Auszubildende aus Japan auf der Überholspur

Goldschmiedin

Das Lernen hat sich gelohnt: Bereits nach nur einem Ausbildungsjahr in der Goldschmiede Engels hat Mihoko Yamagishi – die einzige Japanerin, die zurzeit in Ahaus lebt – ihre Zwischenprüfung als Goldschmiedin mit gutem Erfolg absolviert.

AHAUS

02.08.2011, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auszubildende aus Japan auf der Überholspur

Mihoko Yamagishi freut sich mit ihrem Chef Mathias Engels über den Erfolg.

Eigentlich wohnt Mihoko Yamagishi in Japan. Im Jahr 2007 kam sie erstmalig mit einer japanischen Logistik-Firma nach Deutschland, damals arbeitete sie in Düsseldorf. Aus persönlichen Gründen musste sie zurück nach Japan, aber bereits damals war für sie klar: „Ich werde zurückkommen!“ In Düsseldorf hatte sie viele Menschen kennengelernt, mit denen sie in den nächsten Jahren von Japan aus Kontakt hielt. Im Jahr 2010 kam sie nach Deutschland zurück und lernte den Goldschmied Matthias Grotevendt aus Vreden kennen, der bei der Goldschmiede Engels seine Ausbildung absolviert hatte. In ihrer Freizeit hatte sich Mihoko schon lange damit beschäftigt, Schmuckstücke zu entwerfen und zu schaffen und kam durch diesen Kontakt auf die Idee, das Schmuckhandwerk zu erlernen.

Eine Verbindung zum Goldschmiedemeister Mathias Engels in Ahaus war schnell geschaffen und führte nach ein paar intensiven Gesprächen zum Ausbildungsvertrag. Mihoko war glücklich: „Das ist meine große Chance, noch etwas zu lernen“, sagt die 34-Jährige, „ich träume davon, irgendwann vom Goldschmieden leben zu können.“ Mihoko ist ehrgeizig und verbringt viel Zeit damit, die deutsche Sprache zu erlernen und für ihre Ausbildung zu üben. Nach nur einem Jahr in Deutschland kann sie die für sie fremde Sprache sprechen und schreiben – so gut, dass sie nun ihre Zwischenprüfung im Goldschmiedehandwerk in deutscher Sprache bestand. „Das ist eine tolle Leistung“, versichern ihre Ausbilderinnen Christina Feldevert-Höveler und Heike Hamann. Als das Erdbeben in Fukushima zum Super-Gau führte, wäre sie am liebsten direkt zu ihren Freunden und Verwandten nach Japan zurückgekehrt, um Trost zu spenden. Zum Glück war ihre Familie in Japan nicht direkt von diesem Leid betroffen. Nun wird sich Mihoko für ihre Abschlussprüfung vorbereiten, denn wenn alles gut geht, will sie bereits im nächsten Sommer, also nach zwei Jahren, ihre Prüfung zur Goldschmiedin absolvieren. Mathias Engels freut sich: „Es ist eine große Bereicherung, einen Menschen aus einem so fernen Land und anderer Kultur im nahen Umfeld zu haben. Wir freuen uns sehr, dass Mihoko bei uns ist.“

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Steigende Strompreise
Ahauser Stadtwerke erhöhen erneut Strompreise – Rentner tobt: „Man wird schlicht angelogen!“