Corona-Krise: Benefizkonzert für den Attic Musicclub am Ahauser Sportplatz

mlzEintracht Ahaus

Harry Richter und Eintracht Ahaus haben ein Benefizkonzert für den Attic Musicclub organisiert. 200 Karten wurden schon verkauft. Und das, obwohl weder Termin noch andere Details feststehen.

Ahaus

, 12.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Datum? Unbekannt. Details? Ebenfalls. Und trotzdem haben sich innerhalb kürzester Zeit knapp 200 Menschen aus der Region Tickets für ein Benefizkonzert gesichert, das zum Erhalt des Attic Musicclubs in Ahaus beitragen soll. Und das, obwohl jede Karte immerhin zehn Euro kostet und die Umsetzung des Projekts Corona-bedingt in den Sternen steht. Die ersten 2000 Euro sind also schon zusammengekommen, weiteres Geld für die Kulturstätte soll folgen.

Die Idee dazu hatte Harry Richter, ehemaliger Vorsitzender von Eintracht Ahaus und immer noch beratend beim Verein tätig. „Wir als Sportverein haben schon zu einem frühen Zeitpunkt der Corona-Krise überlegt, wo wir helfen können“, so Richter. Unter der Feder vom Vereinsvorsitzenden Stefan Kappenstiel lieferten Spieler, Trainer und Funktionäre für ein Ahauser Restaurant Pizza aus oder spendierten Menschen in „systemrelevanten“ Berufen ein Eis (wir berichteten).

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Unterstützung für die Aktion erhielten sie sogar von Spielern und Trainern aus Wessum oder Wüllen. „Da sieht man, wie groß die Solidarität und der Zusammenhalt in dieser Situation sind“, sagt Harry Richter.

Fokus auf Kunst und Kultur

Nachdem nun von der Landesregierung weitgehende Lockerungen verkündet wurden, richtete der Verein seinen Fokus auf einen anderen Bereich. „Sport und Kultur sind eng miteinander verbunden. Von daher wollten wir nun dort helfen, wo auch in naher Zukunft kein regulärer Betrieb möglich sein wird.“ Also kam ihm die Idee mit dem Benefizkonzert.

Denn Harry Richter ist im Attic kein Unbekannter, feierte hier erst Ende des vergangenen Jahres seinen 65. Geburtstag, stand sogar selbst kurz auf der Bühne und gilt seit jeher als Unterstützer der Institution. Er sagt: „Kulturprojekte wie das Attic haben unter der Corona-Krise enorm zu leiden. Die Einnahmen sind komplett weggebrochen. Wenn wir auch in Zukunft so etwas in unserer Stadt haben wollen, braucht es ein bisschen Hilfe.“

Harry Richter kündigt „echtes Highlight“ an

Konkreten Einblick in seine Pläne will Harry Richter noch nicht nennen. Aber schon jetzt stehe fest, dass das Konzert „ein echtes Highlight“ wird. Er habe bereits feste Zusagen von zahlreichen Musikern aus der Region. „Da sind ein paar Kracher dabei“, so der 65-Jährige. Im Vorprogramm wird Harry Richter, der hobbymäßig Gitarre spielt, auch selbst die Bühne betreten. Unterstützung erhält er nicht nur von seiner Tochter Katharina, sondern auch seinem Neffen Lukas Gerling.

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Der 28-Jährige, der bei Union Wessum erfolgreich die dritte Mannschaft trainiert, werde eine ganze besondere Note mit einfließen lassen. „Dass einige unserer Kabinen-Klassiker zu den gespielten Liedern gehören, war eine der Vertragsbedingungen“, kündigt Lukas Gerling mit einem Augenzwinkern an. Harry Richter zeigt sich für alle Vorschläge offen – mit einer Ausnahme: „Bei James Blunt geh ich von der Bühne.“

Konzert soll im Ahauser Stadtpark stattfinden

Ursprünglich war angedacht, das Konzert im Attic Musicclub stattfinden zu lassen, aufgrund der steigenden Nachfrage wurde dieser Plan aber mittlerweile verworfen. Nun soll die Party, sobald es Corona zulässt, in der Augenklinik-Ahaus-Arena stattfinden. „Ein Open-Air-Konzert hätte nochmal einen besonderen Charme“, so Richter. Auch die Erlöse aus dem Getränkeverkauf würden in diesem Fall dem Attic zugute kommen.

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Berthold Elsing und Gonda Nobbe-Elsing, die das Attic gemeinsam betreiben, sind von der Idee eines Benefizkonzerts begeistert. „Wir sind total überrascht und dankbar. So eine Aktion hilft uns extrem, weil wir nicht wissen, ob wir den Musicclub in diesem Jahr überhaupt nochmal öffnen dürfen und die Kosten natürlich weiterlaufen“, sagt Berthold Elsing.

Schon die zweite Aktion fürs Attic

Und das von Eintracht Ahaus organisierte Projekt ist nicht die erste Unterstützung für das Attic. Ein Spendenaufruf spülte stolze 10.000 Euro in die klammen Kassen. Berthold Elsing zeigt sich von der zahlreichen Unterstützung komplett überwältigt: „Ich könnte acht Stunden ins Büro gehen und einfach nur heulen.“

Gleichzeitig stellt er klar: „Dieses Geld werden wir sicher nicht dafür verwenden, um unsere privaten Ausgaben zu decken. Das fließt alles in das Attic und weitere Kulturangebote.“ Obwohl die Zukunft ungewiss ist, will er ans Aufgeben nicht denken. „Von Endzeitstimmung bin ich weit entfernt.“

Info: Wer Interesse an einem der bisher nur noch 50 restlichen Tickets zum Preis von 10 Euro hat, kann sich per E-Mail bei Harry Richter melden: clausharry.richter@gmx.de.

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