Atommüll aus München: Transport-Termin nach Ahaus nicht absehbar

mlzBrennelemente-Zwischenlager

Atommüll aus dem Forschungsreaktor der Technischen Universität München soll ins Zwischenlager Ahaus transportiert werden. Dafür sind allerdings mehrere Genehmigungen erforderlich.

Ahaus

, 28.01.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus wächst – ob es bei baulichen Aktivitäten bleibt, oder ob es mittelfristig zu weiteren Einlagerungen von Atommüll kommt, darum ging es im jüngsten Treffen von Mitarbeitern der BGZ (Zwischenlager-Betreiber), Rats- und Verwaltungsmitgliedern der Stadt Ahaus sowie Vertretern der Technischen Universität München im Informationshaus des Zwischenlagers.

Personelle Veränderungen

Fakt ist, dass es im Zwischenlager Ahaus personelle Veränderungen gegeben hat. Seit Januar 2020 ist Dr. David Knollmann für die Presse- und Standortkommunikation in Ahaus zuständig. Der Rheinenser promovierte mit einer Arbeit über Kernenergienutzung.

Er hat die Aufgabe von Burghard Rosen übernommen, der jetzt für alle BGZ-Standorte in Deutschland tätig ist. „Ich bleibe aber in Ahaus wohnen“, sagte Rosen.

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Zudem stellte sich Uwe Wolf als neuer Leiter des Zwischenlagers Ahaus vor. Der ehemalige TÜV-Sachverständige folgt auf Markus Röder, der jetzt alle Zwischenlager in Nordwestdeutschland betreut.

Röder erläuterte, dass die Nachrüstung des Zwischenlagers Ahaus mit dem Bau zusätzlicher Stahlbetonwände weit fortgeschritten sei (wir berichteten).

Genehmigungsverfahren

Er berichtete zudem über die geplante Einlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen in Ahaus. Es handele sich um ein laufendes Genehmigungsverfahren bei der Bezirksregierung Münster zur Verlängerung der Aufbewahrung bis zum Jahr 2057. „Die Genehmigung ist im ersten Halbjahr 2020 zu erwarten.“

Über den vorgesehenen Transport von Brennelementen aus dem Forschungsreaktor der Technischen Universität München (FRM II) nach Ahaus berichteten Dr. Heiko Gerstenberg sowie Dr. Anton Kastenmüller.

Heiko Gerstenberg sprach die Dringlichkeit des Entsorgungsbedarfs an: 46 von 50 Positionen im Abklingbecken seien besetzt. 30 Brennelemente seien für den Transport nach Ahaus geeignet.

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Für diesen Transport gibt es drei Genehmigungsverfahren: die verkehrsrechtliche Zulassung des Castor MTR 3 (sie liegt seit einem Jahr vor); die Aufbewahrungsgenehmigung im Lager und die Transportgenehmigung.

Spezielles Transportfahrzeug

Für den Transport der Brennelemente von München nach Ahaus werde ein spezielles Transportfahrzeug entwickelt und gebaut, erklärte Gerstenberg. Wann mit einem ersten Transport nach Ahaus zu rechnen sei, dazu erklärte Gerstenberg: „Belastbare Termine lassen sich zurzeit nicht angeben.“

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Die Stadt Ahaus stehe zur ihrer Verantwortung, erklärte Bürgermeisterin Karola Voß. „Aber wir haben ein bisschen die Haltung: „Was wir haben, darum kümmern wir uns, aber wir möchten nichts Neues dazu.“

Gleichwohl dankte sie den Vertretern der BGZ und der Delegation aus München. „Diesen Dialog hier am Standort möchten wir auch in Zukunft aufrechterhalten.“

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