Als Hauptspeise gibt es Roastbeef mit Remouladensoße, Rotkohl und Röstkartoffeln. © Anna-Lena Haget
Weihnachtsessen

Das perfekte Menü zu Heiligabend: Schick, schmackhaft und schnell

Mit dem Weihnachtsessen braucht sich heute niemand mehr zu stressen. Für unsere Weihnachtsserie hat Marietheres Sendfeld ein Menü kreiert, das schick, schmackhaft und gut vorzubereiten ist.

In der Küche von Marietheres Sendfeld in Ottenstein duftet es verführerisch. Sie hat ein Menü zusammengestellt, das die Weihnachtsfeiertage erst so richtig festlich macht. „Ich hab nur drei Gänge gemacht und nicht mehr. Es sind sowieso alle am Stöhnen über das viele Essen“, meint sie lächelnd und gießt die grünen Bandnudeln ab, die später noch eine Rolle spielen werden.

Am wichtigsten: Wer das Drei-Gänge-Menü nachkochen möchte, braucht nicht den ganzen Tag in der Küche zu schwitzen. „Die Sachen sind alle gut vorzubereiten und man muss nichts in letzter Minute machen“, erklärt die gelernte Hauswirtschafterin.

Umfangreiche Rezeptsammlung

Doch was gibt es eigentlich? Ein Blick in ihre umfangreiche Rezeptsammlung verrät: Die Vorspeise werden Nudelmuffins an Feldsalat mit Datteln. „Die Idee ist von Starkoch Johann Lafer, aber ich habe das Rezept abgewandelt. Ich dachte mir, Datteln passen ja wohl zu Weihnachten“, sagt die Ottensteinerin, während sie den Salat auseinanderpflückt.

Die Vorspeise besteht aus Feldsalat mit Datteln und Nudelmuffins.
Die Vorspeise besteht aus Feldsalat mit Datteln und Nudelmuffins. © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

Der Star ihres Menüs wird jedoch ein großes Stück Roastbeef, serviert mit Remouladensoße und Rotkohl, den sie höchstpersönlich eingekocht hat. „Das Rezept ist super! Das kann man als Salat verwenden oder kochen. Da lohnt sich die Arbeit, die man mit dem Einmachen hat“, ergänzt sie.

Kartoffelspalten und heiße Kirschen

Oberhalb des Roastbeefs brutzeln im Ofen in einer Kasserole Kartoffelspalten, gewürzt mit Rosmarin und Knoblauch. „Die hab ich aus Drillingen gemacht. Die braucht man ja auch nicht zu schälen“, lautet ein weiterer Tipp, der in der Küche einiges an Zeit einspart.

Marietheres Sendfeld kontrolliert mit dem Bratenthermometer die Kerntemperatur des Fleisches. Schließlich soll es hinterher auf dem Teller schön rosa aussehen und auf der Zunge zergehen. Auch das Dessert steht bereits fest: Heiße Kirschen mit Vanille-Eis sind der Klassiker, dem sie einen weihnachtlichen Nachtisch mit Äpfeln und Spekulatius zur Seite stellt.

Köchin aus Leidenschaft

Zu Weihnachten hilft die ganze Familie mit. „Bei uns bringt immer jeder etwas mit. Eine Schwiegertochter macht Salat und die andere den Nachtisch“, erklärt die Köchin. Auch die Enkel helfen in der Küche mit. Und selbst die Kinder in der Ottensteiner Grundschule, für die sie regelmäßig in der Schulmensa kocht, sparen nicht mit Lob.

Marietheres Sendfeld hat ein Weihnachtsmenü zusammenstellt, das schmackhaft und gut vorzubereiten ist.
Marietheres Sendfeld hat ein Weihnachtsmenü zusammenstellt, das schmackhaft und gut vorzubereiten ist. © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

„Manche sagen dann: Du kannst genau so gut kochen wie meine Mama“, erklärt Marietheres Sendfeld mit einem Lächeln. Kochen ist nun einmal ihre Leidenschaft. „Ich würde keine andere Arbeit machen wollen. Einen Job im Büro könnte ich mir nicht vorstellen“, sagt sie.

