Als ob eine Bombe explodierte

Ahaus Es war, als hätte sich das Gewitter alle Kraft für diesen einen Schlag aufgehoben: Ohne Vorwarnung und mit einem gewaltigen Krachen hat ein Blitz am Freitag an der Kivitstegge eine über 100 Jahre alte Eiche gespalten und - zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen - in der Nachbarschaft zahlreiche elektrische Geräte zerstört.

06.07.2008, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als ob eine Bombe explodierte

Der Donnerschlag, der im ganzen Stadtgebiet zu hören war, war der einzige des ganzen Gewitters. Jan Wiefhoff (14) war gerade in der Küche als gegen 14.30 Uhr der Blitz in eine der 25 Meter hohen Eichen vor dem Küchenfenster einschlug. "Das war nicht lustig", berichtet er vom Moment des Schocks. "Es krachte gewaltig. Aus dem Baum rieselte die Rinde heraus. Dann begann es in den Sträuchern am Boden zu brennen." Den gleichen Moment erlebte Hermann Rose ein Haus weiter noch dramatischer: "Ich kam gerade um Ecke als es knallte. Ich musste mich am Regenrohr festhalten, die Druckwelle hätte mich fast umgeworfen. Da war ein heller Strahl. Ich habe seit 1945 nicht mehr solche Angst gehabt." Damals erlebte der heute 78-Jährige die Bombardierung im Rosenthal mit. "Die Druckwelle, das Licht, das war genau wie damals." Jan Wiefhoff löschte am Freitag geistesgegenwärtig mit einem Feuerlöscher den Brand im Gebüsch. Bevor Feuerwehr und Baumexperten die Gefahrenstelle sicherten und den Baum zerlegten, nahmen Nachbarn die Schäden in Augenschein: Der Baumstamm war wie geschält und mehrfach gespalten. Im Umkreis von fast 100 Metern waren noch Rindenstücke zu finden. Im Haus der Wiefhoffs war zudem ein Kellerfenster zerborsten. Darüber hinaus trugen in der Nachbarschaft viele Fernseher, Computer, Solaranlagen und andere elektrische Geräten Überspannungsschäden davon.

Geräte gerade neu

Viele der Geräte waren übrigens nagelneu, gerade erst von der Versicherung ersetzt: Am 30. Mai hatte vor Wiefhoffs Haustür schon mal ein Blitz eingeschlagen. Er war in die Fahnenstange gefahren und hatte sogar den Betonrandstein zertrümmert. "Aller guten Dingen sind drei", blicken jetzt Hermann Rose und Jan Wiefhoff in die Zukunft, fügen aber gleich hinzu: "Gut wäre das aber wirklich nicht." gro

<p>Hermann Rose und Jan Wiefhoff (von links) vor dem Torso der inzwischen abgesägten Eiche.  Grothues</p>

<p>Hermann Rose und Jan Wiefhoff (von links) vor dem Torso der inzwischen abgesägten Eiche. Grothues</p>

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