Bei der Energiegenossenschaft soll nach dem Wind die Sonne kommen

Energiegenossenschaft AHLEG

1000 Menschen in der Region setzen auf Windenergie und sind Mitglieder der Energiegenossenschaft. Beim Wind allein soll es nicht bleiben.

Ahaus, Heek, Legden

, 01.10.2018 / Lesedauer: 3 min
Bei der Energiegenossenschaft soll nach dem Wind die Sonne kommen

Brennt für Windenergie: der Vorstand der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden, der ehrenamtlich tätig ist: (v.l.) Gregor Ahler, Prokurist Dr. Jörg Schuirmann, Karl-Heinz Siekhaus und Heinz Bendfeld. © Ronny von Wangenheim

Gregor Ahler ist zufrieden: „Es gibt 862 Energiegenossenschaften in Deutschland. Wir gehören zu den zehn größten bundesweit.“ Gerade hat die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden (AHLEG) mit der Ahauserin Ina Krösmann das 1000. Mitglied begrüßt. Ahler, einer von drei Vorstandsmitgliedern, ergänzt: „1000 Bürgern gehört ein Drittel von 18 Windkraftanlagen.“

Vorstandskollege Karl-Heinz Siekhaus ist zufrieden mit der Windausbeute: „Rein rechnerisch könnten wir Ahaus, Heek und Legden komplett versorgen.“ Die Windleistung überstieg die Erwartungen. „Wir sind gut durch den Sommer gekommen.“ Und Heinz Bendfeld, der Dritte im Vorstand, sagt es so: „Wer zwei Anteile hat, versorgt sich praktisch selbst.“ Die Windenergie zu unterstützen und damit etwas für den Klimawandel zu tun, sei für viele ein Motiv für die Mitgliedschaft. Manche erwerben deshalb ein oder zwei Anteile, andere würden gerne noch mehr als maximal 10.000 Euro anlegen, so berichtet es Prokurist Dr. Jörg Schuirmann.

Ehrenamtlich

Die Begeisterung ist spürbar im Gespräch mit dem Vorstand, der im Übrigen genauso wie der Aufsichtsrat ehrenamtlich arbeitet. „So ein Unternehmen aus dem Nichts aus der Taufe zu heben, so etwas Großes aufzuziehen, das macht sehr viel Freude“, sagt Gregor Ahler. Und die anderen in der Runde nicken zustimmend.

Und noch mal die 1000: Nur knapp so viele Anteile können noch gezeichnet werden, dann sind die 15.300 verfügbaren Anteile weg. Nach dem ersten Run kommen jetzt weniger, aber immer noch regelmäßige Anträge. Jörg Schuirmann berichtet, dass es Anfragen aus der ganzen Bundesrepublik gibt. Doch wer keinen Bezug zu den drei Orten hat, bleibt draußen. „Wir sind durch und durch regional“, sagt Karl-Heinz Siekhaus. Genau das sei auch der Grund des Erfolges. Und das von Anfang an. „Wir hatten fast nirgendwo Einwendungen von Anwohnern. Das ist nicht üblich. Die Akzeptanz ist sehr groß.“

Bei der Energiegenossenschaft soll nach dem Wind die Sonne kommen

Der Brand in der Windkraftanlage in Quantwick im Oktober 2017 war der einzige größere Störfall. Finanzielle Auswirkungen hatte er nicht: Die Anlage war noch nicht komplett übergeben. Im Februar wurde die Anlage demontiert und danach wieder aufgebaut. © Stefan Grothues

Bei der Generalversammlung im August konnte schon die erste, wenn auch sehr kleine, schwarze Zahl genannt werden: 74,87 Euro. „Schon das war erstaunlich“, so Heinz Bendfeld. Bei dieser Rechnung waren die meisten Anlagen noch nicht in Betrieb. Inzwischen drehen sich viel mehr Windräder, an deren Ertrag die Energiegenossenschaft beteiligt ist. Wenn im kommenden Sommer wieder abgerechnet wird, könnte es eine erste Ausschüttung an die Mitglieder geben. „2019 werden wir erstmals schauen, was möglich ist“, so Bendfeld. Und 2019 werden dann alle 18 Windkraftanlagen auch komplett einspeisen.

Elektromobilität

Nur noch wenige Anteile sind verfügbar, die Anlagen fast alle in Betrieb: Reicht das jetzt der Energiegenossenschaft? „Nein“, sagt Gregor Ahler. Zum einen sind drei neue Anlagen in Planung, die in Heek-Ahle errichtet werden sollen. Er sagt aber auch: „Wir sind offen für andere Themen. Wir heißen ja bewusst Energiegenossenschaft und nicht Windenergiegenossenschaft.“

Das große Thema ist der Klimawandel. Und da könnte die Energiegenossenschaft, könnten 1000 Mitglieder, künftig auch Projekte zum Thema Sonnenenergie oder Elektromobilität starten.

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