Bitte lächeln!

Ahaus Da muss der Kunstbetrachter schon blinzeln, wenn die 26 Leuchtstoffröhren der Gartenbank hell aufflackern. Und vom Blinzeln ist es ja nicht mehr weit bis zum Augenzwinkern. Komische Künste sind gestern wieder ins Ahauser Schloss eingezogen.

12.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Gartenbank des belgischen Künstlers Lok van Soom mit dem Titel "Usage externe" ist nur ein leuchtendes Beispiel aus dem zweiten Teil der Ausstellungsreihe "Letzte Lockerung", die der Kunstverein ArtHAUS am morgigen Freitag eröffnet. Und weil die Ausstellung dem Humor in der Kunst nachspürt, wird morgen Fanny Müller (Foto), die bereits zu "Deutschlands komischster Autorin" gekürt wurde, literarisch auf die Kunstschau einstimmen. Neben van Soom stellen Ekkehard Neumann, Robin Page, Paul Hajenius, Stephanie Pech, Klaus Tesching und Hubert Schelle ihre Werke aus. Auch wenn sie das Komische eint, so ist der künstlerische Bogen doch weit gespannt: von der hintergründig ironischen Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte - wie zum Beispiel Hajenius' Duchamps-Re-Cycle - über Pechs schwarzhumoriges Heringsbild bis hin zu Teschings Witzezeichnungen und Comicfiguren. Ekkehard Neumann aus Münster stellt erstmals "Hobbyarbeiten" vor. "Tagsüber mache ich ernsthafte schwere Kunst aus Stein und Stahl. Und nach Feierabend mache ich lustige Sachen - so wie andere mit der Eisenbahn spielen." Seine Guckkästen offenbaren als Miniaturwelt Kunstgeheimnisse, nach denen sich Kunstfreunde nie zu fragen trauten. Ausstellungsmacher Ulrich Ludewig zitiert an dieser Stelle gerne und augenzwinkernd Martin Kippenberger, den Großmeister der m odernen Künstlerkomik: "Wenn Kunst nicht auch Quatsch ist, kannst du sie gleich vergessen." gro

Ausstellungseröffnung mit Fanny Müller: Fr, 14. 9., 20 Uhr im Schloss Ahaus.

Öffnungszeiten bis zum 14. Oktober: Mo bis Fr 9-16 Uhr, Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr.

www.kunsterverein-arthaus.de

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