Franz-Josef Bülter, Betriebsleiter Bäder, hat sich fast an den ruhigen Alltag im Aquahaus gewöhnt. Genug zu tun bleibt trotzdem: Schwimmkurse, Vorbereitung für die Freibadsaison und viele Fragen, die am Telefon beantwortet werden müssen. © Stephan Rape

Aquahaus öffnet nur für Schwimmkurse – Freibadsaison wird vorbereitet

Vormittags ist es fast gespenstisch still im Aquahaus. Die einzigen Besucher sind die Teilnehmer der Schwimmkurse am Nachmittag. Und auch das war nicht einfach umzusetzen.

Eigentlich darf aktuell niemand im Aquahaus seine Bahnen ziehen. Wegen der Coronaregelungen ist das Bad geschlossen. Einzige Ausnahme: Schwimmkurse für Kinder. Doch auch das war nicht einfach.

Für den Betriebsleiter der Ahauser Bäder Franz-Josef Bülter war das in den vergangenen Wochen ein ziemliches Hin und Her: „Laut der Corona-Schutzverordnung von Anfang März durften wir Schwimmkurse anbieten“, blickt er zurück. Dann trat das neue Infektionsschutzgesetz in Kraft. Danach waren die Kurse verboten. Erst nach Rückfrage bei dem Ahauser Ordnungsamt, dem Kreis und dem Land NRW und mit der neuen Corona-Schutzverordnung gab es auch neue Klarheit: Anfängerschwimmkurse zählen als außerschulische Ausbildung – und sind daher erlaubt.

Schwimmkurse folgen den gleichen Regeln wie Schulen

„Das war vergangene Woche Donnerstag“, sagt er. Seither gilt: Solange der Inzidenzwert nicht an drei aufeinander folgenden Tagen die Marke von 165 reißt, dürfen die Schwimmkurse stattfinden. „Würde dieser Wert überschritten, müssten ja auch die Schulen wieder schließen“, sagt Franz-Josef Bülter. Seit Montag dürfen die Kurse wieder stattfinden.

480 Kinder können in diesem Jahr in den Kursen im Aquahaus Schwimmen lernen. Weil zusätzliche Kapazitäten in den Sommerferien frei geworden sind: Das Hallenbad soll in den Sommermonaten nämlich nicht durchgängig geöffnet bleiben.
480 Kinder können in diesem Jahr in den Kursen im Aquahaus schwimmen lernen. Weil zusätzliche Kapazitäten in den Sommerferien frei geworden sind: Das Hallenbad soll in den Sommermonaten nämlich nicht durchgängig geöffnet bleiben. © Stephan Rape © Stephan Rape

Auch wenn er natürlich nicht abschätzen könne, wie es auf längere Sicht weitergeht, sehe es ja erst einmal so aus, als würde der Inzidenzwert weiter sinken. Rund 75 Kinder pro Tag können so aktuell im Aquahaus schwimmen lernen. Aufgeteilt auf drei Kurse pro Stunde zu je fünf Kindern.

„Die betriebswirtschaftliche Seite lassen wir da ganz bewusst außen vor“, sagt er. Denn natürlich trage sich der Betrieb des Aquahauses mit so wenigen Besuchern nicht. „Aber die Schwimmausbildung ist wichtiger“, erklärt er.

Lange Wartelisten für Kurse, Anmeldung gerade nicht möglich

Und die Kurse finden reißenden Absatz. „Wir haben lange Wartelisten“, sagt Franz-Josef Bülter. Die werden erst einmal abgearbeitet. Deswegen seien im Moment auch keine Anmeldungen möglich. In den Sommerferien sollen zusätzlich Kurse angeboten werden. „Wenn der Gesetzgeber nicht dazwischenfunkt“, schiebt er schnell hinterher. Für dieses Angebot hat sich auch die Ahauser Politik starkgemacht.

Die Extrakurse sind nur möglich, weil auch in diesem Sommer das Hallenbad nicht durchgängig geöffnet werden soll. Das hatte das Aquahaus im vergangenen Corona-Sommer aus der Not geboren so schon einmal gemacht: Der Betrieb war da nur im Außenbereich möglich. Das Hallenbad musste geschlossen bleiben.

Hallenbad soll im Sommer nicht dauerhaft geöffnet bleiben

„Und es hat funktioniert“, erklärt Franz-Josef Bülter. Weil also die Wasserflächen innen nicht genutzt werden, müsse dort auch keine Aufsicht eingeteilt werden. Das frei gewordene Personal kann für die Schwimmkurse eingesetzt werden. Der Umkleidetrakt bleibt geöffnet, die innenliegenden Becken sollen aber abgesperrt bleiben. Je nachdem, welche Regelungen dann gelten, würden die Besucher über unterschiedliche Wege ins Bad und zu den Ausgängen geführt. „Auch das hat bisher gut funktioniert“, erklärt Franz-Josef Bülter.

Auch für die Kurse in den Sommerferien sind aktuell aber noch keine Anmeldungen möglich. Bis Ende Juni will er einen Überblick über Anmeldezahlen und mögliche Kapazitäten haben. Dann sollen auch die Anmeldungen freigeschaltet werden.

Mehr Plätze in Schwimmkursen als üblich

Wenn alles so läuft wie geplant, wären in diesem Jahr dann sogar mehr Plätze in Schwimmkursen vorhanden als in normalen Jahren. „Im regulären Betrieb kamen wir bisher auf rund 350 Kinder pro Jahr“, sagt er. Ohnehin schon ein vergleichsweise hoher Wert. Durch die zusätzlichen Plätze in den Sommerferien wären dieses Jahr sogar 480 Plätze möglich.

Im Außenbereich des Aquahaus‘ laufen gerade die Vorbereitungen auf die Freibadsaison. „Wenn wir starten dürfen, soll ja alles fertig sein“, sagt Franz-Josef Bülter. Das zieht sich aber allein wegen der Witterung wohl noch etwas.
Im Außenbereich des Aquahaus‘ laufen gerade die Vorbereitungen auf die Freibadsaison. „Wenn wir starten dürfen, soll ja alles fertig sein“, sagt Franz-Josef Bülter. Das zieht sich aber allein wegen der Witterung wohl noch etwas. © Stephan Rape © Stephan Rape

Draußen beginnt es gerade wieder zu regnen. Wann das Freibad öffnet, kann Franz-Josef Bülter im Moment nicht sagen. „Bei dieser Witterung würden wir ja so oder so nicht öffnen“, erklärt er. In diesem Jahr kommen natürlich noch die Coronaregelungen dazu. „Ob wir wegen der Pläne für die Modellkommune schon früher öffnen dürfen oder ob wir warten müssen, kann ich nicht sagen“, erklärt er. Auf jeden Fall läuft die Saisonvorbereitung auf Hochtouren. „Wir wollen natürlich fertig sein, wenn wir öffnen dürfen“, fügt er hinzu.

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Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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