Anlieger zu Neubauplänen am Hessenweg: „Das wird ein viereckiger Klotz“

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Am Hessenweg soll ein Mehrfamilienhaus gebaut werden. Die Anlieger stören sich an den Ausmaßen und dem geplanten Parkplatz. Sie machen Vorschläge für Verbesserungen und warten auf ein Gespräch.

Ahaus

, 16.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Grundstück Hessenweg 25 soll ein zweieinhalbgeschossiges Gebäude mit sieben Wohnungen entstehen. Anlieger sind gegen die Errichtung in den geplanten Ausmaßen. Die Stadt will als Vermittler zwischen Anliegern und dem Bauherrn auftreten. Die Anwohner sind offen für Vorschläge.

Doch erst einmal stellen sie klar: „Im Ausschuss hieß es, dass ein Anwohner eine Eingabe gemacht hat“, sagt Gaby Schneider am Freitag bei einem Vor-Ort-Termin. „Eine Eingabe, aber mit 50 Unterschriften.“ Anlieger fast der kompletten Schmalenstrothstraße und Anlieger vom Hessenweg im Bereich um den geplanten Neubau hätten unterschrieben.

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Sie wollen keineswegs als Verhinderer auftreten, erklärt Gaby Schneider. „Aber wir sind der Meinung, dass sich schon das Mehrfamilienhaus auf dem Grundstück Hessenweg 27 nicht in die Umgebung einfügt. Da wird es mit dem Neubau nicht besser.“ Der Technische Beigeordnete Thomas Hammwöhner hatte in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses über die Ablehnung der Anwohner gegen den Antrag berichtet. Er hatte darauf hingewiesen, dass der Investor ein Recht auf eine Baugenehmigung habe, wenn er die Vorgaben erfülle.

Kein Bebauungsplan vorhanden

Weil es für den Hessenweg keinen Bebauungsplan gibt, gilt für den Neubau gemäß Paragraf 34 Baugesetz Folgendes: Er muss sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der überbauten Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen.

„Das kann man hier wirklich nicht sagen“ – sagt Gaby Schneider. Das Mehrfamilienwohnhaus werde „ein viereckiger Klotz“. Sollte der Neubau so kommen, würden die Häuser gegenüber auf dem Hessenweg enorm viel Licht verlieren.

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Ebenfalls nicht der Eigenart der Umgebung werde der geplante Parkplatz entsprechen, ist die Meinung der Anwohner. Im hinteren Grundstücksbereich sind 18 Parkplätze vorgesehen. „Bislang war hier eher eine Ruhezone“, erklärt Helmut Böing beim Ortstermin, er wohnt an der Schmalenstrothstraße und befürchtet nicht nur Lärm, sondern auch eine Wertminderung seiner Immobilie.

„Offen für Vorschläge“

Was die Vermittlung der Stadt bringen soll? „Wir sind offen für Vorschläge, aber wir möchten nicht, dass der Bau, so wie vorgestellt, umgesetzt wird“, erklärt Gaby Schuster.

Die Vorstellungen der Anwohner gehen zum Beispiel in Richtung Tiefgarage. „Wir gehen davon aus, dass der Parkdruck im öffentlichen Straßenraum nach Bezug der Wohnungen zunehmen wird“, erklärt Helmut Böing. „Die Tiefgarage würde einige Probleme lösen. Dann wäre auch Platz für Grün im hinteren Bereich des Grundstücks.“

Natürlich sei der Bedarf nach Mietwohnungen groß. „Aber für uns stellt sich die Frage, wo das Maß noch erträglich ist und wo nicht“, erklärt Gaby Schuster. In Reihen der Anlieger gibt es Überlegungen, gegen das Projekt eventuell vor das Verwaltungsgericht zu gehen.

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