Brutale Schlägerei unter Schlachtern

Gefährliche Körperverletzung

Was als Grillabend unter Kollegen begann, endete im vergangenen Februar für einen Beteiligten damals mit schweren Gesichtsverletzungen im Krankenhaus und Dienstag für zwei Angeklagte mit Bewährungsstrafen vor dem Ahauser Amtsgericht.

AHAUS

, 15.02.2017, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aus einem Streit hatte sich damals eine brutale Schlägerei entwickelt: Am Ende war einer der Beteiligten ins Krankenhaus gekommen. Diagnose: gebrochene Nase, gebrochenes Jochbein und gebrochene Augenhöhle, außerdem noch etliche Hämatome.

Alkohol floss reichlich

Über zehn Personen, alle Mitarbeiter des gleichen Subunternehmers des Schlachthofs in Legden, hatten damals in einer Wohnung an der Coesfelder Straße gefeiert und getrunken. Schließlich entstand zwischen zwei Beteiligten ein Streit. Die Polizei wurde gerufen und sorgte erst einmal für Ordnung. Das spätere Opfer - einen 33 Jahre alten Mann aus Legden - schickten die Beamten mit rund einem Promille Alkohol im Blut ins Bett. Die beiden Angeklagten, damals mit rund 1,4 und 1,6 Promille Alkohol unterwegs, wollten den Polizeieinsatz jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Vor Gericht wollten die beiden 30 und 33 Jahre alten Angeklagten aus Ahaus und Legden erst nichts zur Tat sagen. Man wolle sich unter Kollegen wieder vertragen, ließen sie über die Dolmetscherin ausrichten. Erst als der Richter ihnen Strafminderung in Aussicht stellte, falls sie ein Geständnis ablegen würden, räumten sie ein, noch einmal mit dem 33-Jährigen aus Legden Streit gehabt zu haben. Schwere Schläge oder gar Tritte hätten sie jedoch nicht ausgeteilt.

Schläge und Tritte

Davon war der Richter aber nicht zu überzeugen. Die Aussagen des Geschädigten sowie eines Polizisten, der damals vor Ort war, reichten ihm. Er sah es als erwiesen an, dass die beiden Angeklagten in den Schlafraum des Opfers gegangen waren, um ihn dort wegen der vorher gerufenen Polizei zur Rede zu stellen. Der Streit brach erneut aus: Die beiden Angeklagten schlugen und traten dem 33-Jährigen ins Gesicht. Als er sich unter dem Bett versteckte, um zumindest seinen Kopf zu schützen, traten sie weiter auf ihn ein - in die Rippen.

Fazit: gefährliche, gemeinschaftliche Körperverletzung. Die Täter nickten nur. Die Staatsanwältin hatte neun Monate Haft auf Bewährung gefordert. Der Richter beließ es bei sieben Monaten auf Bewährung. Dazu müssen beide Täter 1500 Euro Bußgeld zahlen.

Lesen Sie jetzt