Was tun im Supermarkt, wenn die Maske vergessen wurde

Corona-Kolumne

Nie ohne Maske aus dem Haus. Das sollte uns in Fleisch und Blut übergehen. Doch es gelingt nicht immer. Wenn man vor dem Supermarkt steht, macht Not aber erfinderisch.

Ahaus

, 03.06.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für jeden Tag eine Maske, auch so kann man sich der Maskenpflicht stellen.

Für jeden Tag eine Maske, auch so kann man sich der Maskenpflicht stellen. © picture alliance/dpa

Ich weiß nicht, wie oft ich noch mal schnell zurück ins Haus gegangen bin, um meine Maske zu holen. So ganz verinnerlicht habe ich die Maskenpflicht noch nicht. Nicht nur mein Unterbewusstsein lehnt es ab, eine Maske vor Nase und Mund zu tragen.

Ich laufe ungern damit herum, kämpfe mit beschlagenen Brillengläsern und bedauere schon nach einer Viertelstunde alle Menschen, die in Supermärkten oder beim Bäcker viele Stunden einen Schutz vor Mund und Nase tragen müssen. Deshalb gehe ich auch nur ungern einkaufen, überlasse das gern dem besten Ehemann von allen und verzichte manchmal lieber auf den Mittagsimbiss, als mal eben schnell für zwei Dinge in einen Laden zu gehen.

Dazu kommt, dass meine Masken abends in den Kochtopf kommen und über Nacht trocknen. Da ist der Vorrat im Auto schnell aufgebraucht. Und deshalb vergesse ich sie gerne, wenn ich dann doch mal zum Bäcker fahre. Nicht nur einmal bin ich wieder umgedreht. Aber nicht nur mir geht das so – ich habe schon viele Szenen in Geschäften beobachtet, mal amüsiert, mal verärgert und verständnislos.

Kein Verständnis für Menschen, die bewusst keine Masken tragen

Denn ich habe nicht nur einmal erlebt, dass Menschen ganz bewusst keine Masken tragen und dies mit Argumenten untermauern, die sich unter dem Stichwort Verschwörungstheorien zusammenfassen lassen. Da muss das Personal durchaus resolut werden.

Viel lieber aber sehe ich mir die Menschen an, die mal eben auf die Schnelle einen Schutz improvisieren. Der Mann, der sich ein Taschentuch vor das Gesicht hielt, kam mit einer Ermahnung der Verkäuferin davon. Schon stabiler war die Variante, bei der eine Frau offensichtlich spontan den Verbandskasten geplündert und sich eine Maske mit Pflaster zusammengeklebt hatte.

Mein Favorit bislang ist der Mann, der kurzerhand die Jute-Einkaufstasche umfunktionierte und sich die Henkel auf abenteuerliche Weise um Ohren und Kopf wickelte. Aber immerhin: Er bekam seine Brötchen, wenn auch mit spöttischen Bemerkungen garniert.