Protest gegen Atommüll

Bürgerinitiative befürchtet, dass Ahaus „Jahrhundertlager für Atommüll“ wird

Wird Ahaus zum Jahrhundertlager für Atommüll? Diese Befürchtung äußerten Redner auf der von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ veranstalteten Protetstkundgebung.
Trotz des heißen Wetters nahmen am Sonntag Interessierte an der Protestkundgebung der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" teil. © Privat

Dass Ahaus ein „Jahrhundertlager für Atommüll“ werde, für diese Befürchtung gebe es mehrere Hinweise, sagte BI-Sprecher Felix Ruwe. Die gerade erteilte Verlängerung der Genehmigung zur Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Müll bis 2057 sei dabei nur der Anfang: Die Annahme, dass bis 2057 der gesamte Müll dieser Art im Schacht Konrad endgelagert werde, sei reines Wunschdenken.

Selbst wenn dieses Endlager bis dahin gefüllt sei, könne es nur etwa die Hälfte des in Deutschland anfallenden Mülls dieser Art aufnehmen.

Als noch gravierender sieht die BI die Verlautbarungen der Betreibergesellschaft BGZ an, wonach man auch an einer Verlängerung der Zwischenlagerfristen für hochradioaktiven Müll über die genehmigten 40 Jahre hinaus arbeite.

Begründet werde dies damit, dass ein Endlager für hochradioaktiven Müll erst ab den 50er-Jahren dieses Jahrhunderts zur Verfügung stehe. Ahaus werde damit zu einem Dauerlager, mindestens bis zum Ende des Jahrhunderts.

„Vor dieser Entwicklung haben wir seit Jahrzehnten gewarnt, die Mehrheit des Ahauser Stadtrates wollte sie allerdings nicht wahrhaben“, so Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative. „Wir begrüßen es sehr, dass in letzter Zeit ein Umdenken stattgefunden hat – hoffentlich nicht zu spät.“

Die BI hofft, dass der Rat deshalb in seiner kommenden Sitzung beschließen wird, das Anklageverfahren gegen die jetzt erfolgte Genehmigung der Bezirksregierung auf jeden Fall durchzuziehen.

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