alleinerziehenden, findet trotzdem, "dass jeder dennoch etwas für andere tun kann. Spielzeug oder gut erhaltene Kleidung, beispielsweise, lassen sich immer weitergeben." Auch die Kinder haben sich ihre Gedanken gemacht und Wünsche für Gleichaltrige, die nicht auf der Sonnenseite stehen, formuliert. So wie Leandra: "Ich fände es schön, wenn die Menschen für diese Kinder mehr Geld spenden würden." Oder wie Kathleen (7): "Alle Menschen sollten auch mal an die Kinder denken und ihnen mit einer Spende eine Freude machen."

Die Sterntaler-Geschichte hat an Aktualität nichts verloren. Auch wenn die Golddukaten am Montagabend nicht aus Edelmetall, sondern aus Schokolade waren - ihren Zweck, zum Nachdenken anzuregen, haben sie trotzdem erfüllt.

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