Corona macht in Julias Tierheim Probleme: Auch Gassi gehen muss jetzt ausfallen

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Im Netz kursieren die abenteuerlichsten Infos: Aus Angst vor Corona wollen Tierhalter ihre Vierbeiner loswerden. Davon ist in Julias Tierheim nichts bekannt, Probleme gibt es aber schon.

Ahaus

, 30.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tierheim-Leiterin Julia Rehermann hat auch schon davon gehört, dass in Zeiten der Corona-Krise verstärkt Hunde und Katzen ausgesetzt oder bei Tierheimen abgegeben werden. Aus Angst vor einer möglichen Ansteckung mit dem Virus. Ihre Erfahrung aber sieht anders aus: „Ich kann wirklich nicht sagen, dass hier im Augenblick vermehrt Tiere abgegeben werden.“ Vielmehr habe sie das Gefühl, dass auch viele Falschmeldungen die Runde machten.

Herausforderungen für Mitarbeiter und Tiere

Richtig sei aber, dass es Tierheime in Zeiten von Corona besonders schwer hätten. Da ist zum einen die Sache mit dem Besuch von Interessenten. Der ist im Zuge der Corona-Handlungsanweisungen nicht mehr so einfach möglich. Das Tierheim ist für den Publikumsverkehr geschlossen.

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Selbst die ehrenamtlichen Helfer, die mit den Hunden Gassi gehen, haben keinen Zutritt mehr. Für ausreichend Auslauf hat man aber durch großzügige Freilaufbereiche gesorgt. Als Vorsorge, damit das Tierheim jederzeit einsatzbereit ist, arbeitet die Mannschaft - vier Hauptamtliche, zwei Halbtagskräfte und eine Auszubildende - zurzeit in zwei Schichten.

Tierheim-Alltag in Zeiten von Corona: Arina und ihre Schwester Liz genießen gemeinsam die Sonne. Für sie und die anderen Hunde ist genügend Gelegenheit zu Auslauf und Abwechslung.

© Julias Tierheim

Weiterhin werden auch alle Tiere von Julias Tierheim auf der Internetseite des Tierheims präsentiert. „Bei Interesse können wir dann auch einen Besichtigungstermin vereinbaren“, sagt Julia Rehermann. Aktuell warten 65 Katzen und 14 Hunde auf ein neues Zuhause.

Zurzeit kein Bedarf an Tierpension

Es gibt aber durchaus ein großes Problem durch die Corona-Krise. Julia Rehermann: „Die Tierpension bricht uns weg.“ Eine wichtige Position auf der Einnahmeseite der Einrichtung. Immer mehr Menschen aber hätten ihren Urlaub gestrichen und benötigten daher die Angebote einer Tierpension nicht.

Dennoch gebe es nach wie vor Menschen, die sich nach einem Tier aus dem Tierheim umschauten, berichtet die Leiterin. Zwar seien es schon weniger als sonst: „Aber zum Glück gibt es welche.“

Und da hat sie sogar gerade ganz positive Erfahrungen gemacht: „Ein Paar wollte sich eigentlich erst im Sommer einen neuen Hund zulegen, um dann die Zeit für ihn zu haben.“ Da beide aber im Homeoffice arbeiten und schon jetzt mehr Zeit haben, wurde das Neuhund-Projekt kurzerhand vorgezogen.

Keinen Austausch gibt es zurzeit mit dem befreundeten spanischen Tierschutzverein, deren Initiatorin im Madrider Hinterland eine Farm mit Nutztieren und rund 40 Hunden betreibt, von denen immer wieder auch welche nach Deutschland vermittelt werden. „Sie war im Februar noch hier bei uns, aber das war eben noch vor Corona“, sagt Julia Rehermann.

Basis-Infos zu Corona und Haustieren

  • Nach aktuellem Stand der Wissenschaft kann das Coronavirus nicht von Haustieren auf Menschen oder umgekehrt von Menschen auf Haustiere übertragen werden.
  • Nach den vorliegenden Stellungnahmen des European Centre for Disease Control (ECDC) und der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) gibt es keine Hinweise auf Infektionen von Haus- und Nutztieren mit SARS-CoV-2.
  • Es ist aber immer ratsam, grundlegende Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren in Kontakt kommt - etwa Hände gründlich mit Seife zu waschen.
  • Und auch das gilt immer: Nicht mit Nase oder Maul des Tieres direkt in Kontakt zu treten.
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