Harry Engbers (60) übernimmt gerade den Dorfgasthof Wissing. Am 6. August will er in Alstätte eröffnen. Bis dahin bleiben aber noch 1000 Kleinigkeiten zu tun. © Stephan Rape
Neuer Pächter

Alstätte freut sich auf den Neustart im Dorfgasthof Wissing

Nach dem Lockdown blieb die Küche im Dorfgasthof Wissing kalt. Der Pächter hatte den Vertrag nicht verlängert. Jetzt steht der Nachfolger fest: Harry Engbers übernimmt – und hat viel vor.

Es tut sich etwas im Dorfgasthof Wissing. Am Mittwoch steht dort die Tür weit offen. Innen präsentiert sich die Alstätter Traditionsgaststätte aber noch als mittelgroße Baustelle. Ein Anstreicher ist im Thekenraum am Werk, in der Küche wird noch gearbeitet. Auch das Restaurant und der große Saal sind längst noch nicht bereit für die ersten Gäste.

„Das kriegen wir aber hin“, sagt Harry Engbers. Der 60-Jährige ist der neue Pächter des Dorfgasthofes. Am 6. August möchte der gelernte Koch eröffnen. Er ist kein Unbekannter: Bis vor kurzem stand er als Koch im Steakhaus Oldenkott am Herd. „Aber diese Gelegenheit hier konnte ich mir nicht entgehen lassen“, sagt er mit einem Blick durch die Räume. Deswegen habe er nach knapp vier Jahren dort die Schürze an den Nagel gehängt.

Fleisch in hoher Qualität soll auf die Teller kommen

Im Herzen von Alstätte möchte er vor allem Fleischspezialitäten auf die Teller bringen. „Steaks und Spareribs von hoher Qualität“, sagt der Gastronom. Das alles auf einem hohen Niveau. „So wie bisher bei Oldenkott“, sagt er. Das fehle in der Gegend bisher. „Und Wissing hatte ja immer einen sehr guten Ruf bei den Leuten. Darauf will ich aufbauen“, fügt er hinzu. Natürlich gebe es auch einen Mittagstisch und den Saalbetrieb für größere Veranstaltungen oder Gesellschaften.

Im Vordergrund stehe aber erst einmal das Restaurant und die Terrasse. Die seien ja vor allem auch für die Ausflügler wichtig, die durch Alstätte kommen. „Hier sind vor der Tür ja den ganzen Tag Leute – egal ob aus dem Ort, auf Besuch mit dem Fahrrad oder Auto oder auch bei der Arbeit“, sagt Harry Engbers. Ein klarer Vorteil gegenüber dem Restaurant, in dem er früher tätig war. „Da musste man die Leute immer anlocken. Von selbst kam dort niemand vorbei“, macht er deutlich.

Auf umfangreiche Aktionen will er im Dorfgasthof aber verzichten. „Das Restaurant und die Küche sollen für sich sprechen“, erklärt er. Und dann sind da ja noch Vereine und Stammtische, die fest zum Dorfgasthof stehen.

Neustart in der Corona-Krise soll kein Problem sein

Aber ein kompletter Neustart mitten in der Corona-Krise? „Auf die Corona-Zahlen kann ich nicht achten. Ich weiß ja nicht, wie sie sich weiter entwickeln. Ich starte so, wie es aktuell möglich ist. Wenn sich dann etwas verändert, muss ich reagieren. Aber das ist Zukunftsmusik“, sagt Harry Engbers. Klar, man könne sich verrückt machen. Aber dann würde überhaupt nichts beginnen. Und das sei nicht seine Art.

Und sein Alter? Mit 60 schielen andere schließlich langsam schon in Richtung Ruhestand. „Ich nicht“, entgegnet er wieder lachend. Seit er Mitte 20 war, sei er in der Gastronomie. In allen Facetten: Restaurants, Hotels, Diskos, Kneipen. „Ich will es noch einmal wissen und will noch einmal etwas ganz Neues aufbauen“, sagt er. „Ich brauche die Spannung einfach“, erklärt er. An die Rente denke er deswegen noch lange nicht.

Personal für den Start steht zur Verfügung

Selbst mit dem Personal habe er keine Probleme gehabt. „Ich will erst einmal mit drei bis vier Leuten anfangen und sehen, wie es sich entwickelt“, macht er deutlich. Die zu bekommen, sei kein Problem gewesen. „Aber ich hoffe natürlich, dass ich bald Probleme bekomme, genug Personal zu finden“, sagt er laut lachend. Das sei schließlich ein Zeichen dafür, dass der Laden brumme.

Bis zur Eröffnung bleibt aber trotzdem noch viel zu tun. Allein wegen des zurückliegenden Lockdowns: „Da war einiges an Renovierung nötig“, sagt er. Insgesamt solle alles etwas heller und freundlicher werden. Die Gäste sollen das Haus aber auf jeden Fall wiedererkennen. Noch gebe es viel zu tun. „Nichts großes, aber 1000 Kleinigkeiten, die dann zusammen kommen“, erklärte Harry Engbers weiter.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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