Arbeiten in 60 Metern Höhe auf dem Funkturm in Ahaus – die Hülle wird saniert

mlzFunkturm Ahaus

Von weitem ist zu sehen, dass am Ahauser Funkturm gearbeitet wird: Gerüste sind am Turm angebracht und mit Fallnetzen gesichert – dahinter wird gearbeitet. In bis zu 60 Metern Höhe.

Ahaus

, 09.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Arbeiten in rund 60 Metern Höhe sind schon eine Herausforderung. „Letzte Woche waren wir bis auf 120 Meter unterwegs“, erklärt Michell Deuker. Für den Bauleiter sind die Betonsanierungsarbeiten am aktuell „verhüllten“ Funkturm am Ahauser Bahnhof sicher Routine, aber Respekt verlangen diese seinem dreiköpfigen Team stets ab: „Jede Aufgabe hat Besonderheiten.“

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In etwa zwei Monaten sollen die turnusgemäßen Sanierungsarbeiten an der Außenhülle des fast 35 Jahre alten Bauwerks abgeschlossen sein – sofern die Witterung weiter mitspielt.

Arbeiten in 60 Metern Höhe auf dem Funkturm in Ahaus – die Hülle wird saniert

Beste Aussicht vom Funkturm. © Markus Gehring

Nachdem die Firma Gerüstbau Teupe aus Stadtlohn für die nötige Infrastruktur an der Baustelle gesorgt hat, sind Mitarbeiter des Generalunternehmens Baro Bautenschutz-Rostschutz aus Dortmund zunächst damit beschäftigt, den Turm mit Hochdruck zu reinigen – und auf Schäden zu inspizieren. „Das sieht aber gut aus“, bewertet Michell Deuker vorab bereits eine Dokumentation eines Prüfungsteams, die ihm vorliegt. Sie lässt keine gravierenden Schäden erwarten.

Arbeiten in 60 Metern Höhe auf dem Funkturm in Ahaus – die Hülle wird saniert

Die beiden Plattformen des Turms sind eingerüstet. © Markus Gehring

Prüfungen dieser Art werden im Sechs-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Gröbere Risse werden gespachtelt, später werden zwei Deckschichten angebracht. Auf eine Tiefengrundierung wird ein sogenannter elastischer Füller in besonderer Stärke aufgetragen – „ein Kilo auf einen Quadratmeter“, erklärt der Bauleiter. „Das Ganze soll ja auch lange haltbar sein.“

Schutzschicht wird aufgetragen

„Aufgrund der Witterungseinflüsse, denen Türme dieser Art ausgesetzt sind, wird in regelmäßigen Abständen eine Art Schutzschicht aufgetragen, um das Bauwerk weiterhin wetterfest zu halten“, erklärt Benedikt Albers, Manager Kommunikation bei der Deutschen Funkturm, dem Eigentümer des Funkturms, auf Anfrage der Redaktion dazu.

Weiter: „In diesem Jahr führen wir eine Betonsanierung des Schaftes bis zu einer Höhe von 60 Metern durch, sprich bis zur ersten Plattform, sowie die Sanierung der Plattformunterseite.“ Ausgeführt würden die Arbeiten „von oben nach unten“, so Benedikt Albers.

Arbeiten in 60 Metern Höhe auf dem Funkturm in Ahaus – die Hülle wird saniert

Die Witterung hat Spuren im Beton hinterlassen, die jetzt beseitigt werden. © Markus Gehring

Ob der Zeitrahmen eingehalten werden kann, hängt nicht zuletzt von Witterungseinflüssen ab. „Ab Windstärke 6 ist Feierabend, auch darf es nicht zu regnerisch sein, die Oberfläche muss trocken sein. Auch unter 5 Grad Celsius geht nichts mehr“, weiß Michell Deuker. Im Vordergrund steht stets die Sicherheit, alles per Vorschrift festgelegt.

Die Betonsanierungsarbeiten werden in einem bestimmten Rhythmus durchgeführt: „Stets in Abhängigkeit von der Höhe und der Stärke der Wettereinflüsse führen wir vergleichbare Maßnahmen alle 15 bis 30 Jahre durch“, ergänzt Benedikt Albers. Für das kommende Jahr sei die Sanierung des oberen Teils des Turms geplant.

Funkdienste nicht betroffen

Die verschiedenen Funkdienste, die vom Turm ausgingen – unter anderem Rundfunk und Mobilfunk – würden durch die Maßnahme übrigens nicht beeinflusst, betont Benedikt Albers.

Der Funkturm

  • Der Funkturm wurde im Jahr 1985 gebaut und hat eine Gesamthöhe von 92,5 Metern. Die Höhe des Betonmastes beträgt 72,50 Meter, die Länge des Aufsatzmastes 20 Meter.
  • Die zwei Plattformen befinden sich auf 60 und 67,50 Metern und haben, abzüglich des Schaftdurchmessers von 3,50 Metern, einen Radius von 3,63 Meter.
  • Der Turm versorgt die Region mit verschiedenen Funkdiensten, darunter Mobilfunk und Richtfunk für die Netze der Telekom, Vodafone und Telefónica, sowie analoge Radio-Programme und spezielle Dienste beispielsweise für Behörden.
  • Die Reichweite der Dienste ist unterschiedlich bis zu 50 Kilometer.
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