Coronakrise bringt viele Familien in Notlage – Ahauser Verein hilft

Familie in Not

Der Ahauser Verein Familie in Not hilft in Notlagen. Und davon gibt es zurzeit wegen der Coronakrise immer mehr. Es gibt sogar finanzielle Hilfe, unter bestimmten Voraussetzungen.

Ahaus

31.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wegen der Corona-Pandemie geraten viele Familien in eine Notlage. Der Ahauser Verein Familie in Not bietet Hilfe an.

Wegen der Corona-Pandemie geraten viele Familien in eine Notlage. Der Ahauser Verein Familie in Not bietet Hilfe an. © picture alliance / Marcel Kusch/

Beide Aufgabenbereiche von Familie in Not Ahaus – die kurzfristige Vermittlung von Helferinnen im Haushalt und die einmalige finanzielle Hilfe in einer Notsituation – werden auch in der Corona-Zeit gut angefragt, sagt Margret Keck-Brüning. Seit eineinhalb Jahren leitet sie nun dieses ehrenamtliche Angebot der Katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt in Ahaus.

Margret Keck-Brüning leitet den Verein Familie in Not Ahaus.

Margret Keck-Brüning leitet den Verein Familie in Not Ahaus. © Privat

„Es gibt Tage, da klingelt das Telefon mehrmals und dann auch mal eine Woche gar nicht. Oder ich komme von der Arbeit und auf dem Anrufbeantworter sind mehrere Anfragen mit der Bitte um Rückruf“, wird Margret Keck-Brüning in einer Pressemitteilung zitiert.

Aufruf brachte viele neue Helferinnen

Im Alltag vieler älterer Menschen, besonders nach einem Krankenhausaufenthalt, fehlt oft jemand, der mithilft im Haushalt. Verwandte sind häufig nicht vor Ort, um einzuspringen. Hier sind die Helferinnen von Familie in Not da, um kurzfristig auszuhelfen. Auch die Tochter von Margret Keck-Brüning musste schon einmal einspringen, weil eine ältere, alleinstehende Frau am Samstag aus dem Krankenhaus entlassen wurde und keine Lebensmittel mehr zu Hause hatte. Da ist die Tochter dann mit ihr einkaufen gefahren, da die Leiterin von Familie in Not selbst nicht da war.

Da viele der aktuellen Helferinnen teilweise mehrere Menschen in der Woche betreuen, waren dringend neue Helfer nötig. „Durch einen Aufruf in Facebook haben sich so viele neue Helferinnen gemeldet, das hat mich fast umgehauen“, so Margret Keck-Brüning.

Einmalige finanzielle Hilfe in einer Notlage

Je länger die Corona-Krise andauert, umso größer wird in einigen Familien auch die finanzielle Sorge, heißt es in der Pressemitteilung. Mit den Spendengeldern von Familie in Not Ahaus kann in konkreten Notsituationen einmalig unkompliziert geholfen werden.

Unbezahlte Stromrechnungen, Mietrückstände, defekter Kühlschrank oder Waschmaschine – die Liste der Gründe, weshalb Menschen sich an Familie in Not Ahaus wenden, ist lang. Vielen falle es allerdings schwer um Hilfe zu bitten, so Margret Keck-Brüning. „Und natürlich gibt es auch solche, die immer wieder fragen. Das geht aber nicht. Dafür sind wir nicht da.“ Sie vermittelt in solchen Fällen an Beratungsstellen vor Ort.

Familie in Not Ahaus ist auf private Spenden angewiesen

Die Spendengelder für Familie in Not Ahaus waren bis 2019 durch die Kleiderstube der Kirchengemeinde gesichert. Diese Gelder stehen nun nicht mehr zur Verfügung, da die Kleiderstube den Träger gewechselt hat. Doch der Verein bekommt viele private Spenden.

„Es ist eine sehr schöne ehrenamtliche Aufgabe. Nur wenn der Anruf abends kommt und am Fernsehen mein FC Bayern spielt, Schimanski, Wilsberg oder Tatort Münster läuft, da kann schon mal das Telefonat von mir verkürzt werden“, so Margret Keck-Brüning. „Das ist meine Auszeit vom Tag.“

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