Wer in Quarantäne ist, darf mit seinem Hund nicht Gassi gehen und sollte Freunde, Familie oder Nachbarn darum bitten. © dpa (Symbolbild)
Corona-Pandemie

Darf ich in der Quarantäne mit dem Hund Gassi gehen und Müll entsorgen?

Quarantäne wegen Corona-Verdachts ist keine Ehrensache, sondern soll andere vor Ansteckung schützen. Doch nicht jeder kennt die Regeln. Was ist noch erlaubt und was nicht? Wir geben Antworten.

Inzwischen kennt fast jeder jemanden, der wegen Corona unter Quarantäne gestellt wurde. Angesichts der hohen Infektionszahlen ist das Risiko groß, als Kontaktperson eines Infizierten wegen Ansteckungsverdachts selbst eine behördliche Quarantäne-Anordnung vom Gesundheitsamt zu bekommen.

Quarantäne bedeutet, sich für eine befristete Zeit in die eigenen vier Wände zurückzuziehen, um andere vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Das wissen noch die meisten. Doch wie weit geht das? Was darf man in Quarantäne überhaupt noch? Und wer hilft mir, wenn ich Erledigungen außer Haus zu besorgen habe? Wir haben mit Stefan Hilbring, dem Pressesprecher der Stadt Ahaus, darüber gesprochen.


Ein solches hohes Risiko ist gegeben, wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt mit einem Infizierten mit einer laborbestätigten Covid-19-Diagnose hatte. Ein enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mindestens 15 Minuten mit dem Infizierten gesprochen hat, beziehungsweise angehustet oder angeniest worden ist, während dieser ansteckend gewesen ist.

Wann ist das Ansteckungsrisiko so hoch, dass ich in Quarantäne muss?

Wer aus einem ausländischen Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreist, für den besteht nach der bundesweiten Anordnung des Bundesgesundheitsamtes eine Meldepflicht beim örtlichen Gesundheitsamt.


Wer sich einem sogenannten PCR-Test unterzogen hat, muss in Quarantäne, bis das Ergebnis vorliegt. Ist das Testergebnis positiv, muss man automatisch zehn Tage in Quarantäne. Danach darf man sie verlassen, sofern 48 Stunden lang keine Krankheitssymptome erkennbar waren, und muss nicht die Erlaubnis des Gesundheitsamtes abwarten.

Wie lange dauert die Quarantäne?

Bei Kontaktpersonen der Kategorie eins dauert die Quarantäne grundsätzlich 14 Tage, nachdem der Test bei der positiv Getesteten Index-Person vorgenommen wurde. Bei Auftreten von Krankheitssymptomen verlängert sich die Quarantäne, bis die Symptome über einen ununterbrochenen Zeitraum von 48 Stunden nicht mehr vorliegen.

Allerdings kann man sich nach der neuen, am 1. Dezember in Kraft getretenen Corona-Schutzverordnung zehn Tage nach einem Kontakt mit einem Infizierten „frei testen“ lassen, wenn es keine lokalen Sonderregeln gibt. In Ahaus gilt dies.


Quarantäne heißt häusliche Absonderung. Die Unterkunft darf bis zum Ende der Quarantäne nicht verlassen werden. Besuch darf nicht empfangen werden. Auch Sport treiben wie Joggen oder Radfahren ist nicht erlaubt. Personen in Quarantäne unterliegen der Beobachtung durch das zuständige Gesundheitsamt. Die Stadt Ahaus prüfe auch stichprobenartig, telefonisch, aber auch mal vor Ort., betont Stadt-Pressesprecher Stefan Hilbring.

Was muss man bei der Quarantäne beachten?



Bei der behördlich angeordneten Quarantäne ist maßgebend, was das Gesundheitsamt anordnet. Doch es gibt eine Ausnahme von der Quarantäne-Regelung, die erlaubt, die angeordnete Quarantäne zeitweise zu verlassen. Stefan Hilbring: „Ist ein dringender, zuvor mit der Arztpraxis und auch mit der Ordnungsbehörde abgesprochener, Arztbesuch notwendig, so kann der Weg dorthin im eigenen Pkw zurückgelegt werden.“

Gibt es Ausnahmen von der Quarantäne-Regelung?

Hat man einen eigenen Balkon oder einen Garten am Haus ist es erlaubt, sich dort an der frischen Luft zu bewegen – sofern sich auf dem Balkon oder im Garten keine anderen Personen aufhalten.

Darf ich mit meinem Hund Gassi gehen, den Müll wegbringen und den Briefkasten leeren?

Nein, sagt Stefan Hilbring, Tätigkeiten wie Gassigehen und Einkaufen sollten Verwandte, Freunde oder Nachbarn übernehmen. Wer auf solche Alltagshilfen nicht zurückgreifen kann und dringend Unterstützung benötigt, findet diese bei „Füreinander in Ahaus“. Die Stadtverwaltung Ahaus organisiert Hilfe für die vom Coronavirus betroffenen Personen in behördlich angeordneter Quarantäne in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur Handfest.

Wer Hilfe braucht, kann sich online melden oder telefonisch unter Tel. (02561) 72 200 oder online informieren (https://www.stadt-ahaus.de/rathaus/aktuelles/infos-zum-coronavirus/fuereinander-in-ahaus). Auch wer helfen möchte, kann sich dort übrigens registrieren..


Wer sich nicht an die Quarantäneregeln hält, begeht laut Infektionsschutzgesetz eine Straftat. Dieses Fehlverhalten würde zur Anzeige gebracht, so Stadt-Pressesprecher Stefan Hilbring, und könne vor Gericht landen. Bislang sei noch kein Fall angezeigt worden.

Was passiert, wenn man sich nicht an die Quarantäne-Regeln hält?

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Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle
Redaktion Ahaus
Hat besondere Freude daran, das Besondere im Alltäglichen zu entdecken
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