Im Betrugsprozess gegen einen früheren Ahauser Maschinenhändler haben am Mittwoch zwei Unternehmer ausgesagt. Einer von ihnen blieb auf einer größeren Forderung sitzen.

Ahaus

, 09.05.2019, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Zeugen hörte das Schöffengericht am Mittwoch bei der Fortsetzung des Betrugsprozesses gegen einen 54-jährigen Ahauser. Dem ehemaligen Händler und Vermittler von gebrauchten Maschinen wirft die Staatsanwaltschaft mehrfachen Betrug und Urkundenfälschung vor.

Beispielsweise verkaufte der Ahauser einem Unternehmer aus Hamburg im Oktober 2015 für 28.500 Euro einen gebrauchten Pulverbeschichtungsofen, kassierte 10.000 Euro Anzahlung, lieferte den Ofen aber nie aus. Eine Sandstrahlmaschine für 16.500 Euro, die mit 8.000 Euro angezahlt wurde, wird ebenfalls noch Gegenstand des Verfahrens. Die Anlage war nicht komplett und damit nicht funktionsfähig.

Viele Vorwürfe gegen Ahauser Angeklagten

Im Februar 2016 soll der Ahauser eine Tunnelbeschichtungsanlage verkauft haben. Den Kaufpreis von 15.000 Euro hat er laut Staatsanwalt ebenso erhalten wie 9.350 Euro für die Demontage der Anlage. Die aber kam nie bei seinem Kunden an. Auch ein Rechtsanwalt wurde laut Staatsanwalt Opfer des Angeklagten. Der Anwalt blieb auf mehreren Rechnungen für insgesamt rund 5000 Euro sitzen.

Auch am zweiten Prozesstag wachten ein Arzt und seine Assistentin über den Gesundheitszustand des wohl schwer herzkranken Angeklagten. Am Mittwoch sagte der Chef einer Pulverbeschichtungsfirma aus Baden-Württemberg als Zeuge aus. Er hatte dem Ahauser eine gebrauchte Pulverbeschichtungsmaschine zum Verkauf angeboten und auch Fotos der Anlage mitgeschickt. Aus dem Geschäft wurde aber nichts, weil der Verkäufer die Anlage dann doch behalten wollte. Sie ist bei dem Zeugen noch heute in Betrieb.

Maße der Maschine wurden wichtig für Beweisführung

Das Gericht setzte sich jedoch intensiv mit den Maßen der Anlage auseinander, bestand doch der Verdacht, dass der Angeklagte die Maschine einem Unternehmer aus Hamburg „verkauft“ hatte. Der jedenfalls hatte bei dem Zeugen angerufen und gefragt, wann er denn „seine“ Maschine bekomme.

Hintergrund: Offenbar hatte der Angeklagte Fotos von der ihm zum Kauf angebotenen Anlage an den Interessenten aus Hamburg weitergeleitet und dabei auch die Mailadresse des Unternehmens aus Baden-Württemberg übermittelt. Am Ende am Mittwoch war jedoch klar, dass die angegebenen Maße für die Pulverbeschichtungsanlagen nicht zueinander passten.

Damit war auch klar, dass der Angeklagte die besagte Anlage nicht sogar doppelt verkauft hatte, wie am Prozesstag zuvor von einem Zeugen vermutet. Der ist auf 15.000 Euro Forderungen sitzen geblieben, nachdem der Angeklagte eine von ihm verkaufte Pulverbeschichtungsanlagen nicht geliefert hatte.

Unternehmer wartet bis heute auf sein Geld

Als zweiten Zeugen hörte das Gericht einen 63-jährigen Unternehmer (An- und Verkauf von Transportanlagen) aus Bremen. Der hatte mit dem Angeklagten ein Geschäft erfolgreich abgeschlossen und bei einem weiteren 5.000 Euro an den Ahauser überweisen. Das Geld brauchte dieser, damit er die von dem Bremer erworbene Maschine bei einem anderen Unternehmen abbauen und liefern konnte, schilderte der Zeuge. Der Angeklagte sollte einen Antrieb mit Motor und Kette für eine Pulverbeschichtungsanlage nach Bremen liefern. „Ich habe die Anlage aber nie bekommen“, berichtete der Zeuge.

Auch erhielt der Zeuge für ein weiteres Geschäft über 2.000 Euro nach einer Anzahlung von 50 Prozent kein weiteres Geld. Insgesamt schulde der Angeklagte ihm inklusive Mehrwertsteuer und Nebenkosten noch 7.490 Euro.

  • Der Prozess ist noch für weitere acht Prozesstage angesetzt. Er wird am Mittwoch, 8. Mai, um 14 Uhr in Saal I des Ahauser Amtsgerichts fortgesetzt.
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