Corona stellt Arbeit von „Ahaus Marketing und Touristik“ auf den Kopf

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Die Coronakrise hat die Arbeit von „Ahaus Marketing und Touristik“ völlig verändert. Im März schaltete man schnell in den Krisenmodus. Mit Erfolg, wie Geschäftsführerin Claudia Platte meint.

Ahaus

, 30.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An diesen „Spaziergang“ wird sich Claudia Platte wahrscheinlich auch noch in vielen Jahren sehr genau erinnern. Mitte März informierte die Geschäftsführerin von „Ahaus Marketing und Touristik“ (AMT) viele Ahauser Einzelhändler persönlich darüber, dass diese ihr Geschäft am nächsten Tag wegen der Corona-Pandemie für unbestimmte Zeit schließen müssen. „Mir hat das Herz geblutet, als ich diese Nachricht überbracht habe“, sagt sie heute. Auch AMT schloss vier Wochen für die Öffentlichkeit die Türen.

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Seitdem hat sich nicht nur die Arbeit des lokalen Handels grundlegend geändert, sondern auch die von Claudia Platte und ihren Kollegen. Zwar musste man auch hier den Schock erst einmal verdauen, allerdings ließen die AMT-Mitarbeiter kaum Zeit verstreichen und suchten sofort nach Lösungen. Eine der ersten Maßnahmen: Der Ausbau des lokalen Shopping-Portals „Wer liefert was?!“ in Zusammenarbeit mit dem Ahauser Unternehmen „Tobit Labs“.

Projekt wächst innerhalb kürzester Zeit

„Es war unglaublich, wie viele sich innerhalb kürzester Zeit dem Projekt angeschlossen haben“, berichtet Claudia Platte vom Anfang der Coronakrise. Egal ob Bäckerei, Sportgeschäft oder Buchladen: Aktuell bieten nach Angaben von AMT 112 Ahauser Unternehmen eine Lieferung an. Bei 53 davon kann der Kunde direkt online bestellen und bezahlen. „Corona fordert von uns allen sehr viel Geduld – vor allem aber Kreativität“, so Platte.

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Ein weiteres Beispiel: der subventionierte Ahaus-Gutschein. Der Stadtrat beschloss Ende April, den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie mit 250.000 Euro zu unterstützen. Die Idee war es, Ahaus-Gutscheine mit 25 Prozent des Wertes zu bezuschussen. Also bei einem 100-Euro-Gutschein, die am häufigsten gewählte Variante, mit 25 Euro. Der Ansturm war riesig, die Schlange vor der AMT-Geschäftsstelle teilweise mehrere hundert Meter lang. „Ein riesiger Erfolg. Nach dreieinhalb Wochen waren die Gutscheine mit einem Gesamtwert von 1.000.000 Euro schon vergriffen“, berichtet Claudia Platte.

Guter Zwischenstand beim subventionierten Ahaus-Gutschein

Obwohl sie noch deutlich über zwei Jahre gültig sind, liegen sie bei den Ahausern nicht in der (digitalen) Schublade. „Wir haben vor ein paar Tagen nachgeschaut. 900.000 Euro davon wurden schon eingelöst. Ein mit Blick auf die lokale Wirtschaft überragender Wert“, zieht die AMT-Geschäftsführerin ein durchweg positives Zwischenfazit. Ein weiteres Indiz: Zahlreiche Kommunen aus der Region haben die Idee übernommen.

Allgemein sieht Claudia Platte nicht nur negative Folgen der Corona-Pandemie: „Für den Einzelhandel ist es auch eine Chance, vor allem im digitalen Bereich einen Schritt nach vorne zu machen.“ Daher gaben sie und ihre Mitarbeiter zahlreichen Unternehmen Schulungen, zum Beispiel zum digitalen Ahaus-Gutschein. „Hier gibt es nun deutlich mehr Akzeptanzstellen.“

Absage des Ostermarkts „natürlich bitter“

Deutlich negativer blickt die AMT-Geschäftsführerin auf die Absage der zahlreichen Großveranstaltungen zurück: „Wir hatten viel Arbeit in den Ostermarkt gesteckt. Es gab ein neues Konzept, das gesamte Marketing war bereits angelaufen. Bitter, wenn die Veranstaltung eine Woche vorher abgesagt werden muss.“ Bei der Kirmes hatte sie noch lange Resthoffnung, dass sie doch noch in irgendeiner Form stattfinden könnte. „Aber irgendwann war dann klar, dass es nichts werden wird und wir die Reißleine ziehen müssen.“

Mit Blick auf die nächsten Monate heißt es nun: ein Schritt nach dem anderen. „Wir planen so, dass wir die Veranstaltungen noch kurzfristig absagen können. Denn man weiß nie, was die nächste Woche bringt.“ Die Hoffnung, dass 2021 Stadtfest oder Kirmes wieder stattfinden können, hat Claudia Platte aber noch nicht. „Unser Job ist es auch, optimistisch zu bleiben. Falls es aber nichts wird, werden wir eben viele kleine Veranstaltungen organisieren. Zum Beispiel Picknick-Konzerte im Schlosspark.“

Beim Tourismus ist es ganz unterschiedlich. Während der Tagestourismus einen regelrechten Boom erlebte, sind die Übernachtungszahlen eingebrochen.

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