Chance misst 6,6 Hektar

Ahaus Seit mehr als einem Jahrzehnt klafft mitten in der Stadt ein blinder Fleck. Heiner Farwick aber sieht in der Industriebrache an der Parallelstraße etwas anderes: eine 6,6 Hektar große Chance.

29.01.2008, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Chance misst 6,6 Hektar

Dem Stadtplaner und Architekten gelang es, auch den Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Verkehr von seiner städtebaulichen Vision für das Geländes zu überzeugen. Bei einer Enthaltung billigte der Ausschuss den von Farwick vorgelegten Rahmenplan für das Areal, das neben dem Gelände der ehemaligen Jute (Eigentümer: Volksbank Gronau-Ahaus) auch das SvD-Gelände sowie den Bereich der ehemaligen Zündholzfabrik (Eigentümer: Stadt Ahaus) umfasst. Im Gegensatz zu den am Markt gescheiterten Investoren-Konzepten der letzten zehn Jahre setzt der Plan von Heiner Farwick (Foto) auf Kleinteiligkeit und Flexibilität. Am nördlichen Kopf des Plangebietes sowie entlang der Parallelstraße sind dreigeschossige Gebäude für Dienstleistung und Wohnen vorgesehen. Nicht als massiver Riegel wie in früheren Planungen, sondern in kleineren Einheiten, die nach und nach realisiert werden können.

Zur Aa hin sollen "Wohnhöfe" entstehen: Wohnbebauung mit "introvertierten kleinen und grünen Höfen". Vorstellbar, so Farwick, seien Reihenhäuser, Doppelhäuser oder Einzelhäuser: "Die Verdichtung ist variierbar. Weil das Konzept flexibil ist, ist es auch marktnäher." Die renaturierte Aa, die Nähe zur Innenstadt sowie ein baulich gefasster Quartiersplatz geben dem neuen Wohngebiet eine besondere Qualität. Wichtig sei, dass Architekten und Bauherren sich den hohen städtebaulichen Anforderungen stellten. Die Stadt, so Farwick, müsse bei den einzelnen Bauprojekten ein waches Auge hinsichtlich der Maßstäblichkeit, der Proportionen, der Materialwahl haben, um kunterbunte Beliebigkeit zu vermeiden.

Die Überlegungen Farwicks fanden im Ausschuss großen Anklang. Allerdings mischte sich auch Skepsis in die Redebeiträge: Lassen sich die Grundstücke überhaupt vermarkten oder sind sie zu teuer? Ist das Konzept nicht zu "modern" für Ahaus? Am Ende entschied der Ausschuss sich für den Versuch. Bürgermeister Felix Büter zeigte sich zuversichtlich: "Die Rahmenbedingungen sind so gut, dass sich unser Mut lohnen wird." Gleichzeitig mahnte er zu Geduld: "Die Umsetzung wird deutlich mehr als fünf Jahre brauchen." gro

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