Chancen in den technischen Berufen erkennen

Zukunftsprojekt am AHG

Die Zukunft könnte rosig aussehen: mit einer praktischen Ausbildung, die Spaß macht, einem Studium, das parallel dazu Fachwissen vermittelt – und mit der Gewissheit auf eine sichere Arbeitsstelle mit Aufstiegschancen.

AHAUS

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 15.04.2011, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Produktionshalle der Ahauser GEA TDS GmbH sind keine Fotoaufnahmen erlaubt - auf dem Weg der AHG-Schüler dorthin aber schon.

In der Produktionshalle der Ahauser GEA TDS GmbH sind keine Fotoaufnahmen erlaubt - auf dem Weg der AHG-Schüler dorthin aber schon.

Kein Wunschtraum: Was die Neuntklässler des Alexander-Hegius-Gymnasiums da während des dreitägigen Projekts Zukunft hören, sind ganz reale Perspektiven – vorausgesetzt, sie entscheiden sich für einen der technischen Berufe in der Industrie, wie René Sagasser sie ihnen vorstellt. Der stellvertretende Personalleiter des Unternehmens GEA TDS ist einer der Experten aus der Arbeitswelt, der den Jugendlichen während der drei letzten Schultage vor den Ferien Einblicke in die berufliche Praxis gegeben hat.

Informationen, die für viele in der Besuchergruppe neu waren. „Wer keine Familienangehörigen oder Bekannten in einem technischen Beruf hat, dem fehlt oft der Zugang zur Industrie“, weiß Sagasser. Und der Industrie wiederum fehlen die wichtigen Fachleute: Allein im Februar suchte die deutsche Wirtschaft vergeblich 117 000 Akademiker in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), führt die Statistik aus – eine Erfahrung, die der GEA-Vizepersonalleiter regelmäßig macht: „Erst am vergangenen Wochenende habe ich eine Stellenanzeige in Hamburg geschaltet, weil wir für unser Werk in Büchen einen Elektroingenieur suchen.“ Gemeldet habe sich lediglich ein Interessent. Die Chance, die der MINT-Sektor verheißt, waren bislang nur wenigen der Neuntklässler bewusst. „Deshalb veranstalten wir auch dieses Zukunftsprojekt“, berichtet Lehrer Nils Pakeiser, der die 14- und 15-Jährigen zu der Ahauser GEA-Niederlassung mit rund 100 von insgesamt 340 Mitarbeitern begleitet. Nicht alle Schüler hätten sich freiwillig für diese Exkursion gemeldet, berichtet der Pädagoge schmunzelnd. „Da mussten wir gelegentlich etwas nachhelfen.“ Aber genau darum ginge es ja: „Neue Perspektiven entwickeln, anstatt an dem festzuhalten, was man schon kennt“, so Pakeiser.

An dem ersten der drei Projekttage waren Vertreter der Arbeitsagentur, verschiedener Hochschulen und Arbeitnehmerverbände zu Gast im AHG gewesen und stellten die Möglichkeiten der künftigen Abiturienten vor. Am zweiten Tag ging es in die Praxis – zu GEA und zu anderen Betrieben, aber auch ins Krankenhaus. Am dritten Tag tauschten die Schüler Erfahrungen aus.

Lesen Sie jetzt