Im September 2017 informierte Amprion in der Gaststätte Franke in Alstätte über die geplante Gleichstromverbindung A-Nord. (Archivfoto) © Christian Bödding
Netzvertreiber

Amprion ändert in Ahaus teilweise Pläne für Stromtrasse „A-Nord“

Der Netzbetreiber Amprion hat bekanntgegeben, dass zeitnah weitere Vorarbeiten auf Ahauser Flurstücken beginnen werden. Außerdem gebe es teilweise Änderungen bei der Planung.

Die Gleichstromverbindung A-Nord sorgt bereits seit Jahren für Diskussionen. Im Kreis Borken sind viele Gemeinden betroffen. Der von Netzbetreiber Amprion entwickelte Vorzugskorridor führt über Heek, den Westen von Ahaus, Vreden, Stadtlohn und Südlohn weiter nach Süden. In weiteren Trassenkorridoren ist auch Legden involviert.

Ärger gibt es, obwohl A-Nord überhaupt noch nicht feststeht. Amprion rechnet damit, dass sich die Bundesfachplanung Anfang 2021 für den Trassenverlauf entscheidet. Frühestens 2023 könnte der Bau beginnen. Für Unmut sorgen allerdings schon die Planungen. Nicht nur bei Privatleuten, deren Grundstücke möglicherweise betroffen sind, sondern auch in der Politik.

Technischer Beigeordneter kritisiert Amprion

So kritisierte Thomas Hammwöhner, Technischer Beigeordneter der Stadt Ahaus, Ende Juni im Rat, dass die Offenlegung der Unterlagen vonseiten des Netzbetreibers in die Sommerferien gefallen war. Außerdem sprach Hammwöhner davon, dass Amprion beim Planverfahren „einen Zeitdruck“ aufbaue. Schon damals war von Vorarbeiten die Rede, die vor allem den Westen Ahaus betreffen.

Diese Vorarbeiten konnten allerdings offenbar nicht im geplanten Zeitfenster abgeschlossen werden. Aus einer Ankündigung, die sich auch im aktuellen Amtsblatt der Stadt Ahaus wiederfindet, geht hervor, dass auf den bisher nicht untersuchten Flurstücken weitere Vorarbeiten im Zeitraum vom 15. Oktober 2020 bis 15. Januar 2021 durchgeführt werden.

Änderungen in mehreren Fällen

Außerdem weist Amprion daraufhin, dass sich durch die „voranschreitende Planung“ in mehreren Fällen Änderungen ergeben haben. „So kann sich auf einigen Flurstücken die Art der Inanspruchnahme ändern“, heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus können neue Flurstücke dazugekommen und bisher betroffene Flurstücke entfallen. Konkreter wird Amprion an dieser Stelle nicht und verweist auf die Homepage (www.a-nord.net/vorarbeiten). Aus dieser Übersicht geht hervor, dass die Ahauser Stadtteile Wüllen, Ottenstein und Wessum betroffen sind.

Amprion weist darauf hin, dass die Eigentümer und sonstige Nutzungsberechtigte diese Arbeiten dulden müssen, „da sie zur Vorbereitung der Planung, der späteren Baudurchführung oder den Unterhaltungsmaßnahmen der notwendigen Leitung dienen“. Zu den Vorabreiten gehören nach Angaben des Netzbetreibers unter anderem Vermessungen, Boden- und Grundwasseruntersuchungen, bauvorbereitende Maßnahmen zur bodenschonenden Bauausführung und Kampfmitteluntersuchungen.

Stadt Ahaus nimmt Stellung

Die Stadt Ahaus hatte bis Mitte August Zeit, zu den Plänen des Netzbetreibers Stellung zu nehmen. Eine echte Mammutaufgabe, da die Stadtverwaltung von Amprion 55 Aktenordner zur Durchsicht erhalten hatte. Details dazu sind noch nicht bekannt.

Amprion selbst verteidigt das schnelle Vorgehen und spricht von einem „ambitionierten Zeitplan“. Man konzentriere sich bei den Vorarbeiten auf die „wahrscheinlichste Korridorvariante“.

Nicht nur in Ahaus regt sich Widerstand gegen A-Nord. Erst vor einigen Wochen berichteten wir darüber, dass in Südlohn und Oeding die Sorgen wachsen, die Stromtrasse könne die beiden Ortsteile voneinander trennen. Kritiker befürchten außerdem irreparable Schäden.

Durch das Kabel soll einmal Energie von den Windparks in der Nordsee nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Würtemberg transportiert werden. Der nördliche Teil reicht von Emden in Niedersachsen bis ins Rheinland und durchquert auch das Südlohner Gemeindegebiet. Der mögliche Korridor für das Kabel ist einen Kilometer breit. Die eigentliche Trasse wird – samt Schutzstreifen – später einmal rund 35 Meter messen. Der genaue Verlauf ist aktuell noch nicht klar.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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