So sah es aus auf den Ahauser Straßen – damals, 2021 als überall noch Autos fahren durften. © Stephan Rape
Meinung

Damals, als die Autos aus der Stadt verschwanden

Der Verkehr in Ahaus wird sich bald radikal verändern. Unser Autor reist in die Zukunft und blickt von dort aus zurück auf die Zeit, als die Autos noch mitten durch Ahaus fuhren.

Herbstanfang Ende der 2040er-Jahre. Die Menschen genießen die kühleren Tage. Das Thermometer erreicht noch milde 33 Grad. Auch die Staubstürme haben sich wieder gelegt.

Auf den Boulevards Wallstraße und Königstraße spazieren sie im Schatten der Bäume, die in der Mitte der alten Straßentrassen stehen. Damals, kurz nachdem der Autoverkehr endgültig aus der Innenstadt verbannt wurde, hatte man sie gepflanzt. Das war ein ziemlicher Aufwand, als der ganze Asphalt weggefräst wurde. Aber es hat sich gelohnt. Wie grün so eine Stadt doch sein kann.

Am Rand des breiten Radwegs an der Seite blitzt es mehrfach: Eine Gruppe Radfahrer hatte es zu eilig. Zähneknirschend bremsen sie ab. Das wird teuer. Abseits der großen Velorouten gilt doch seit Jahren Tempo 15. Aber es gibt eben immer wieder Raser auf ihren Pedelecs, die sich nicht daran halten. Auch die Vorfahrtsregelung im Kreisverkehr hat sich offenbar immer noch nicht herumgesprochen. Aber das sind ja nur Kleinigkeiten.

Einige ältere Leute stehen beisammen. „Wir waren ja damals auch direkt dafür. Einstimmig“, rufen sie sich gegenseitig zu und blicken bestätigend in die Runde.

Ja, das war schon eine tolle Sache damals, 2021, als in Ahaus der große Schritt für mehr Radverkehr gemacht wurde. Der wäre auch früher möglich gewesen. Warum das nicht geschehen ist, weiß keiner mehr. Wirklich schade. Man hätte weiter sein können.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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