Edle Beilagen ganz einfach

Doch zurück zum Weihnachtsessen: Die vorgekochten, grünen Nudeln schichtet sie in kleine Silikonformen. Darauf kommen getrocknete Tomatenstückchen, Oliven, die Soße, die sie schon vorbereitet hatte und als krönender Abschluss eine kleine Mozzarellakugel. Das Ganze wandert auf ein Backblech und in den Ofen. Wenn sie fertig sind, sehen die Nudelmuffins edel aus.

Apropos edel: Den Feldsalat verfeinert Marietheres Sendfeld mit Honig-Salz-Mandeln und Erdnüssen, ganz einfach aus der Tüte. Das geht schnell und gibt der Vorspeise den gewissen Pfiff.

Roastbeef in Backpapier

Einem Blick auf die Uhr folgt ein Blick aufs Bratenthermometer: Jetzt wird es spannend. Vorsichtig holt die Köchin das Roastbeef aus dem Ofen und stellt die Pfanne auf dem Tisch ab. Das Fleisch hat sie beim Metzger ihres Vertrauens erstanden, denn Qualität schmeckt man nicht nur, man sieht sie auch.

Das von außen perfekt gebräunte Roastbeef muss noch einen Moment warten, darum schlägt die Marietheres Sendfeld es in Backpapier ein. „Man soll ja nicht mehr so viel Alufolie verwenden“, stellt sie klar. Die Nudelnester müssen, wie die Kartoffeln, noch im Ofen bleiben.

Vorfreude und Goldpuder

Die Küchentür öffnet sich und Dieter Sendfeld betritt das Reich seiner Frau. „Hier riecht‘s ja schon gut“, stellt er erfreut fest. Er darf später das Menü verkosten und die leise Vorfreude auf den Genuss ist ihm bereits anzusehen. Noch muss er sich aber in Geduld üben, während seine Gattin schon einmal das Dessert vorbereitet.

Vanilleeis mit heißen Kirschen und eine Apfelspeise runden das Weihnachtsmenü ab.
Vanilleeis mit heißen Kirschen und eine Apfelspeise runden das Weihnachtsmenü ab. © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

Auch das geht recht schnell und ist gut vorzubereiten: Apfelmus mit Stückchen, etwas Frischkäse und Sahne, Gewürze und Spekulatius – fertig ist die weihnachtliche Köstlichkeit. Den besonderen Touch verleiht Marietheres Sendfeld dem Nachtisch mit etwas Goldpuder. Schließlich isst das Auge ja mit.

Gutes Geschirr

Schließlich sind auch die Nudelnester und die Kartoffeln soweit. Die Ottensteinerin macht sich an die Königsdisziplin: Die Präsentation auf dem Teller. Der Genuss fürs Auge geht schon bei der Tischdecke los. Für Weihnachten darf es da gern eine rote Samtdecke sein. Für den höchsten christlichen Feiertag sollte auch das gute Geschirr nicht fehlen.

Und wie kommt das festliche Menü beim Testesser an? Ehemann Dieter Sendfeld sitzt schon am Esstisch, als seine Frau das Essen aufträgt. Ein wohlwollender Blick, ein Nicken und genießerische Stille, als er das Roastbeef verkostet. Dann der Kommentar, mit dem eigentlich alles gesagt ist: „Das kannst du gerne nochmal kochen!“

Feldsalat mit Datteln

50 ml Balsamicoessig, 100 ml Olivenöl, Maggi Nr. 4 Salat-Dillkräuter, 1 EL Honigsenf, Feldsalat, Schafskäse, getrocknete Datteln, honigummantelte Cashewkerne

  • Aus Essig, Öl, Dillkräutern und Honigsenf eine Salatsoße herstellen und über den gewaschenen, gezupften Feldsalat geben.
  • Den Salat mit gewürfeltem Schafskäse, getrockneten Datteln und den Cashewkernen verfeinern.

