Der traditionelle Alstätter Weihnachtsmarkt, hier ein Foto aus dem Vorjahr, findet in diesem Jahr nicht statt – auch nicht im Kleinen. © Markus Gehring
Traditionsveranstaltung

Alstätter Weihnachtsmarkt: Auch Plan B fällt wegen Corona ins Wasser

Wenig überraschend hat der Alstätter Gewerbeverein entschieden, auch seinen Weihnachtsmarkt-Ersatz zu streichen. Die neuerliche Schließung der Gastronomie war am Ende entscheidend.

Zwischen 20.000 und 30.000 Besucher lockte der Alstätter Weihnachtsmarkt in den vergangenen Jahren an – wohlgemerkt innerhalb von nur vier Tagen am jeweils letzten Wochenende des Monats November. Fast alle Vereine im Ort beteiligten sich; verkauften zum Beispiel handgefertigte Dekoartikel, Glühwein oder Waffeln.

Dass ein solches Großevent im Corona-Jahr nicht zu den Umständen passt, war schon im Sommer klar. Ende August verkündete der Alstätter Gewerbeverein als Organisator des Weihnachtsmarkts schweren Herzens das Aus. Zu diesem Zeitpunkt hatte auch die Politik Großveranstaltungen bis Ende Dezember 2020 einen Riegel vorgeschoben. Jedoch präsentierten die Verantwortlichen zeitgleich einen Plan B.

Das Motto: alles eine Nummer kleiner. Nur acht statt der sonst rund 50 Hütten sollten rund um die Kirche im Dorfkern aufgebaut werden. Auf gastronomische Angebote wollte man hier bewusst verzichten.

Lockdown 2.0 durchkreuzt Pläne

„Dieser Teil sollte komplett in die angrenzenden Lokale verlegt werden, da die Gastronomie durch Corona besonders gebeutelt ist“, erklärt Guido Brüggemann vom Vorstand des Gewerbevereins. Man ging davon aus, dass der Besucherandrang durch die Miniatur-Ausgabe deutlich reduziert wird. Im Rat der Stadt Ahaus hatte Bürgermeisterin Karola Voß erklärt: „In diesem Jahr ist er von Alstättern für Alstätter gedacht.“ Am Termin hielten die die Organisatoren aber fest. Vom 26. bis 29. November sollte die abgespeckte Version des Weihnachtsmarkts stattfinden.

„Leider fällt das Event genau in den zweiten Lockdown. Daher steht für uns fest, dass es so keinen Sinn ergibt“, sagt Guido Brüggemann. Mit der Verkündigung der Absage ließ man sich lange Zeit, da der Antrag für das neue Konzept noch bei der Stadt Ahaus lag. „Spätestens mit der neuerlichen Schließung der Gastronomie und der Absage der großen Weihnachtsmärkte in NRW stand für uns die Entscheidung aber fest.“

Verschiebung war keine Option

Den Termin in den Dezember zu verschieben in der Hoffnung, dass dann die Kneipen und Restaurants wieder öffnen dürfen, sei keine Option gewesen, wie Brüggemann betont: „Keiner weiß, wie sich die Situation entwickelt. Die Beteiligten müssen auch ein bisschen planen können.“

Im nächsten Jahr soll der Alstätter Weihnachtsmarkt in seiner bewährten Form zurückkehren – sofern es Corona zulässt. „Sollte die Lage es hergeben, sehen wir keinen Grund, etwas zu ändern. Vom Alstätter Weihnachtsmarkt profitiert nicht nur das Dorf, sondern auch die Stadt Ahaus und die gesamte Region“, sagt Guido Brüggemann nicht ohne Stolz.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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