Brücke am Bahnhof wird nicht fertig

Drei Monate Aufschub

Eine gute Neuigkeit vorweg: Die neuen Verzögerungen werden kürzer als die bisherigen. Nur noch drei Monate länger als zuletzt angekündigt sollen die Arbeiten an der Fußgängerüberführung am Ahauser Bahnhof dauern. Aktuelles Ziel: Ende Juni 2016. Das alte, neue Problem: Die Aufzugkabinen fehlen immer noch.

AHAUS

, 03.04.2016, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
In mattem Grau gehalten, spannt sich seit August 2014 die Brücke über die beiden Gleisstränge. Angeblich soll sie Ende Juni fertig werden. Es gibt immer noch Probleme mit den Aufzugkabinen.

In mattem Grau gehalten, spannt sich seit August 2014 die Brücke über die beiden Gleisstränge. Angeblich soll sie Ende Juni fertig werden. Es gibt immer noch Probleme mit den Aufzugkabinen.

Ende März sollte die Sanierung des Ahauser Bahnhofs eigentlich endgültig abgeschlossen sein. Das hatte die Deutsche Bahn zumindest im vergangenen November so angekündigt. Doch dem geneigten Bahnfahrer fällt auf: Der März ist vorbei und an der Fußgängerüberführung hat sich seit vergangenem August eigentlich nichts mehr getan. Metallplanken schließen die Lücken, in denen eigentlich die Aufzugkabinen für Barrierefreiheit auf beiden Gleisen sorgen sollten.

Knappe Antworten

Eine Nachfrage beantwortet die nordrhein-westfälische Pressestelle der Deutschen Bahn gewohnt knapp, aber nebulös: „Die ausführende Firma musste Nachbesserungen in Bezug auf die Planungen vornehmen“, heißt es von der Sprecherin der Bahn. Eine genauere Begründung oder nur den Namen des offenbar säumigen Unternehmens nennt sie nicht. Die neue Zeitplanung sieht – Stand Anfang April – so aus: Ende April sollen die Schachtgerüste auf den beiden Bahnsteigen montiert werden. Ab Mai soll die Installation der Maschinentechnik folgen. Die Gesamtinbetriebnahme ist nun für Ende Juni 2016 angesetzt, heißt es von der Sprecherin.

Damit wird die Fertigstellung des architektonisch überschaubaren Projekts „Ahauser Bahnhof“ zum siebten Mal verschoben: Als die Arbeiten im November 2011 in Ahaus vorgestellt wurden, hieß es noch, man werde 2014 fertig. Als fast zwei Jahre später im Juli 2013 die Arbeiten mit dem Abriss des Daches auf Bahnsteig 2 beginnen, liegt die Fertigstellung im Jahr 2015. Seitdem verschiebt sie sich langsam aber sicher immer wieder weiter nach hinten.

Keine Barrierefreiheit

Die Brücke über die beiden Gleise steht nun seit Mitte 2014. Nur die Aufzüge fehlen. Acht Monate vergehen, bis sie geöffnet wird. Im August 2015 wird dann auch endlich die alte Unterführung geschlossen. Der Ahauser Bahnhof ist ohne die Aufzüge nach wie vor nicht barrierefrei. Auch die Abstände zwischen Waggons und Bahnsteig sind zu groß für echte Barrierefreiheit. „Baulich nicht zu ändern“, heißt es lapidar von der Bahn.

Und dann war da ja auch noch der Fahrplan am Ahauser Bahnhof. Für wie viele Züge ist die aufwendige neue Überführung doch gleich gebaut worden? Richtig: Für den einen Zug morgens um 7.24 Uhr, der auf Gleis 2 hält. Für den einen Zug, für den keine andere Taktung und schon gar kein anderer Aufbau der Bahnsteige möglich war.

Die komplette Sanierung des Ahauser Bahnhofs ist mit 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Mittel stammen aus der Modernisierungsoffensive 2. Einem Programm von Deutscher Bahn, Bund und Land, mit dem 108 Bahnhöfe in NRW saniert werden sollen. Die Summe für den Ahauser Bahnhof wird von diesen Partnern gemeinsam getragen. Ob die Verzögerung bei der Fertigstellung auch die Gesamtkosten verändert, kommentierte die Bahn nicht.

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