Casting im Schlosspark ganz ohne Kamera

Sportfischer Ahaus

Die Rute peitscht das kleine Gewicht an der Angelschnur surrend durch die Luft. Schließlich schlägt das Kunststoffteil klackernd auf seinem Ziel, einer gelben Holzscheibe, auf. „Zählt dat?“ – „Fünf Punkte!“ – „Jawoll!“

AHAUS

von Von Anna-Lena Haget

, 01.04.2011, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Gruppe nach dem »Casting« vor der Schlössgräfte (v. l.): Trainer Heinz Bütterhoff, André Bußmann, Chris Wittebrook, Jonas Flögel und Lukas Tenbrink.

Die Gruppe nach dem »Casting« vor der Schlössgräfte (v. l.): Trainer Heinz Bütterhoff, André Bußmann, Chris Wittebrook, Jonas Flögel und Lukas Tenbrink.

Immer wieder bleiben Menschen stehen und schauen verwundert den Jungen zu, die im Schlosspark ihre Angeln auswerfen – auf dem Rasen. Was die Jugendlichen dort tun, nennt sich „Casting“. Diese Sportart, die ihren Ursprung im Angeln hat, hat nichts mit Fernsehshows á la „Deutschland sucht den Superstar“ zu tun. Der englische Begriff „to cast“ heißt eigentlich nichts weiter als „werfen“. Chris Wittebrook, André Bußmann, Jonas Flögel und Lukas Tenbrink sind auf dem Gebiet lokale Pioniere. Die jugendlichen Sportler sind Mitglieder der allerersten Ahauser Castingmannschaft der Sportfischer Ahaus – ein im wahrsten Sinne des Wortes junges Team. „Letztes Jahr haben wir das erst gegründet“, erzählt Jonas Flögel. Jeden Mittwochnachmittag um 18 Uhr trifft sich das Team bei gutem Wetter zum Training. Geübt wird zwei Stunden in verschiedenen Disziplinen. Trainer Heinz Bütterhoff ist stolz auf „seine“ Truppe. „Wenn die sich erst mal eingeworfen haben, hört man nur noch klack, klack, klack“, sagt er. 2010 nahmen die Jugendlichen erstmals an einem Verbandswettbewerb im Gladbecker Stadion teil – mit Erfolg.

Die Sportart, die Koordinationsfähigkeit, Zielgenauigkeit und ein gutes Auge verlangt, sieht für den Laien zunächst aus wie Trockenangeln. Doch es ist weit mehr als das – geübt werden verschiedene Techniken. Da gibt es den Pendelwurf, den Überkopfwurf sowie den linken und rechten Seitwurf. Die Jugendlichen werfen kleine Gewichte, die an ihren Angelruten hängen, auf gelbe Zielscheiben oder ein so genanntes Ardenbergtuch. Dafür gibt es dann bis zu 100 Punkte in zwei Durchgängen. Ein tropfenförmiges Kunststoffgewicht wiegt 7,5 bis 18 Gramm und ist nicht ganz ungefährlich. „Das tut ganz schön weh, wenn man das an den Kopf kriegt“, erklärt der Trainer Bütterhoff. Am 4. September findet in Ahaus ein Jugendwettbewerb des Fischereiverbands NRW statt. Neben Angelkünsten und theoretischem Wissen ist auch Können beim Casting gefragt. Bis dahin bleibt noch Zeit, sich gewissenhaft auf den Sieg vorzubereiten. Neue Mitstreiter sind den Ahauser Sportfischern und der Castingmannschaft immer willkommen.

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