In der Corona-Teststation am Oldenkottplatz herrschte in der vergangenen Woche zeitweise Hochbetrieb. © Nils Dietrich
Coronavirus

Corona auf dem Vormarsch – es wird wieder voller in den Testzentren

Urlaub, Kino, Schwimmbad – alles nur mit Impfung oder einem negativen Corona-Test möglich. Das bekommen die verbliebenen Testzentren derzeit deutlich zu spüren.

Es gab Zeiten, da schossen Corona-Schnelltestzentren wie Pilze aus dem Boden. Das ist vorbei. Die Entwicklung geht inzwischen in die umgekehrte Richtung. Immer mehr Teststellen haben wegen der mangelnden Nachfrage geschlossen. Zuletzt hatten immer weniger Ahauser die kostenlosen Angebote in Anspruch genommen – offenbar wegen diverser Lockerungen und gesunkener Infektionszahlen.

Doch nun deutet sich eine Trendwende an: Nicht nur die Regierung verschärft die Corona-Schutzvorschriften. In der vergangenen Kalenderwoche 29 ließen sich 11.447 Ahauser auf das Virus testen, wie aus den Daten des Kreises hervorgeht. Ende Juni (Kalenderwoche 26) zählte die Behörde noch 10.501 Tests. Diese Zahlen liegen immer noch deutlich unter dem Niveau von Ende Mai, als die Zentren 26.319 Tests durchführten.

Keine Termine mehr frei

Immerhin scheint die Sinnhaftigkeit von Tests derzeit wieder verstärkt in das Bewusstsein der Ahauser zu rücken. Im Testzentrum am Oldenkottplatz im Herzen der Stadt klagen die Mitarbeiterinnen derzeit nicht über mangelnde Beschäftigung: „Die letzten zwei, drei Wochen war es extrem“, sagt Mandy Schwarz vom Test-Team. Teilweise seien gar keine Termine mehr frei gewesen.

Sie macht verschiedene Treiber für diese Entwicklung aus: So kommen ihrer Beobachtung nach viele Menschen vor dem Urlaub in die Einrichtung, um sich noch vor der Abfahrt testen zu lassen. „Es sind viele dabei, die ins Kino wollen, aber noch nicht vollständig geimpft sind“, so Mandy Schwarz weiter. Andere wollten ins Schwimmbad.

Nicht zuletzt seien auch vollständig immunisierte Menschen dabei, die auf Nummer sicher gehen wollen. Eine Impfung schützt schließlich nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung – vor allem nicht durch die sich schnell verbreitende Delta-Variante.

Höhere Nachfrage am Wochenende

Ähnliche Beobachtungen macht auch das Team des St. Marien-Krankenhauses. Seit Karfreitag gibt es das Angebot der Schnelltest-Station in Form eines „Drive-In“ auf dem Gelände des Hospitals. Zu Spitzenzeiten ließen sich hier durchschnittlich rund 900 Personen am Tag testen, erklärte Pressesprecher Dirk Terbahl. Im Laufe der letzten Wochen verzeichnete die Klinik Wochenmittel von 150 bis 200 täglichen Testungen.

Aber auch hier sehen die Verantwortlichen eine steigende Tendenz: „Bedingt durch die wieder steigenden Inzidenzzahlen haben auch die Testzahlen wieder zugenommen, so dass der aktuelle Tages-Durchschnitt der vergangenen zwei Wochen bei circa 400 Testungen liegt“, hieß es. Auffällig seien höhere Testzahlen vermehrt von jüngeren Personen an Freitagen und Samstagen – vermutlich vor dem Müßiggang.

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