In Ahaus war ein Wahllokal in der Josefschule eingerichtet. Dort kam die AfD auf 9,38 Prozent der Stimmen. © Anne Winter-Weckenbrock
Bundestagswahl

Bundestagswahl: In diesen Wahlbezirken bekam die AfD die meisten Stimmen

Wo ist die AfD besonders stark, wo besonders schwach? Wo hat die CDU die meisten Stimmen verloren? Und wo haben Grüne und SPD am meisten gewonnen? Die Daten liefern Antworten.

229 Wahlbezirke gibt es im Wahlkreis Borken II, 214 Wahlbezirke sind es im Wahlkreis Steinfurt I – Borken I. Im Endergebnis hat in beiden Wahlkreisen die CDU gesiegt, obwohl sie viele Stimmen verloren hat. In den einzelnen Wahlbezirken gibt es aber zum Teil drastische Unterschiede. In den Tabellen und Grafiken ist gut zu erkennen, in welchen Wohnsiedlungen die AfD weit vorne liegt oder in welchem Dorf die CDU noch immer eine Hochburg hat.

Ein Beispiel ist das Wahllokal im Kulturquadrat/VHS in Ahaus (Wahlbezirk 6). Dort haben die Menschen gewählt, die in den Siedlungen zwischen Wessumer Straße und Adenauerring wohnen. 12,5 Prozent hat die AfD hier bei den Zweitstimmen geholt. Bei den Erststimmen konnte AfD-Kandidat Torsten Etgeton (12,65 Prozent) hier sogar mehr Wähler überzeugen als Alexandra Schoo von den Grünen (12,24 Prozent).

Auch in Südlohn gibt es einen Wahlbezirk, in dem die AfD überdurchschnittlich viele Stimmen bekommen hat. Im Wahlbezirk 5, in dem die Menschen in der Jakobi-Halle gewählt haben, kommt AfD-Kandidat Dr. Michael Espendiller auf 11,02 Prozent und landet damit vor Bernhard Lammersmann von den Grünen (10,74 Prozent).

Auf der anderen Seite dieser Liste steht Zwillbrock. Dort haben gerade einmal 0,95 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der AfD gemacht. Insgesamt kommt die AfD übrigens im Wahlkreis Borken II nur auf 4,9 Prozent, im Wahlkreis Steinfurt I – Borken I auf 5,4 Prozent.

Starke lokale Abweichungen in den Ergebnissen

Auch bei den anderen Parteien gibt es starke lokale Abweichungen nach oben und unten. In Heek zum Beispiel holt Jens Spahn (CDU) im Wahlbezirk 6 die meisten Stimmen: stolze 69,44 Prozent. Im Wahlbezirk eins aber bleibt er mit 47,98 Prozent sogar unter der 50-Prozent-Marke. Denn dort holt Sarah Lahrkamp (SPD) mit 30,71 Prozent ihre stärkstes Ergebnis, wobei sie wiederum im Wahbezirk 6 nur 10,65 Prozent bekommt.

Solche Phänomene lassen sich in allen Orten finden. Die Menschen in einer Kommune sind also längst nicht immer derselben Meinung. Ein Trend aber zeigt sich überall: Die CDU hat massiv an Stimmen verloren. Am größten ist der Verlust in Südlohn. Minus 12,7 Prozentpunkte für die CDU stehen hier im Endergebnis.

SPD und Grüne sind überall die klaren Gewinner

Gewonnen haben überall die SPD und die Grünen. Am besten lief es für die Grünen in Stadtlohn: plus 7,3 Prozentpunkte im Vergleich zur Bundestagswahl 2017. Die SPD konnte vor allem in Südlohn Stimmen gewinnen. Sie erreichte hier in diesem Jahr 7,7 Prozentpunkte mehr als noch 2017. FDP, Linke und AfD blieben in allen Orten auf demselben Niveau wie vor vier Jahren.

Die Wahlbeteiligung liegt in allen sechs Orten im Verbreitungsgebiet der Münsterland Zeitung über 80 Prozent.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer

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