In der Nacht zu Sonntag brannte die Teststation in Ottenstein. Den Schaden schätzt Betreiber André Hörst auf 12.000 Euro. © Nils Dietrich
Ahaus und Gronau

Brennende Corona-Teststellen: Spuren deuten auf Serientäter hin

Ahaus und Gronau: Am Sonntag brannten gleich zwei Corona-Teststellen in der Region – und das nicht zum ersten Mal. Hinter der Brandserie stecken möglicherweise dieselben Täter.

Wer mit dem Auto von Ottenstein nach Epe fahren möchte, braucht dafür vielleicht 20 Minuten. Mitten in der Nacht ist die 18 Kilometer lange Strecke schneller zu schaffen. Möglicherweise waren hier am Sonntagmorgen ein oder mehrere Brandstifter unterwegs.

In Ahaus meldete ein Zeuge den Brand an der Teststelle am Sportplatz in Ottenstein. Da war es 2.35 Uhr. Nicht einmal drei Stunden später, der Brand in Ahaus war längst gelöscht, ging der Alarm in Gronau-Epe los. Hier meldete ein Zeuge um 5.15 Uhr einen Brand an der Teststation an der Ahauser Straße.

Gibt es einen Zusammenhang wischen den Bränden?

Zwei Brände in einer Nacht, nicht weit voneinander entfernt, beide Male steht eine Corona-Schnellteststation in Flammen. Und beide brennen nicht zum ersten Mal. Zufall?

Die Polizei gibt sich auf Anfrage zurückhaltend: „Wir prüfen, ob es einen Zusammenhang geben könnte“, sagte Antonia Linnemann von der Polizei Münster der Redaktion. Die Münsteraner sind mit im Boot, weil der Staatsschutz ermittelt – und das tut er in Fällen, in denen politische Motive „nicht auszuschließen sind“.

Das ist offenbar der Fall, wenn in Zeiten von wachsendem Widerstand gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung kurz hintereinander zwei Teststationen in relativer Nähe zueinander brennen.

Möglicherweise die gleichen Täter

An dem Testzelt in Gronau fanden Polizisten zudem die Schriftzüge „LA LIBERTAD“ (spanisch: die Freiheit) und „Stop oder Tod“ vor. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Brand und der Sachbeschädigung durch Graffiti gibt, sei bislang unklar, teilte die Polizei mit. In Ottenstein gab es dieses Mal keine Schmierereien.

Das aber war nicht immer so: Der Schriftzug „Stop oder Tod“ fand sich auch bei einer der vergangenen Brandstiftungen bei der Teststation in Ottenstein. Für Betreiber André Hörst ist die Sache klar: „Ich gehe davon aus, dass das dieselben waren wie in Gronau-Epe“, sagte er am Sonntag.

Andre Hörst, Betreiber der Teststation in Ottenstein, ist fassungslos. Schon zum dritten Mal hatten Unbekannte es auf die Teststation in Ottenstein abgesehen. Dieses Mal allerdings noch einmal in einer ganz anderen Qualität als bisher.
Andre Hörst, Betreiber der Teststation in Ottenstein, ist fassungslos. Schon zum dritten Mal hatten Unbekannte es auf die Teststation in Ottenstein abgesehen. Dieses Mal allerdings noch einmal in einer ganz anderen Qualität als bisher. © Stephan Rape © Stephan Rape

Die Polizei gab sich an dieser Stelle – verständlicherweise – zurückhaltend. Die Faktenlage legt einen Zusammenhang zumindest nahe.

Bislang keine heiße Spur

Fest steht hingegen: Die politisch motivierte Kriminalität hat sich im Zuge der Corona-Pandemie verändert. Diverse Experten und Innenminister Horst Seehofer warnten unlängst vor einer Radikalisierung der „Querdenker“-Bewegung. Hierunter sind beispielsweise Menschen zu verstehen, die die Existenz des Coronavirus leugnen und die Schutzmaßnahmen rundherum ablehnen. Die Bundesländer zählten im vergangenen Jahr über 3.500 politisch motivierte Straftaten im thematischen Zusammenhang mit Covid-19.

Zeugen, die verdächtige Fahrzeuge oder Personen an den Tatorten zu der Tatzeit gesehen haben, werden gebeten, sich bei der Polizei unter der Rufnummer (0251) 27 50 zu melden.

Ob auch die vorliegenden Brandstiftungen in Gronau und Ahaus in diesem Zusammenhang zu sehen sind, sollen die weiteren Ermittlungen zeigen. Am Sonntagnachmittag kam der Staatsschutz zur Spurensicherung nach Ottenstein. „Wir haben bereits ein paar Hinweise erhalten, aber keine heiße Spur derzeit“, so Polizei-Sprecherin Antonia Linnemann. Den Ermittlern seien keine Tatverdächtigen bekannt.

Das gilt ihren Angaben zufolge auch für die zurückliegenden Brandstiftungen. Zuletzt hatte es Ende September in Ottenstein gebrannt. Auch hier tappt die Polizei noch im Dunkeln.

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