Bülten-Betreiber hofft auf eine Öffnung der Disko zum Ende des Jahres

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Die Disko Bülten in Ottenstein bleibt vorerst geschlossen. Betreiber Markus ven der Buss kritisiert die Bedingungen für Kneipenöffnungen und hofft auf einen eingeschränkten Diskobetrieb.

Ahaus

, 15.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Samstagabend: Zeit zum Party machen! Eigentlich... Aber in Zeiten von Corona sind immer noch viele Kneipen und vor allem Diskotheken geschlossen. Einen Plan, wann letztere wieder öffnen dürfen, gibt es noch nicht.

Für Markus ven der Buss, Betreiber der Disko Bülten in Ottenstein, ist das eine schwierige Situation. Er wünscht sich eine schrittweise Öffnung und eine teilweise Steuerrückzahlung, versteht aber auch, dass in der aktuellen Situation selbst die Politik nicht genau weiß, wie es mit dem Diskobetrieb weiter gehen kann.

Noch keine Existenzängste

„Ich befürchte schon, dass wir das ganze Jahr nicht mehr aufmachen können“, sagt er am Freitag im Gespräch mit der Redaktion. Existenzängste habe er aber noch keine. Anfang April gab es eine Soforthilfezahlung und die letzten sechs Wochen hätte der Betrieb wegen des Musikzeltfestivals Karpaten so oder so geruht. Trotzdem: An diesem Wochenende hätte der Bülten seine Türen wieder geöffnet.

Die Disco „Big Ben“ ist die wahrscheinlich älteste aktive Disco Deutschlands. Betreiber Markus ven der Buss (rechts) und sein Vorgänger Dietmar Herbers (links) sind hier auf der Tanzfläche zu sehen. Das Foto entstand im Rahmen einer Reihe zur Geschichte der Discothek.

Die Disco „Big Ben“ ist die wahrscheinlich älteste aktive Disco Deutschlands. Betreiber Markus ven der Buss (rechts) und sein Vorgänger Dietmar Herbers (links) sind hier auf der Tanzfläche zu sehen. Das Foto entstand im Rahmen einer Reihe zur Geschichte der Discothek. © Markus Gehring

Laut der neuen Regelungen dürfte Markus ven der Buss das Bistro wieder öffnen und auch Außer-Haus-Bestellungen sind zulässig. „Aber der Imbiss ist nur ein ganz kleiner Teil des Betriebs, den wir nur am Rande bedienen.“

Ein „klares Nein“ wäre wünschenswert gewesen

Der Bülten-Betreiber empfindet die aktuellen Auflagen für die Gastronomie als „eine Frechheit“. Besser gewesen wäre „ein klares Nein zur Wiedereröffnung der Kneipen, weil man unter diesen Bedingungen einfach nicht wirtschaftlich sinnvoll arbeiten kann“, so ven der Buss.

Denn in der Kneipe mit ihren schmalen Gängen und den festen Tischen und Bänken, die nicht anders angeordnet werden können, wäre es schwierig die Hygienestandards einzuhalten. Außerdem kommen normalerweise vorrangig Stammtische und Gruppen, die aus mehreren Haushalten bestehen. Das ist aktuell aber nicht erlaubt.

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Eine Alternative wie eine Autodisko kommt für den Bülten-Betreiber nicht infrage. „Die Idee ist klasse für alle, die die Möglichkeit dazu haben, aber in unserem Umfeld ist das nicht denkbar.“

Lösungen wären Steuerrückzahlung und Mehrwertsteuersenkung

Markus ven der Buss hat allerdings Vorschläge, um die aktuelle Situation zu entschärfen. „Eine Lösung wäre zum Beispiel, dass wir zwölf Prozent der gezahlten Steuern der letzten drei Jahre zurückerstattet bekommen.“

Er würde sich auch wünschen, dass die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie, die ab dem 1. Juli für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent gesenkt wird, auch für Getränke gilt. „Die Schankbetriebe leiden schließlich im Moment am meisten, weil sie am längsten warten müssen.“

Hoffen auf schrittweise Öffnung

Aktuell könne ven der Buss den Kneipenbetrieb besser ruhen lassen – aus wirtschaftlicher Sicht und um dabei zu helfen, das Virus weiter einzudämmen. Er hofft aber, dass er bald stufenweise wieder öffnen kann und so zumindest im letzen Quartal des Jahres der Betrieb eingeschränkt wieder läuft: Zuerst die Kneipe, in der dann pro Tisch Mitglieder aus bis zu fünf Haushalten sitzen dürfen. So könnten die Stammtische wieder kommen.

Danach könnte die Disko, erst mit 100, dann mit 150 Gästen wieder öffnen. Eventuell müssten dafür vorher Tickets gebucht werden, um Warteschlangen zu vermeiden.

Am Montag sind die Ahauser Gastronomen zu einem Gespräch bei der Bürgermeisterin eingeladen. Für Markus ven der Buss ein Hoffnungsschimmer. „Vielleicht hat die Bürgermeisterin eine Idee, wie es schrittweise weiter gehen kann.“

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