Autohaus Dayan fühlt sich in Sachen Expansion von der Verwaltung im Stich gelassen

mlzErweiterung des Autohauses

Der Autohandel Dayan möchte expandieren. Doch auf der vom Unternehmen gekauften Fläche an der Heeker Straße ist das nicht möglich, sie liegt im Außenbereich.

Ahaus

, 05.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Semih Dayan vom gleichnamigen Ahauser Autohandel ist ein wenig verärgert. Verärgert über die Art und Weise, wie die Verwaltung seinen Antrag in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung vorstellte (wir berichteten). So hatte Stadtplaner Walter Fleige von Plänen eines Ahauser Autohandels berichtet, seinen Betrieb zu verlagern. Dafür habe das Unternehmen eine landwirtschaftliche Fläche im Außenbereich an der Heeker Straße ins Auge gefasst. „Aber ich kann mir nicht einfach im Außenbereich eine Fläche kaufen und sagen: Stadt, mach mal Baurecht“, hatte Fleige im Ausschuss erklärt.

Unternehmen braucht Platz

Semih Dayan berichtete am Montag von mehreren Gesprächen mit der Stadtverwaltung – die allesamt ergebnislos verlaufen seien.

Seit Anfang der 80er-Jahre ist der Autohandel Dayan in Ahaus ansässig. Insgesamt zehn Mitarbeiter stehen im Unternehmen in Lohn und Brot. War die Firma früher nur im Exportgeschäft tätig, beliefert sie seit neun Jahren auch den deutschen Automarkt mit Neu- und Jahreswagen. Doch dafür braucht es Platz. Am Rottweg stehen Fahrzeuge von Dayan auf 1000 Quadratmetern Fläche und an der Heeker Straße auf 700 Quadratmetern. Am Stammsitz an der Dieselstraße stehen dem Unternehmen insgesamt 3600 Quadratmeter zur Verfügung. „Viel zu wenig“, sagt der 44-Jährige. „Wir plätzen hier räumlich aus allen Nähten.“

„Mehr Atmosphäre“

Deshalb sei es das Ziel gewesen, die alten Standorte zu behalten und den Kunden an der Heeker Straße mehr „Atmosphäre“ zu bieten. An der Dieselstraße ist es aktuell so, dass die Fahrzeuge so eng stehen, dass die Türen nicht ganz geöffnet werden können. „Wir haben wegen einer Betriebserweiterung mehrere Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt“, berichtet Semih Dayan. Doch die einzige Alternative wäre eine Ansiedlung im neuen Gewerbegebiet Ahaus Ost, zweiter Bauabschnitt gewesen, berichtet der Autohändler. „Aber das kommt für uns nicht in Frage. Wir sind auf Werkstätten und Banken in der Nähe und auf gute Sichtbarkeit angewiesen.“ Die Fläche an der Heeker Straße sei dafür ideal. Der Autohandel hätte ein Bürogebäude und eine Ausstellungshalle gebaut, „zum Beispiel auch, um dort Oldtimer auszustellen.“

„Interpretationsmöglichkeit“

Doch es gibt einen Knackpunkt. Die Fläche liegt im Außenbereich. Die Stadt habe ihm erklärt, dass es eine Baugenehmigung nicht geben werde. Semih Dayan wandte sich an die CDU-Landtagsabgeordnete Heike Wermer. Aus deren Büro hieß es mit Verweis auf die Bezirksregierung Münster, dass es die „Interpretationsmöglichkeit“ gebe, das Grundstück „zum Siedlungsbereich des Regionalplans zugehörig“ zu beurteilen. Der Grund: Die Darstellungen im Regionalplan seien nicht „parzellenscharf“. Doch habe die Bezirksregierung auch mitgeteilt, dass „ausschließlich die Stadt Ahaus entscheide, ob Baurechte in diesem Raum mit den städtebaulichen Planungen vertretbar sind“. Semih Dayan war in der Sitzung des Fachausschusses als Zuhörer. „Die Verwaltung hat dem Ausschuss von dem Interpretationsspielraum überhaupt nichts erzählt“, sagt der Autohändler. „Es wurden nur Gründe vorgetragen, warum es aus städtebaulicher Sicht nicht geht.“

Städtebauliche Aspekte

Die Stadtverwaltung verwies am Montag auf die umfangreiche Sachdarstellung zur Ausschusssitzung. In der städtebaulichen Beurteilung ist unter anderem zu lesen, dass eine einzelne Nachfrage noch keinen Bedarf darstelle, der eine Änderung des Flächennutzungsplanes darstelle. Außerdem mache es nur Sinn, die besagte Fläche in einem Gesamtkonzept zu entwickeln. Die Umnutzung einer einzelnen Fläche könne dazu führen, dass eine künftige Planung auch für dahinter liegende Bereiche unmöglich gemacht werde. Und: „Baurechtlich spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Verlagerung oder Ausweitung des Betriebes handelt“, teilte Marc Frieler vom Büro der Bürgermeisterin mit. „Die beiden Begrifflichkeiten haben keinerlei baurechtliche Bedeutung.“

Suche nach Lösungen

Was bedeutet das für den Autohandel Dayan? „Wir suchen nach Lösungen“, sagt Semih Dayan. Das Gelände an der Heeker Straße sei gekauft, „aber so wie es aussieht, wird dort erst einmal nichts passieren.“ Er sehe den Erwerb der Fläche als Investition in die Zukunft. „Vielleicht tut sich dort ja in 10 bis 15 Jahren etwas.“ Aktuell gebe es für den Autohandel in Sachen Expansion nur eine Option: „Wir müssten in eine andere Stadt ausweichen. Aber das ist auch nicht so einfach.“ Schließlich habe der Autohandel seine Strukturen in Ahaus über Jahrzehnte aufgebaut. „Wir wollen hier nicht weg“, sagt Semi Dayan. „Wir wollen unsere Steuern am liebsten in Ahaus zahlen.“

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