alma vor Neuanfang

Ahaus Der Ahauser Küchenhersteller alma hat am Dienstag einen Antrag auf Planinsolvenz gestellt. 40 bis 50 der insgesamt 220 Mitarbeitern droht ein Arbeitsplatzverlust. Geschäftsführer Ralf Hocke betonte gestern aber, dass der Geschäftsbetrieb "voll umfänglich und nahtlos fortgesetzt" werde. Eine nachhaltige Sanierung sei das Ziel.

05.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Das Unternehmen almaKÜCHEN ist im Kern gesund," erklärte Hocke. Ziel des Antrages sei es, sich in einem wettbewerbsintensiven Markt bei schwacher Marktlage so aufzustellen, dass das Unternehmen nach Entschuldung zu alter Ertragsstärke zurückkehren könne. Ein detaillierter Aktionsplan sei bereits in den vergangenen Monaten ausgearbeitet worden. Dazu gehört der Personalabbau und möglicherweise eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche. Finanzielle Altlasten wie beispielsweise unnötig langfristige Mietverträge sollen abgebaut werden.

Investitionen geplant

Investitionen in siebenstelliger Größenordnung in Maschinen und Studios sollen das Unternehmen zukunftsfähig machen. Dazu sind allerdings Bankkredite notwendig. Insolvenzverwalter Heinrich Stellmach zeigte sich in dieser Frage durchaus optimistisch. Eine Landesbürgschaft könne das Risiko für die Banken minimieren. Lieferantenkredite sollen darüber hinaus die finanzielle Situation des Unternehmens verbessern.

Außerdem wollen Hocke und Stellmach Kapitalrückforderungen an die vormalige alma-Eigentümerin Bavaria Industriekapital AG geltend machen. Stellmach bezeichnete die Bavaria als "Heuschrecke", die in Ahaus gegen Kapitalerhaltungsregeln verstoßen habe.

Ungeachtet des Planinsolvenzantrags stehen nach Angaben der Geschäftsleitung genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, um alle laufenden Betriebsaufwendungen zur Fortführung des Geschäftsbetriebes absichern und ausgleichen zu können. Alle bestehenden und zukünftigen Kundenaufträge würden "in bekannter höchster alma-Qualität termingerecht durchgeführt".

"Für Zukunft kämpfen"

Gemeinsam bedauerten Stellmach und Hocke gestern die unvermeidlichen Härten für die Belegschaft, die darüber gestern in einer Betriebsversammlung informiert wurde. Hocke: "Viele Mitarbeiter glauben aber an den Neuanfang und sind bereit, für die Zukunft des Unternehmens zu kämpfen." gro

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