Angeklagter spielt den Ahnungslosen

Amtsgericht

Ein 47-Jähriger kam am Montag im Amtsgericht durch eine Zeugenaussage in Bedrängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Ahauser vorgeworfen, unerlaubt elektrische Geräte aus einem Ladenlokal geholt zu haben.

Ahaus

von Johannes Kratz

, 07.11.2017, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Angeklagter spielt den Ahnungslosen

© dpa-Zentralbild

Wer gepfändete Gegenstände rechtswidrig beiseiteschafft, um sie dem Pfandgläubiger zu entziehen, muss sich wegen Pfandkehr vor Gericht verantworten, so steht es im Gesetz. Das war am Dienstag im Amtsgericht Ahaus der Fall. Angeklagt waren ein 47 Jahre alter Mann und seine 21-jährige Tochter aus Ahaus. Die Staatsanwaltschaft warf den beiden vor, gepfändete Elektrogegenstände wie einen Pizzaofen, eine Kühltheke und einen Gasherd trotz Pfandsiegeln aus ihrem Ladenlokal entfernt zu haben. Das Urteil des Richters nach der Beweisaufnahme: 90 Tagessätze zu je 25 Euro Geldstrafe für den 47-Jährigen und Einstellung des Verfahrens gegen seine Tochter.

Ladenlokal gemietet

Der Beschuldigte hatte ein Ladenlokal in Ahaus gemietet, um darin eine Pizzeria zu betreiben. Er war aber mit den monatlichen Mietzahlungen von 1200 Euro in Rückstand geraten. Nach einigen Mahnungen hatte der Vermieter den Gerichtsvollzieher mit der Pfändung beauftragt, um die Schulden von 20.000 Euro einzutreiben, und den Vertrag gekündigt. „Ich weiß von nichts, Papa hat alles gemacht. Mein Name steht nur im Mietvertrag“, schilderte die Tochter. Ihre Aussage bestätigte der Vermieter. „Der Vertrag sollte auf ausdrücklichen Wunsch des Mieters auf den Namen seiner Tochter ausgestellt werden.“ Wo die fehlenden Pfandgegenstände sind, wisse er nicht, verteidigte sich der 47-Jährige. Die hintere Tür des Ladens sei auch ohne Schlüssel leicht zu öffnen gewesen.

Aufmerksamer Zeuge


Dem widersprach ein Zeuge, der in dem Gebäude über der Pizzeria wohnt und für den Vermieter die Schlüsselübergabe regeln sollte. Ihm waren am Abend vor der Übergabe zwei Jugendliche in der Pizzeria aufgefallen, die dort nach ihren Angaben im Auftrag des Angeklagten tätig waren. Er habe den beiden erklärt, dass keine Gegenstände entfernt werden dürften, die Schlüssel einkassiert und die Pizzeria abgeschlossen. Danach hatte der Zeuge den Vermieter benachrichtigt – der rief die Polizei.

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