Coronapandemie peitscht Volkshochschule in Richtung digitaler Angebote

mlzOnline-Lernen

Das aktuelle Forum Volkshochschule kann im Lockdown light nur einen kleinen Teil seiner Kurse anbieten. Binnen kürzester Zeit hat sich die VHS aber mit Onlineangeboten fit gemacht.

Ahaus

, 21.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Herbstprogramm vom Aktuellen Forum Volkshochschule hatte noch fast normal begonnen, der Lockdown light Anfang November hat fast alle Kurse wieder gestoppt. Trotzdem sei die VHS bisher gut durch die Krise gekommen, auch wenn das nicht einfach gewesen sei, erklärt Dr. Nikolaus Schneider, Leiter Aktuelles Forum Volkshochschule.

Seine Stellvertreterin Adelheid Boer ergänzt: „Wir freuen uns ja schon über diese leichtere Variante.“ So könnten wenigstens die Integrations- und Deutschkurse weitergeführt werden. Auch da seien natürlich die Kurse dünner besetzt als gewöhnlich. Was der Lockdown für die Bildungseinrichtung bedeutet, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Normalerweise finden im Herbstsemester rund 500 Veranstaltungen unterschiedlicher Länge statt. Aktuell sind er gerade noch 135 – vor allem die Integrations- und Sprachkurse.

Digitalisierung mit der Brechstange

Für die VHS war die Corona-Pandemie bis hierher eine Art Digitalisierung mit der Brechstange: Mit Onlineangeboten für Kurse, Webinaren, Videokonferenzen statt Präsenzunterricht, der Einrichtung digitaler Klassenzimmer oder Lernplattformen hat sich die VHS binnen kürzester Zeit mehr in Richtung digitaler Angebote bewegt als es vorher über Jahre geschehen ist.

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Das habe sich inzwischen gut eingespielt. Was anfangs noch improvisiert versucht wurde, steht mittlerweile auf deutlich professionelleren Beinen: Fortbildungen und klare Konzepte für Onlineangebote inklusive.

Und einige Dinge sollen auch nach der Corona-Pandemie Bestand haben: „Niemand will den Präsenz-Unterricht aufgeben“, sagt Adelheid Boer. Aber durch Onlineangebote könne er flexibler gestaltet werden. Könne besser auf jeden einzelnen zugeschnitten oder von festen Terminen entkoppelt werden. „Gerade für Berufstätige wäre das natürlich ein riesiger Vorteil“, sagt sie. Auch könne der Lehrplan so zukünftig noch erweitert werden.

Präsenzunterricht behält seine Bedeutung im VHS-Alltag

Dennoch wird der Präsenzunterricht ein großes Gewicht behalten. „Das Gruppenerlebnis brauchen die Teilnehmer auch in Zukunft“, sagt Nikolaus Schneider. Eine Mischform aus Onlinephasen und Präsenzunterricht sei das Ideal, das die VHS anstrebe.

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Gerade mit Blick auf das Programm der VHS hat die Corona-Pandemie so ziemlich alles auf den Kopf gestellt. „Bis Anfang 2020 haben wir das Semesterprogramm aus einem Guss geplant und veröffentlicht. Wenn man den Motor dann einmal angeworfen hatte, lief der Rest wie von selbst“, sagt Nikolaus Schneider. Das sei in diesem Jahr natürlich komplett anders gewesen. „Wir haben gelernt, dass wir auch mit einer unglaublichen Kurzfristigkeit arbeiten können“, sagt er. Wochenweise habe das Programm abgesagt, überarbeitet oder neu geplant werden müssen. „Wir haben trotz allem sehr viel Programm gemacht und gezeigt, dass wir eine große Vielfalt anbieten können“, sagt er. Beispielsweise ein regelmäßiger Newsletter mit aktuellen Programmänderungen habe schon 4500 Adressaten. „Dafür war das gedruckte VHS-Magazin zum Herbstsemester extrem dünn“, sagt Nikolaus Schneider.

Programmheft für nächstes Semester in Planung

Das soll zum nächsten Semester trotzdem wieder erscheinen. Und zwar mit einer ganzen Reihe konkreter Termine. „Die können wir im Zweifel dann immer noch verschieben“, sagt der VHS-Leiter. Er hoffe auf einen Wiedereinstieg in das normale Programm.

Eine klare Zusage hat er sich derweil von den Verbandskommunen der Volkshochschule geholt: „Wir werden ja deutlich weniger Teilnehmerentgelte einnehmen“, sagt er. Das soll aber über die Haushalte der Kommunen aufgefangen werden. Heißt im Klartext: Die Kurse werden nicht teurer und auch die VHS insgesamt steht vor keinen ernsten finanziellen Problemen.

Auch erste Einzelveranstaltungen sind schon wieder geplant: „Am 23. Februar wollen wir den LWL-Historiker Malte Thießen zum Schlossgespräch begrüßen“, erklärt Nikolaus Schneider. Der Historiker hat viel zu Seuchen und Impfungen geforscht. „Ein aktuelleres Thema gibt es ja wohl kaum“, erklärt er. Ob dieser Termin tatsächlich stattfinden kann, ist im Moment natürlich noch offen.

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