Panda, das gefundene Kaninchenböckchen, befindet sich auf einem guten Weg. © Julias Tierheim
Julias Tierheim

Ausgesetztes und schwer verletztes Kaninchen auf dem Weg der Besserung

In einem Karton ausgesetzt, schwer verletzt und völlig verwahrlost fand eine Familie in Ottenstein ein Kaninchen. In Julias Tierheim kümmert man sich seitdem um das Tier – mit Erfolg.

Vor gut einer Woche fand eine Familie aus Ottenstein auf einem öffentlichen Parkplatz ein männliches Kaninchen. Es saß in einem Karton, schwer verletzt und völlig verwahrlost. Die Familie brachte das Tier umgehend in „Julias Tierheim“ in Wüllen Sabstätte. Dort kümmerten sich Leiterin Julia Rehermann und ihr Team um die Erstversorgung. Zunächst war unklar, ob das Kaninchen überhaupt Überlebenschancen hat.

Über die sozialen Medien gab es am Dienstag Entwarnung. Auf der eigenen Facebook-Seite veröffentlichte Julias Tierheim ein Video, in dem das Kaninchenböckchen sich deutlich erholt präsentiert. Panda, so haben ihn die Mitarbeiterinnen „getauft“, knabbert erst am Teppich, dann an der Rohkost. Der Appetit ist offenbar schnell zurückgekehrt.

Operation gut verkraftet

Auf Anfrage bestätigt Julia Rehermann den Aufwärtstrend. „Panda hat die Operation gut verkraftet. Er ist deutlich neugieriger als in den ersten Tagen und macht einen aufgeweckten Eindruck. Es macht Spaß, ihn zu beobachten.“ Bei der OP musste der Tierarzt unter anderem zwei Zehen an der Hinterpfote amputieren, weil dort seit langer Zeit Knochen offenlagen. Zudem wurden die trüben Augen und ein Abszess mit Salbe behandelt.

Nun scheint „Panda“ aber über den Berg. „Auch die Bisswunden am Rücken sind verkrustet. Es sieht gut aus“, sagt die Leiterin des Tierheims. Sie wagt sogar schon einen Blick in die Zukunft. „Wenn alles weiter so gut verläuft, können wir schon bald an Impfungen gegen die üblichen Kaninchen-Krankheiten denken.“

Anschließend stehe dann auch noch die Kastration an. Denn der Plan ist, das Kaninchenböckchen an einen Tierfreund zu vermitteln. „Üblicherweise geben wir nur kastrierte Kaninchen ab, damit es ohne Probleme mit einem Weibchen zusammenleben kann“, erklärt Julia Rehermann.

Strafrechtliche Konsequenzen könnten drohen

Unklar ist noch, ob der Fund des Kaninchens noch Konsequenzen nach sich zieht. Denn der ehemalige Besitzer hat mit seinem Verhalten zumindest an einem Punkt gegen das Gesetz verstoßen. Im Strafgesetzbuch heißt es: „Artikel 26 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes verbietet das Aussetzen und Zurücklassen eines im Hause oder Betrieb gehaltenen Tieres in der Absicht, sich seiner zu entledigen.“ Wer gegen das Aussetzungsverbot vorsätzlich verstößt, dem droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe.

Bisher sei man bei dem Stress aber noch nicht dazu gekommen, die Polizei einzuschalten, sagt die Leiterin des Tierheims. Auch die Zurückverfolgung des Kartons, in dem das Kaninchen gefunden wurde, habe bisher kein Ergebnis gebracht.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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