Ida, Ella und Frieda sowie Paul, Felix und Leo zählten 2020 zu den beliebtesten Vornamen in Ahaus. (Symbolfoto) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Jahresstatistik

Beliebteste Vornamen in Ahaus: Ida und Paul verdrängen Mia und Jonas

Ida und Paul waren bei Eltern, deren Kinder 2020 im St.-Marien-Krankenhaus zur Welt kamen, die beliebtesten Vornamen. Ebenfalls auffällig: die hohe Gesamtzahl der Geburten in Ahaus.

Das Coronavirus stellte im vergangenen Jahr alles in den Schatten. Auch am Ahauser Krankenhaus dominierte dieses Thema das Tagesgeschehen. Doch im hauseigenen Kreißsaal gab es 2020 mehrere hundert Mal Grund zu großer Freude. Nach Angaben der Stadt Ahaus wurden genau 726 Geburtsurkunden ausgestellt. Fast in der Waage hielten sich dabei die Geschlechter der Babys. 366 Jungen stehen 360 Mädchen gegenüber.

Was schon auf den ersten Blick auffällt: Die Zahlen sind im Vergleich zum Jahr davor signifikant – um genau 12 Prozent – gestiegen. „Nur“ 649 Kinder waren 2019 im Kreißsaal des St.-Marien-Krankenhauses zur Welt gekommen. Babyboom dank Corona? Bei in der Regel neun Monaten Schwangerschaft ist das wohl auszuschließen.

Verlegung der Geburtsstation zeigt sich in Statistik

Vielmehr dürfte der Grund darin liegen, dass die Geburtsstation des Stadtlohner Krankenhauses im April 2019 nach Ahaus verlegt worden war. Nachwehen sozusagen. Ein Großteil der Partner, die 2020 gemeinsam ein Kind bekamen, war zu diesem Zeitpunkt verheiratet. Nur in 161 der 726 Fälle waren die Eltern unverheiratet. Das entspricht prozentual in etwa dem Vorjahreswert.

Bei den beliebtesten Vornamen gab es allerdings einen Wechsel an der Spitze. Ida und Paul lösten Mia und Jonas ab. Zehn Jungen beziehungsweise zehn Mädchen tragen diese Namen nun in der Geburtsurkunde. Ebenfalls auf dem Treppchen landeten die Namen Ella (neunmal), Felix (achtmal), Leo und Frieda (je siebenmal). Leo ist dabei der einzige Vorname, der sich schon 2019 unter den Top-Drei wiedergefunden hatte. Weitere beliebte Vornamen waren in Ahaus 2020 unter anderem: Lina, Thea, Mats und Ole.

Anzahl der Sterbefälle nur geringfügig höher

Auf der anderen Seite der Medaille stehen die Todesfälle. 413 beurkundete das Standesamt insgesamt im Jahr 2020. Das sind elf mehr als im Jahr davor. Allerdings: 2018 lag die Zahl immerhin um 84 niedriger (insgesamt 347 Sterbefälle). Frank Gerwing, Leiter des Standesamts der Stadt Ahaus, warnt allerdings davor, voreilige Schlüsse daraus zu ziehen. In welche Richtung auch immer.

„Wir haben bei den Sterbefällen immer Schwankungen. Man kann jetzt nicht einfach die nackten Zahlen nehmen und sagen: ‚Das lag jetzt an Corona‘“, so Gerwing. Man müsse immer auch andere Faktoren beachten. „Zum Beispiel kann ein Hitzesommer mit vielen Gewittern bei älteren Leuten auf auf das Herz-Kreislauf-System schlagen und die Sterberate erhöhen.“ Außerdem könne eine höhere Zahl der Sterbefälle auch schlicht und einfach an einem geburtenstarken Jahrgang in der Vergangenheit liegen.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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