Britta Althues hat vor dem Silvesterwochenende mehr zu tun als gedacht. © Madlen Gerick
Silvester

Ansturm auf den Ahauser Wochenmarkt kurz vor dem neuen Jahr

Vor dem Silvesterwochenende stehen die Ahauser auf dem Wochenmarkt Schlange für Käsespezialitäten und Feinkost. Es gilt das Motto: Wenn schon keine Party drin ist, dann wenigstens leckeres Essen.

Die Geschäfte in der Ahauser Innenstadt sind geschlossen, die Fußgängerzone ist größtenteils leer. Ein Straßenmusiker spielt einsam auf seiner Klarinette und erfüllt die kalte Winterluft mit Musik. Soweit sieht es an diesem Mittwochmittag vor Silvester wirklich wie in einer leeren Stadt im Corona-Lockdown aus. Doch kaum ist man um die Ecke gebogen, in Richtung des Wochenmarkts, kann man schon die nicht enden wollenden Schlangen vor den Wagen der Markthändler erkennen. Egal ob Gemüse, Obst, Fisch oder Fleisch – die Verkäufer haben alle Hände voll zu tun.

„Es ist sonst nie so brechend voll! Damit habe ich nicht gerechnet. Sonst wäre ich mit mehr Mitarbeitern gekommen“, sagt Britta Althues von Käse Althues. Zusammen mit einer Mitarbeiterin verkauft sie neben verschiedenen Spezialitäten heute besonders viel Raclette-Käse und eine Käseauswahl für vier Personen. Dass der Tag sehr stressig ist, lässt sie sich dabei nicht anmerken. Sie nimmt sich Zeit, die Kunden zu beraten und bietet ihnen Kostproben an.

Schlange stehen war am Mittwochmittag beim Wochenmarkt angesagt.
Schlange stehen war am Mittwochmittag beim Wochenmarkt angesagt. © Madlen Gerick © Madlen Gerick

„Käsekaufen ist das neue Essengehen“

Britta Althues glaubt, dass viele Kunden im Moment nicht arbeiten müssen und sich deswegen ein Ausflug auf den Wochenmarkt anbietet. „Das ist hier ein ganz anderes Marktverständnis in Ahaus. Man kennt sich ja, trifft Bekannte und redet kurz miteinander“, erzählt sie.

„Käsekaufen ist einfach das neue Essengehen“, sagt Kunde Robert Brügelmann mit einem Augenzwinkern. Er und seine Frau Britta kaufen regelmäßig Käse auf dem Wochenmarkt. Für die anstehenden Feiertage sind vor allem ihre typischen Lieblingssorten dabei, aber auch ein neuer Käse darf nicht fehlen: Pecorino mit schwarzen Trüffeln. „Das ist was zum Ausprobieren, das kann man sich jetzt mal gönnen“, sagt Britta Brügelmann.

Mehr Kunden durch die Corona-Pandemie

Dass sich viele Kunden etwas besonders Leckeres für die Feiertage gönnen wollen, beobachtet auch Tanja Heming von Bramers Mediterrane Feinkost. Hier gibt es alle Feinkost-Spezialitäten, die das Herz begehrt: von Oliven über Käsedips und Antipastiplatten bis hin zu Gambas. Am Tag vor Weihnachten seien die Kunden schon um halb acht gekommen, erzählt die Verkäuferin. Auch heute standen die ersten schon direkt zum Marktbeginn um acht Uhr an. „Das Weihnachts- und Silvestergeschäft ist einfach die stärkste Zeit im ganzen Jahr.“

Ein Mitarbeiter von Bramers Feinkost verkauft Oliven, Antipasti und Käsecremes – besonders beliebt an den Feiertagen.
Ein Mitarbeiter von Bramers Feinkost verkauft Oliven, Antipasti und Käsecremes – besonders beliebt an den Feiertagen. © Madlen Gerick © Madlen Gerick

Doch in diesem Jahr seien besonders viele Kunden da. Generell hätten sie durch die Pandemie viele Neukunden bekommen, so Tanja Heming. „Ich schätze das liegt daran, dass die Menschen mehr zu Hause sind. Sie haben vielleicht mehr Zeit, um auf den Wochenmarkt zu gehen. Und über die Feiertage können sie nicht in den Urlaub fahren.“ Um diese Zeit trotzdem schön zu gestalten, würden die Menschen dann auf Feinkost zurückgreifen.

Weniger Essen in diesem Jahr

Neben den Neukunden sind am Mittwochmittag aber vor allem regelmäßige Wochenmarktgänger unterwegs. Dazu gehört auch Ulrich Kappelhoff aus Wessum. „Das Essen hier ist einfach frisch und regional“, begründet er seinen Besuch. Bei ihm zu Hause gebe es an Silvester aber immer etwas anderes zu essen. In diesem Jahr ist es Forelle. Der einzige Unterschied zu sonst: „Man kann sich ja nicht mit anderen Leuten treffen, also braucht man auch nicht so viel zu Essen.“

Ähnlich sieht es bei Mareike Wensing aus Ahaus aus, die gerade verschiedene Leckereien von Feinkost Bramers in ihre Tasche packt. Essenstechnisch ist es „genauso wie in jedem Jahr, nur halt für weniger Leute“.

Über die Autorin
freie Mitarbeiterin
Das Praktikum bei der Münsterland Zeitung hat mich für den Journalismus begeistert. Also ging es nach Dortmund, um Journalistik zu studieren. Wenn ich wieder in der Heimat bin, liebe ich es über Themen zu berichten, die die Menschen hier bewegen.
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Madlen Gerick

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