BI gegen Atomkraft zeigt mit Demos am Zwischenlager seit 25 Jahren Flagge

mlz25 Jahre Sonntagsspaziergänge

Die Sonntagsspaziergänge am Brennelemente-Zwischenlager sind in Ahaus längst eine Institution. Seit 25 Jahren werden sie organisiert. Vor allem, um den Willen zum Protest wach zu halten.

von Andreas Bäumer

Ahaus

, 15.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dick eingepackte Protestierende setzen Schwarze Fahnen an die Schöppinger Straße. Frisch angestrichene gelbe Kreuze stehen schon dort. Die Volxküche verteilt Kaffee, Tee und Kuchen. Plakate gegen Atommüll-Transporte aus Gronau nach Russland und die Verlängerung der Zwischenlagerlaufzeit flattern im kalten Wind am BZA – die Bürgerinitiative gegen Atommüll in Ahaus hat am Wochenende zum Sonntagsspaziergang eingeladen.

Diesmal feiern rund 60 Protestierende am Brennelemente-Zwischenlager den 25. Jahrestag dieser Spaziergänge in Ahaus. Eine Gelegenheit für Erinnerung und Ausblick.

Politiker holen Atomkraft aus der Klamottenkiste

Felix Ruwe und Hartmut Liebermann von der BI Ahaus sprechen die aktuellen Probleme an: Manche Politiker wollen angesichts des Klimawandels die Kernkraft aus der Klamottenkiste holen, auch CDU-Europaabgeordnete wie Markus Pieper. Und immer noch hat Deutschland kein Endlager für den Atommüll.

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Für die Lagerung von schwach- und mittel-radioaktiven Müll in der einen Hälfte des Ahauser Zwischenlagers ist eine Verlängerung bis 2057 angedacht. Transporte mit hochangereichertem Uran, wie es auch in Atombomben zu finden ist, sollen vom Forschungsreaktor Garching hierher gebracht werden. Hartmut Liebermann geht davon aus, dass auch Müll aus dem Forschungsreaktor Jülich bald nach Ahaus geschafft wird.

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Sonntagsspaziergänge führen seit 25 Jahren den Anti-Atom-Protest zum BZA

Auf 25 Jahre Sonntagsspaziergänge haben am Sonntag die Initiativen der Anti-Atomkraft-Bewegung zurückgeblickt. Rund 60 Demonstranten hielten vor den Toren des Brennelementezwischenlagers in Ahaus ihre Transparente hoch. "Wichtig ist, dass die Bereitschaft zum Protest wach gehalten wird", erklärte der langjährige BI-Vorsitzende Heiner Möllers.
15.12.2019
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Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer
Rund 60 Demonstranten haben am Sonntag ihren Protest gegen die Atommülllagerung vor die Tore des BZA getragen. Diese Form der Demonstrationen gibt es nun schon seit 25 Jahren.© Andreas Bäumer

Liebermann und Matthias Eickhoff aus Münster blickten auch auf die Geschichte zurück. Eickhoff erinnerte an die ersten hiesigen Sonntagsspaziergänge im Jahr 1994. Damals wurde wöchentlich Atommüll aus Hamm-Uentrop nach Ahaus geliefert.

Die ersten Spaziergänge organisierten Gruppen unter anderem aus Gronau und Münster. Die Ahauser BI, die es nun schon mehr als 40 Jahre gibt, stieg dann ein und die Sonntagspaziergänge wurden zur monatlichen Instititution.

Der feste Kern der Demonstranten ist immer dabei

Manchmal waren es nur dutzende Demonstranten, manchmal Tausende. Meist sind neben den Ahausern einige Gronauer dabei, die sich dort gegen die Urananreicherungsanlage organisiert haben, ein paar Münsteraner und einige Protestierende aus Lingen, wo ein Atomkraftwerk und eine Brennelementefabrik Gegenstand des Protests ist. Auch zum Jubiläum waren sie da und sprachen Grußworte. Frauen der örtlichen KFD protestieren seit 2004 regelmäßig mit und waren auch da. Eickhoff nennt die Spaziergänge „den Rückgrat des Protests.“ Sie sind auch Gelegenheiten zum Austausch unter den Gruppen.

Beides war zum Beispiel vor den großen Protesten gegen den Castorbehälter-Transport im Jahr 1998 zu beobachten, wie Liebermann, selbst Urgestein der BI Ahaus, berichtete. Schon 1997 wuchs die Teilnehmerzahl der Sonntagsspaziergänge an. Bei den sogenannten Schienenaktionstagen in dem Jahr waren es 1000 bis 1500 Protestierende.

Großdemos bringen tausende Aktivisten nach Ahaus

Als dann die Castorbehälter anrollten, hatte sich der Protest herumgesprochen. So war die Volxküche aus Lüchow-Dannenberg in einem Unimog samt Bauwagen in Schrittgeschwindigkeit hergefahren und Tausende Protestierende wesentlich schneller.

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Zu Großdemos wurden die Sonntagsspaziergänge auch 2005, als Atommüll aus dem Forschungsreaktor Dresden-Rossendorf kam und 2010, als die Uranmüll-Transporte aus Gronau nach Russland begannen. Aber auch in diesem Jahr, am ersten Sonntag im März, trafen sich 1400 Protestierende mit und ohne Trecker am Rathausplatz, um gegen mögliche Transporte aus den Forschungsreaktoren Garching und Jülich zu protestieren.

Bereitschaft zum Protest aufrecht erhalten

Heiner Möllers, seit zwölf Jahren Vorsitzender der BI, sagt: „Wenn Atommüll-Transporte anstehen, kommen mehr zu den Sonntagsspaziergängen, auch viele Ahauser. Sonst sind es oft 30 bis 70 Leute.“ Dennoch, auch wenn die Teilnehmerzahlen oft überschaubar sind: Er findet es wichtig, dass so die Bereitschaft zum Protest aufrecht erhalten wird, denn für ihn sind die grundlegenden Probleme nicht gelöst: „Der Atomausstieg war nie zufriedenstellend und was den Atommüll angeht, liegt vieles im Argen.“

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