Ambulanter Hospizdienst Ahaus: Anlaufstelle mitten im Leben der Stadt

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Sterben, Tod und Trauer, darum geht es seit 25 Jahren bei der Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes Ahaus. Gut 50 Ehrenamtliche begleiten schwerkranke und sterbende Menschen.

Ahaus

, 26.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einem Vierteljahrhundert gibt es den Ambulanten Hospizdienst Ahaus. Er war damals einer der ersten Hospizdienste im Münsterland.

Die Idee von Pfarrer Heinz Vethake und Irmgard Roosmann sei heute noch genauso lebendig wie vor 25 Jahren, sagen die Verantwortlichen des Ambulanten Hospizdienstes Ahaus. Die Verbesserung der Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen, unabhängig von Religion, Herkunft und Lebensumständen.

Zu diesem Zweck gründeten Vethake und Roosmann gemeinsam mit weiteren engagierten Bürgern aus Ahaus eine Hospizgruppe. Das Ziel: Menschen ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen und die Familienmitglieder bei Bedarf zu begleiten, zu entlasten und zu unterstützen.

Feierstunde am 28. Oktober

Auf diese 25 Jahre Hospizarbeit blickten die Koordinatorinnen Claudia Schwanekamp, Catrin Grote und Gertie Kloster zusammen mit Hermann Nientiedt vom Förderverein Amparo am Montag in einem Pressegespräch zurück. Zugleich gaben sie einen Ausblick auf eine Feierstunde am Montag, 28. Oktober, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Ahaus.

„Es hat sich viel getan“, sagte Claudia Schwanekamp. Zwölf Jahre lang leitete Irmgard Roosmann die Gruppe und stellte deren Erhalt sicher. 2006 wurde die Hospizgruppe zu einem von den Krankenkassen anerkannten Hospizdienst. Das Amt der hauptamtlichen Koordinatorin übernahm Gertie Kloster.

Nicht nur organisatorisch änderte sich im Laufe der Jahre einiges, auch personell. So wuchs die Zahl der Ehrenamtlichen auf aktuell 50 Personen, der jüngste Ehrenamtliche ist um die 30 Jahre alt, der älteste 82.

Begleitung sterbender Menschen

Sie begleiten im Hospizdienst pro Jahr rund 50 bis 60 Menschen bis zum Tod. „Im Schnitt 20 bis 30 Personen auch teilweise länger“, berichtet Claudia Schwanekamp. Manchmal liege die Begleitungsdauer bei bis zu fünf Jahren.

Die Schwerkranken werden zu Hause begleitet. „Wir gehen mit ihnen spazieren oder einkaufen, wir stellen uns ganz auf die Möglichkeiten der Person ein“, sagt die Koordinatorin. Die Begleitung bettlägeriger Menschen betrage pro Tag maximal vier Stunden.

Intensiver Einsatz

Die vom Hospizdienst betreuten sterbenden Menschen sind überwiegend Personen ab 70 Jahren aufwärts – aber auch Kinder sind darunter. „Gottseidank sind das nur wenige Fälle“, sagt Claudia Schwanekamp über solche Schicksale.

Der persönliche, intensive Einsatz fordert die Ehrenamtlichen. Sie tauschen sich aus in Gruppengesprächen und können Supervision in Anspruch nehmen.

Viele der entstehenden Kosten werden durch die Krankenversicherung getragen – doch längst nicht alle Aktivitäten. Dazu zählt zum Beispiel die Trauerbegleitung oder die Fortbildung von Mitarbeitern.

Daher wurde im Mai 2018 der Förderverein Amparo gegründet. Er unterstützt die Hospizdienste des Paritätischen Verbandes in Ahaus, Dinslaken, Unna und Vreden-Südlohn-Oeding bei der Finanzierung und Durchführung der Aktivitäten. „Ideell und finanziell“, sagt Hermann Nientiedt. Amparo zählt gut 100 Mitglieder.

Neue Räume mitten in der Stadt

Seit Mai dieses Jahres ist der Hospizdienst in den neuen Räumen des „Treffpunkt“ am Markt 27 beheimatet, in direkter Nachbarschaft zur Kirche und zum Marktplatz. „Nicht in einer Mansarde, sondern mitten in der Stadt, mitten im Leben“, sagt Claudia Schwanekamp. Dort, wo vor 25 Jahren noch die Kneipe „Zum Pütt“ für Leben sorgte.

Der „Treffpunkt der Hospizarbeit“ bietet dreimal wöchentlich eine offene Sprechstunde: montags und freitags von 15 bis 17 Uhr, mittwochs von 9.30 bis 11.30 Uhr. Der Treffpunkt ist gedacht als Anlaufstelle bei Fragen der Unterstützung und Begleitung, aber auch als Anlaufstelle für Ehrenamtliche. Künftig sollen am Markt 27 auch Themenabende angeboten werden. Geplant ist für Anfang 2020 eine Themenwoche: Sterben, Tod und Trauer.

  • Die Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizdienstes Ahaus haben in den vergangenen 25 Jahren über 700 Menschen begleitet.
  • Der Ambulante Hospizdienst arbeitet für die Betroffenen kostenfrei.
  • Das 25-jährige Bestehen des Ambulanten Hospizdienstes wird am 28. Oktober um 19.30 Uhr in der Stadthalle in Ahaus gefeiert. Nach einem Grußwort von Bürgermeisterin Karola Voß wird das Theater Laboratorium sein Stück „Die Bremer Stadtmusikanten – Schönheit kennt kein Alter“ aufführen.
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