Der sichere Strich des Erhard Wilde

Ausstellung Villa van Delden

Es ist der sichere Strich eines Zeichners, der die Werke von Erhard Wilde kennzeichnet. Nicht nur das überrascht in der Ausstellung in der Villa van Delden, die am Sonntag eröffnet wurde.

Ahaus

, 14.01.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der sichere Strich des Erhard Wilde

Erhard Wilde sprach bei der Ausstellungseröffnung über seine Werke. © Elvira Meisel-Kemper

Spät, aber intensiv fand der Münsteraner Künstler Erhard Wilde zur Kunst. Der Schwerpunkt seines Oeuvres liegt bei dem heute 78-jährigen Künstler seit 1994, dem Beginn seines reichhaltigen künstlerischen Schaffens, auf der Grafik und auf der Zeichnung. 41 Radierungen und Zeichnungen aus den vergangenen 24 Jahren belegen das sehr sprechend, detailreich und berührend. Seit Sonntag sind seine Werke in der Villa van Delden zu sehen.

1994 erlitt Wilde einen Herzinfarkt, der das Ende seiner beruflichen Tätigkeit als Kartograf bei der Stadt Münster bedeutete. Dr. Annette Georgi wies bei der Ausstellungseröffnung in ihrer Einführung daraufhin, dass dieser Einschnitt für das künstlerische Schaffen von Wilde der Motor für einen neuen Lebensabschnitt war. Seine perfekte handwerkliche Ausbildung als Kartograf war dafür die Basis, auf der er aufbauen konnte. „Seine Arbeiten sind voll, aber nicht belanglos, tief, aber nicht schwer“, fasste Georgi die Wirkung seiner grafischen Kunst zusammen.

Zeichnungen als Spiegel der Gefühle

Zu seinem erlernten Beruf gehörte auch die Schrift, die in den letzten Jahren von der reinen Typografie abwich. „Die Buchstaben werden ornamentaler. Es kommt gar nicht mehr so sehr auf die Erkennbarkeit des Wortes an“, analysierte Georgi. Wilde, der Mitglied der Schanze in Münster ist, freute sich über den Besuch der Vernissage durch Künstlerkollegen.

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Seine zeichnerischen und druckgrafischen Arbeiten sind Spiegel seiner Gefühle und seiner Erlebnisse. Als er nach dem Herzinfarkt so viele Tabletten einnehmen musste, habe er das genauso zum Thema gemacht wie Urlaubserlebnisse, Eindrücke von Landschaften, von Menschen und immer wieder von Fischen, die der passionierte Angler als Detailmotiv in seiner Bilderwelt immer wieder integriert.

Die Ausstellung in der Villa van Delden, Bahnhofstraße 91, ist bis zum 9. Februar samstags 14-18 Uhr und sonntags 11-18 Uhr zu sehen oder nach Vereinbarung, Tel. (02561) 72321.

„Alles, was mit der Linie zusammenhängt, ist für mich wichtig. Ich bin ein Mensch, der seinen Emotionen Farbe, Form und Linie gibt. Die Bilder gestalten sich selber während des Arbeitsprozesses“, erklärte Wilde seine Kunst. Mittlerweile betätigt er sich auch als Maler und Objektkünstler, die Grafik und die Zeichnung bleibt dennoch sein Schwerpunkt.

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