Nudelmuffins mit getrockneten Tomaten

200 g grüne Bandnudeln, 100 g in Öl eingelegte, getrocknete Tomaten und 16 entsteinte, schwarze Oliven, 3 EL Basilikumblättchen, 4 Eier, 150 g Sahne, 2 EL Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Chili, 12 Babymozzarella-Kugeln

  • Die Nudeln in reichlich Salzwasser kochen und nach Packungsanweisung bissfest garen. Abgießen, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. 12 Papierförmchen in die Vertiefungen eines Muffinblechs geben. Die Nudeln mit der Gabel vorsichtig zu Nestern drehen und in die Förmchen setzen.
  • Tomaten und Oliven kleinschneiden. Basilikum waschen, trockentupfen und fein hacken. Mit den Tomaten und den Oliven vermischen und auf die Nudeln geben. Den Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen.
  • Eier, Sahne und Tomatenmark verquirlen und mit Salz, Pfeffer und Chili kräftig würzen. Die Eier-Sahne-Masse über die Nudelnester geben, die Mozzarellakugeln daraufsetzen und die Nudelmuffins im Ofen auf mittlerer Schiene etwa 20 Minuten backen.

Rosa gebratenes Roastbeef

1 kg Roastbeef, grobes Salz und schwarzer Pfeffer, 5 EL Öl, 2 EL mittelscharfer Senf, 1 EL Thymianblätter

  • Die Fettschicht mit einem Messe diagonal einritzen. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben. Den Backofen auf 150 Grad Celsius vorheizen. Das Öl in einem großen Bräter auf dem Herd erhitzen und das Roastbeef darin von beiden Seiten jeweils 2-3 Minuten anbraten. Herausnehmen, auf der Fettseite mit Senf bestreichen und mit Thymianblättern bestreuen.
  • Das Roastbeef mit der Fettseite nach oben wieder in den Bräter legen und im Ofen circa eine Stunde braten. Es dabei alle zehn Minuten mit dem Fett aus dem Bräter begießen. Danach das Fleisch herausnehmen und für 15 bis 20 Minuten in Alufolie oder Backpapier einwickeln, damit sich der Fleischsaft verteilen kann. Dann quer zur Faser dünn aufschneiden.

Remouladensoße

3 Eigelbe, 2 EL Weißweinessig, Saft einer halben Zitrone, Salz, 250 ml Öl, weißer Pfeffer, 2 EL feingewürfelte Zwiebeln, 150 g feingewürfelte Gewürzgurken, 1 EL gehackte Kapern, 2 feingehackte Sardellenfilets, 1,5 TL Dijonsenf, 1 TL gehackter Kerbel, Estragon

  • Die Eigelbe mit Essig, Zitronensaft, einer Prise Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben und gut verquirlen. Wichtig ist, dass alle Zutaten die gleiche Temperatur haben.
  • Das Öl zunächst tropfenweise, dann in dünnem Strahl unter ständigem Rühren in die Eigelbmischung einlaufen lassen. So lange rühren, bis eine homogene, cremige Mayonnaise entstanden ist.
  • Die Mayonnaise mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Zwiebeln kurz heiß überbrühen, dann abtropfen lassen. Die restlichen Zutaten unter die Mayonnaise rühren.

Rotkohlsalat

1500 g Rotkohl, 0,5 Liter Tafelessig, 500 g Zucker, 8 Nelken, 4 Lorbeerblätter, 3 dicke Zwiebeln, 1 EL Salz, nach Belieben Äpfel

  • Alle Zutaten in einen großen Topf geben und eine Stunde kochen lassen. Der Rotkohl lässt sich auch gut einmachen. Hierfür noch heiß in Gläser füllen und sofort zudrehen.

Apfel-Zimt-Nachspeise

1 Packung Apfelmus mit Stückchen, 1 Tasse Rosinen, 2 cl Rum, 1 TL Zimt, 400 g Frischkäse, 400 g Sahne, 100 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 10 Spekulatiuskekse, 1 Päckchen Sahnesteif

  • Die Rosinen ein bis zwei Tage vorher in Rum einlegen.
  • Apfelmus, Rosinen und Zimt mischen. Sahne schlagen, mit dem Frischkäse, Vanillezucker und Zucker vermischen.
  • Zuerst die Apfelmasse, obenauf die Creme in Gläser schichten und zwei Stunden kaltstellen. Kurz vor dem Servieren die Kekse zerbröseln und über die Creme streuen.
Über die Autorin
Redaktion Ahaus
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Anna-Lena Haget

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