Meinung

Baustoffknappheit bald zu Ende? Die Hoffnung stirbt zuletzt

Angeblich soll es mit den knappen Baustoffen Ende des Jahres besser werden, hoffen zumindest die Handwerker. Es kann aber immer noch schlimmer kommen, meint Redakteur Stephan Rape.
Helmut Witte, Obermeister der Maler-Innung Ahaus, beschreibt das Problem: Aktuell gebe es beispielsweise einen Lieferengpass bei Dämmmaterial. Normalerweise wären auf der Baustelle in Alstätte vier seiner Mitarbeiter beschäftigt. Doch seit mehreren Wochen ist dort nichts passiert. © Stephan Rape

Jetzt sind nicht nur die Grundstücke, sondern auch noch die Baustoffe knapp.

Alltägliche Güter fehlen plötzlich an allen Ecken und Enden. Oder wer hätte damit gerechnet, dass ein simples Abflussrohr oder ein Stück Verbundisolierung einmal begehrte Ware werden würden?

Die Lieferzeiten sind das eine. Die Kosten etwas ganz anderes. Denn in einer Marktwirtschaft bestimmen nun einmal Angebot und Nachfrage den Preis. Den Handwerkern sind die Hände gebunden: Sie müssen die Preise, so gut es denn geht, an ihre Kunden weitergeben.

Kein Eigenheim unter 500.000 Euro

Zu den ohnehin schon enormen Kosten für ein Eigenheim kommen nun also noch die explodierten Kosten für die Rohstoffe dazu. Unter 500.000 Euro brauche man ein Einfamilienhaus gar nicht zu planen, hieß es am Rand des Pressegesprächs am Dienstag. Doch wer kann sich das überhaupt noch leisten?

Angeblich soll es langsam Licht am Ende des Tunnels geben. Vielleicht zum Herbst oder zum Jahresende. Vielleicht ist das aber auch nur eine vage Hoffnung, dass es nicht mehr schlimmer kommen möge, als es im Moment schon ist. Aber gerade die vergangenen Monate in der Pandemie haben doch allen bewiesen, wie viel schlimmer als vorstellbar es kommen kann.

Selbst wenn die Produktion nun langsam wieder hochfährt: Bis alle Baustellen wieder ausreichend versorgt sind, wird wohl noch viel Zeit vergehen.

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