2018 sind die Geschwister Lucia und Christoph Betting in die Geschäftsführung des Familienunternehmens eingestiegen. Jetzt folgt der erste große Umbau: Die Haushaltswarenabteilung wird aufgelöst. Das Unternehmen will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. © Stephan Rape
Großer Umbau

Bettings Mühle wirft langjährige Abteilung komplett aus dem Sortiment

Bettings Mühle verändert sein Gesicht: Eine komplette Abteilung verschwindet gerade. Auch wenn die Umsätze stimmten, will sich das Unternehmen auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Bettings Mühle wirft ein Sortiment aus dem Programm, das bisher einen Großteil des Erdgeschosses in dem Geschäft an der Bahnhofstraße eingenommen hat. Für Christoph Betting von der Geschäftsführung des Unternehmens ist das ein vorerst letzter Schritt in einer ganzen Reihe von Neu- und Umstrukturierungen, die in den vergangenen Jahren vor allem hinter den Kulissen stattgefunden haben.

Nun wird die Veränderung nach außen sichtbar: Die komplette Haushaltswarenabteilung samt der Großgeräte wird aufgelöst. Rund 400 bis 500 Quadratmeter nimmt die Haushaltsabteilung bisher im Erdgeschoss des Unternehmens ein. Platz, der nun neu genutzt werden soll.

Abverkauf ist rasend schnell angelaufen

Der Abverkauf hat begonnen. „Das ging rasend schnell“, sagt Christoph Betting. Zunächst wurden Stammkunden informiert, seit Donnerstag läuft auch offiziell der Ausverkauf. Schon jetzt gebe es keinen Bestand mehr am Lager: „Wir haben nur noch die Reste, die in den Regalen stehen“, erklärt er. Die hohe Nachfrage wundert ihn nicht. Auch so habe die „Weiße Ware“ immer gute Umsätze gemacht. Viele Stammkunden würden deswegen schon seit Jahren immer wieder zu Bettings Mühle kommen. Bei Reklamationen und Reparaturen sollen die sich auch in Zukunft an Bettings Mühle wenden können.

Auch wenn Gartengeräte im Erdgeschoss von Bettings Mühle mehr Platz bekommen: Der Maschinenpark vor der Tür soll auch in Zukunft jeden Tag aufgebaut werden.
Auch wenn Gartengeräte im Erdgeschoss von Bettings Mühle mehr Platz bekommen: Der Maschinenpark vor der Tür soll auch in Zukunft jeden Tag aufgebaut werden. „Das ist ein Markenzeichen von uns“, sagt Christoph Betting lachend. © Stephan Rape © Stephan Rape

Aber wenn doch die Umsätze stimmten, warum fliegen die Haushaltsgeräte aus dem Sortiment? „Wir haben uns im Laden umgeschaut, um zu sehen, was wir kurz- und mittelfristig verbessern können und wie wir unser Profil schärfen können“, erklärt Christoph Betting. 2018 ist er mit seiner Schwester Lucia als fünfte Generation in die Geschäftsführung eingetreten.

Konzentration auf das Kerngeschäft: Garten und Hobby

Und das Kerngeschäft liege eben in Gartengeräten, hochwertigen Gartenmöbeln und dem Hobbybereich Jagd und Angeln. „Die Motoristik muss ins Erdgeschoss“, sagt Christoph Betting. Einerseits um die Arbeit ökonomischer zu machen, andererseits aber auch wegen der Präsentation: „Wir können die Schaufenster und die Flächen dann einfach besser nutzen“, macht er deutlich.

Im Obergeschoss entsteht dadurch mehr Platz. Der soll einerseits für eine Erweiterung der Angelabteilung genutzt werden. Gleichzeitig sollen auch die Gartenmöbel besser präsentiert werden als bisher. „Kunden kommen aus mehreren hundert Kilometern Entfernung, um sich bei uns ihre Garnitur auszusuchen“, sagt Christoph Betting. Das liege auch am teils sehr hochwertigen Angebot: Denn vor allem das hochpreisige Segment ziehe Kunden aus großer Entfernung an. „Das kann auch schon mal fünfstellig werden“, fügt der Geschäftsführer hinzu.

Aber das geht eben auch in die Fläche: „Wir präsentieren bis zu 50 Möbelgruppen“, erklärt Christoph Betting. Ein Angebot, das es eben online nicht gebe.

Haushaltswarenabteilung soll seit Jahren aufgegeben werden

Schon in der Vergangenheit war die Haushaltswarenabteilung bei Betting schwer angezählt: 2015 wollte Senior-Chef Hermann Betting dort eine Rossmann-Filiale ansiedeln. Ein Ratsbeschluss und das Einzelhandelskonzept machten ihm einen Strich durch die Rechnung. „Das Thema ist aber längst abgehakt“, sagt Christoph Betting heute. Er habe keine Zeit, sich darüber noch den Kopf zu zerbrechen.

Mit der Neuorientierung des Geschäfts soll Bettings Mühle dann für die nächsten Jahre sicher aufgestellt sein: Das übrige Sortiment – etwa die umfangreiche Werkzeug- und Eisenwarenabteilung – sollen unangetastet bleiben.

Der Abverkauf soll bis Anfang Oktober abgeschlossen sein. Im Winter – der traditionell ruhigeren Jahreszeit außerhalb der Saison – soll dann die Umgestaltung der Verkaufsfläche beginnen. „Da freuen wir uns richtig drauf, das gibt ein ganz neues, frisches Bild“, verspricht er.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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