Bürgermeisterwahl 2020 in Ahaus: Erst eine Kandidatin steht fest

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Am 13. September 2020 werden in NRW die Bürgermeister in den Kommunen gewählt. Wir haben bei der Ahauser Amtsinhaberin Karola Voß und den Parteien in Sachen Kandidatur nachgefragt.

Ahaus

, 08.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Rennen um das Amt des Bürgermeisters für die nächste Legislaturperiode ist eröffnet. Amtsinhaberin Karola Voß (56) wird sich bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 erneut dem Votum der Wähler stellen. Das erklärte sie auf Anfrage unserer Redaktion.

„Für mich steht fest, dass ich im nächsten Jahr erneut für das Amt der Bürgermeisterin kandidieren werde“, erklärte Karola Voß. „Und zwar sehr gerne.“ Mehr sagte Voß noch nicht dazu und bat um Verständnis: „Von meiner Seite her möchte ich das Thema zum jetzigen Zeitpunkt nicht in den Vordergrund stellen.“

Karola Voß hatte sich als parteilose Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl 2015 in der Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Christoph Almering durchgesetzt.

Stichwahl

Voß holte damals im zweiten Wahlgang 67,6 Prozent der Stimmen und alle 26 Ahauser Stimmbezirke. Almering kam auf 32,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,1 Prozent.

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„Wir haben uns nach der Kommunalwahl neu sortieren müssen“, sagte Dr. Michael Räckers, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes im Gespräch mit unserer Redaktion.

Klar sei für die CDU Ahaus: „Wir werden zur Kommunalwahl 2020 mit einem Bürgermeister-Kandidaten oder einer Bürgermeister-Kandidatin antreten.“ Das sei parteiintern geklärt, mit dem Vorstand besprochen und auch entschieden.

CDU: Ergebnisoffene Suche

Wer für die CDU gegen Bürgermeisterin Karola Voß antreten wird, das sei noch ein Entscheidungsprozess, erklärte Michael Räckers. Die CDU werde dazu „ergebnisoffen auf die Suche gehen“.

Möglich sei ein Kandidat aus den Reihen der CDU Ahaus, also ein Eigengewächs, möglich sei auch ein Kandidat, der beim Blick über den Tellerrand von der CDU gesehen werde.

Eine öffentliche Ausschreibung, in der per Annonce ein Bürgermeister-Kandidat gesucht werde, schloss der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes aus. „Wir werden uns bei der Suche nach einem geeigneten Bewerber nicht auf den Marktplatz stellen.“

Vermutlich um den Jahreswechsel werde die CDU ihren Kandidaten/ihre Kandidatin vorstellen, sagte Räckers.

SPD: Verschiedene Denkansätze

Auch bei der Ahauser SPD gibt es verschiedene Denkansätze. Das sagte Dietmar Brüning, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.

Brüning verwies darauf, dass es bei der Kommunalwahl 2020 voraussichtlich keine Stichwahlen mehr für Bürgermeister gebe. Die entsprechende Änderung des Wahlrechts hatte der Landtag im April mit den Stimmen von CDU und FDP beschlossen.

Das würde bedeuten, dass bei der Bürgermeisterwahl eine relative Mehrheit ausreicht, um ins Amt gewählt zu werden. Die SPD und die Grünen hatten dagegen Normenkontrollklage beim Verfassungsgericht in Münster eingereicht.

Bei der Kommunalwahl 2015 war Jürgen Schmeier, der gemeinsame Kandidat von SPD, UWG, Grünen und WGW im ersten Wahlgang auf 13,2 Prozent der Stimmen gekommen.

„Wir werden überlegen, ob es Sinn macht, mit einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufzuwarten“, erklärte Dietmar Brüning auf Anfrage. Auf eine entsprechende Vorstandssitzung folge eine Mitgliederversammlung. „Dann könnte es etwas klarer werden.“ Ab Januar werde es auch darum gehen, die Wahlkreise zur Kommunalwahl zu besetzen.

UWG: Mit Karola Voß „ganz zufrieden“

„Ich glaube nicht, dass wir einen eigenen Kandidaten aufstellen“, sagte der UWG-Fraktionsvorsitzende Felix Ruwe. Die Unabhängige Wählergruppe sei „ganz zufrieden“ mit der Arbeit von Amtsinhaberin Karola Voß, erklärte Ruwe. Ende des Jahres will die UWG festmachen, wer in welchen Wahlbezirken zur Kommunalwahl antreten wird.

Grüne: Vorbereitung nach den Herbstferien

„Wir haben vereinbart, nach den Herbstferien die Kommunalwahl vorzubereiten“, berichtete Dietmar Eisele, Ortsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Ahaus.

Dabei gehe es nicht nur um die Bürgermeisterwahl, sondern auch um die Wahl des Rates. Bei einer Mitgliederversammlung im November sollen die Weichen dafür gestellt werden. „Dann wird klar sein, in welche Richtung es geht“, sagte Eisele, auch in Sachen Bürgermeisterwahl.

FDP: In der „Findungsphase“

Ebenfalls noch in der „Findungsphase“ ist die FDP in Ahaus. In Sachen Bürgermeister-Kandidatur würden die Liberalen zuerst in den eigenen Reihen schauen, erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Reinhard Horst. „Es hat sich aber noch keine Person konkret geäußert.“

Die Frage, ob die Liberalen einen eigenen Kandidaten aufstellen oder eventuell einen anderen Kandidaten unterstützen, werde in entsprechenden Versammlungen entschieden. Mit einem Ergebnis sei im ersten Quartal 2020 zu rechnen. In den nächsten Monaten gelte es zudem, die Wahlbezirke mit Kandidaten zu besetzen.

Reinhard Horst war zwei Mal Bürgermeister-Kandidat in Ahaus. Bei der Wahl 2015 kam er auf 1,2 Prozent der Stimmen. „Eine Bürgermeister-Kandidatur kostet viel Zeit, Geld und es braucht Rückendeckung aus der eigenen Partei“, sagte er im Rückblick.

Dass nicht ganz ein Jahr vor der Kommunalwahl noch kein Kandidat bekannt sei, müsse für den Bewerber kein Nachteil sein. Reinhard Horst: „Man darf den Wahlkampf nicht zu lange gestalten, es geht am Ende auch an die Substanz.“

Für die WGW (Wählergemeinschaft Wüllen unser Dorf) erklärte Norbert Frankemölle am Abend, dass die Gruppe ganz sicher keinen eigenen Kandidaten aufstellen werde. „Wir sind mit der Arbeit von Karola Voß sehr gut zufrieden“, sagte er.

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