Altes Kreishaus: Bücherei muss ausziehen

Mietvertrag wird gekündigt

Die Nachricht schlug am Donnerstagabend in der Ratssitzung ein wie eine Bombe: Die Bücherei soll noch Ende dieses Jahres aus dem alten Kreishaus ausziehen.

AHAUS

, 26.09.2014, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Düsterer Himmel über der Ahauser Bücherei: Architekt Thomas Eiling kündigt zum Ende des Jahres den Mietvertrag. Einen Alternativstandort gibt es bisher nicht.

Düsterer Himmel über der Ahauser Bücherei: Architekt Thomas Eiling kündigt zum Ende des Jahres den Mietvertrag. Einen Alternativstandort gibt es bisher nicht.

Renate Schulte (UWG) hatte die Nachricht in den Rat getragen, nachdem sie mit Eiling über die Zukunft der Bücherei gesprochen hatte. „Ich konnte nicht glauben, dass die Verwaltung im vergangenen Kulturausschuss nicht genau sagen konnte, wie lang die Bücherei noch im Kreishaus bleibt“, sagte sie. Außerdem sei es ja auch kaum möglich, eine Bücherei mitten in einer Baustelle zu betreiben. Daher habe sie bei Eiling direkt nachgefragt. Bisher war immer die Rede davon, dass die Bücherei wenigstens bis Ende 2015, wenn nicht sogar bis zur Fertigstellung des Kulturzentrums an der Wüllener Straße im alten Kreishaus bleiben kann. Jetzt die Kehrtwende.

„Die Entwicklung in den vergangenen zwei bis drei Wochen ist viel positiver, als ich erwartet habe“, sagt Eiling. Das Interesse an den Flächen im Kreishaus sei enorm. Er dürfe nicht riskieren, dass er das Haus nicht zu Ende entwickeln könne, weil die Bücherei noch die Flächen belegt. „Das ist schließlich ein rein privates Risiko“, sagt er. Gleichzeitig sagte er aber auch zu, sich für eine gemeinschaftliche Lösung einzusetzen. Die Container- oder Pavillonlösung auf der Fläche vor dem alten Kreishaus schließt er allerdings kategorisch aus. „Das kann ich den Interessenten der Immobilie nicht anbieten“, sagt Eiling. Die Container würden dort schließlich bis zur Fertigstellung des Kulturzentrums stehen. „Und das ist sicherlich nicht Ende 2016, wie die Stadt es plant“, sagt er. Eiling glaubt nicht daran, dass der enge Zeitplan der Stadt zu halten sei.

„Wir sind davon völlig überrascht“, sagt Stadtpressesprecher Christoph Almering am Freitag, einen Tag nach der Ratssitzung. Deswegen gebe es auch noch keinen Plan B. „Den haben wir bisher ja einfach nicht gebraucht“, sagt Almering. Die Bücherei sei ganz einfach komplett sicher gewesen. Bis jetzt. „Wir hatten das feste Versprechen des Architekten, dass die Bücherei so lange wie nötig im Kreishaus bleiben darf“, sagte er. Das sei bis zur vergangenen Woche der Stand gewesen. Da habe der Architekt um ein Gespräch gebeten. „Uns war klar, dass es dabei um die Bücherei geht“, sagte Almering. Dass es allerdings um so umfangreiche Änderungen gehe, habe niemand erwartet.

Für die weiteren Planungen verwies er auf Gespräche in der kommenden Woche. „Ich kann dazu im Moment noch nichts sagen, weil ich noch gar nicht weiß, was passiert“, so Büchereileiterin Maria zu Klampen. Die Gespräche zwischen Stadt und Architekt sind für den kommenden Dienstagnachmittag vorgesehen. 

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