Werkstattkette auf Sparkurs: ATU schließt Filiale in Ahaus

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Die Ahauser Filiale der Werkstattkette „Auto-Teile-Unger“ schließt. Schon in wenigen Tagen werden die Türen das letzte Mal öffnen. Grund ist eine bundesweite Umstrukturierung des Unternehmens.

Ahaus

, 24.09.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bereits Ende August wurde bekannt, dass die Werkstattkette „Auto-Teile-Unger“ deutschlandweit Filialen schließen wird. Von einer „Transformation zur Stärkung des Gesamtunternehmens“ sprach damals die Geschäftsführung. Wen es treffen würde, war zunächst unklar. Fest stand nur, dass „die Anzahl der Filialschließungen dabei 45 nicht überschreiten“ werde, erklärte das Unternehmen.

Nun wurde bekannt: Die Ahauser Filiale an der Wüllener Straße fällt der Umstrukturierung zum Opfer. Bereits Mitte nächster Woche werden die Türen ein letztes Mal öffnen. Das bestätigte ATU-Pressesprecher Markus Meißner auf Anfrage der Redaktion: „Diese Information ist korrekt, die Filiale in Ahaus schließt zum 30. September.“

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An die hiesigen Kunden verschickte das Unternehmen bereits in den vergangenen Tagen Briefe, in denen diese gebeten werden, die eingelagerten Reifen zeitnah abzuholen oder in in eine nahegelegene ATU-Filiale verlegen zu lassen. Auch hier ist der Stichtag der 30. September.

Gründe rein wirtschaftlicher Natur

Die Gründe für die Schließung sind rein wirtschaftlicher Natur. „ATU überprüft kontinuierlich Strukturen, Filialkonzepte und Leistungen für die Kunden und passt sie an neue Gegebenheiten an, um das Unternehmen zukunftssicher und wetterfest aufzustellen“, erklärt Markus Meißner zunächst in bestem PR-Sprech. Dann wird er konkreter: „Dazu gehört, dass Filialen geschlossen werden, die nicht profitabel arbeiten und/oder keine nachhaltige Zukunftsperspektive haben.“

Gleichzeitig betont er allerdings auch, dass an anderer Stelle in neue Standorte investiert werde: „Zuletzt etwa in München-Schwabing und München-Parsdorf.“ Für die aktuell sieben Angestellten der Ahauser Filiale wohl nur ein schwacher Trost. Immerhin erklärt der Pressesprecher: „ATU wird den Mitarbeitern vor Ort so weit wie möglich anbieten, an anderen Standorten des Unternehmens weiterzuarbeiten, um betriebsbedingte Kündigungen weitestgehend zu vermeiden.“

Corona kein Grund für die Schließungen

Mit Corona hat die Neuausrichtung nach Angaben des Unternehmens nichts zu tun. Die Schließung stehe in keinem direkten Zusammenhang zur Pandemie. Zwar habe die Coronakrise vor allem während der vorübergehenden Schließung aller Filialen zu deutlichen Umsatzeinbußen geführt. „Doch danach hat sich das Geschäft sehr deutlich erholt und stabilisiert, teilweise sogar schneller als von uns erwartet“, erklärt Markus Meißner.

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Auch nach den Schließungen der rund 45 Filialen gehört die Werkstattkette ATU zu den Marktführern. Bundesweit gibt es mehr als 530 Filialen, die nun nächst gelegene in Gronau. Wie es mit dem Objekt an der Wüllener Straße weitergeht, ist übrigens noch nicht bekannt. ATU ist derzeit nur Mieter.

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