Das plant die Stadt für den Brandschutz der Bürger in Wüllen

mlzFeuerwehrgerätehaus

Für 2,49 Millionen Euro will die Stadt an der Ecke Barler Straße/Borkener Straße ein neues Feuerwehrgerätehaus bauen. Das bringt beim Brandschutz viele Vorteile, doch auch einen Nachteil.

Wüllen

, 24.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schick sieht er aus, der Entwurf für das neue Feuerwehrgerätehaus in Wüllen, darin waren sich am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung die Lokalpolitiker einig. Für geplante 2,49 Millionen Euro baut die Stadt den gut 60 Wüllener Feuerwehrleuten eine neue Unterkunft. Architekt Tobias Mauritz vom Büro Weitkamp und Partner in Ahaus stellte die Pläne vor.

„Tor nach Wüllen“

Auf dem 5340 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke Barler Straße/Borkener Straße soll das „Tor nach Wüllen“ entstehen. Das Bauwerk mit viel Glas und roter Außenfassade wird über eine Nutzfläche von 660 Quadratmetern verfügen. Tobias Mauritz erläuterte die verschiedenen Bereiche. Vorgesehen ist unter anderem ein Funkraum, eine Ruheraum, eine Teeküche, ein Lagerraum sowie ein teilbarer Schulungsraum.

Das plant die Stadt für den Brandschutz der Bürger in Wüllen

So soll das neue Feuerwehrgerätehaus an der Ecker Barler Straße/Borkener Straße aussehen. © Weitkamp + Partner | Architekt

Vom Sozialbereich mit den Umkleiden geht es über einen direkten Zugang in die Fahrzeughalle, jeweils getrennt für Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen. In der Fahrzeughalle gibt es fünf Einstellplätze für die Feuerwehrautos, davon ist einer ein Waschplatz. Die Zufahrt für die Feuerwehrleute erfolgt über die Barler Straße. Die Alarmausfahrt nur über die Borkener Straße.

Massivbau und Stahlkonstruktion

Der gesamte Sozialbereich soll in Massivbauweise errichtet werden, die Fahrzeughalle als Stahlkonstruktion. Das spare Kosten, erklärte der Architekt. Die Kosten für das Bauwerk belaufen sich auf 1,4 Millionen Euro, hinzu kommen Beträge für die Außenanlagen, Nebenkosten sowie die Mehrwertsteuer, so dass sich die Gesamtkosten auf fast zweieinhalb Millionen Euro belaufen. Die Ausschreibungen der Gewerke sollen möglichst noch im zweiten, spätestens im dritten Quartal dieses Jahres auf den Weg gebracht werden. „Gegebenenfalls könnte mit Dezember mit dem Bau begonnen werden“, nannte Tobias Mauritz einen Starttermin.

Bodenauffüllung

Geplant sind umfangreiche Bodenarbeiten. So muss das im Vergleich zur Straße und den Nachbargrundstücken tief liegende Areal aufgefüllt werden. „Um etwa 60 bis 80 Zentimeter“, erklärte der Architekt. Doch selbst nach dem Auffüllen liegt das Grundstück noch so tief, dass das Regenwasser zum nächsten Regenwasserkanal hochgepumpt werden muss. Allein diese Technik schlägt mit 50.000 Euro zu Buche. „Besteht die Gefahr, dass die Feuerwehr bei Starkregen nicht ausfahren kann?“, fragte Hubert Kersting (UWG). „Wir liegen mit dem Grundstück nach dem Auffüllen auf der Höhe der angrenzenden Nachbarn“, antwortete Tobias Mauritz. Es werde nicht dazu kommen, dass den Feuerwehrleuten das Wasser in den Stiefeln stehe.

Standortnachteil

Hintergrund: Das Gelände an der Barler Straße ist als einziger von vier möglichen Standorten für das neue Gerätehaus übrig geblieben. Alle Alternativen lagen an der Stadtlohner Straße – doch nur hier war die Eigentümerin bereit, die Fläche zu veräußern. Allerdings hat der Standort einen Nachteil, den die CDU-Fraktion schon im Herbst 2017 bei den Beratungen über den Neubau dokumentiert wissen wollte. Die Feuerwehr kann vom neuen Standort aus das „Schutzziel 1“ nicht erreichen. Dieses Ziel bedeutet, dass im Falle eines Alarms für die Einsatzkräfte die Fahrt zwischen dem Wohnort und dem Standort des Gerätehauses – unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels – maximal drei Minuten beträgt.

„1b-Lösung“

Das Problem: Für Einsatzkräfte der Feuerwehr, die im Wohngebiet Am Kalkbruch wohnen, ist der Standort selbst bei idealen Verkehrsverhältnissen innerhalb von drei Minuten nicht zu erreichen. Der Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff hatte seinerzeit von einer „1b-Lösung“ gesprochen, die aber „absolut vertretbar“ sei. Auch die Bezirksregierung habe keine Bedenken gegen diesen Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus vorgetragen.

Hintergrund: Das 1956 gebaute Feuerwehrgerätehaus an der Friedmate in Wüllen entspricht schon lange nicht mehr gängigen Standards. Die Durchfahrtshöhen für Fahrzeuge sind zu gering, die Stellplätze zu eng, der Schulungsraum zu klein. Mängel gibt es auch bei Arbeitsschutz- und sicherheitsrelevanten Belangen. Es gibt zum Beispiel keine getrennten Sanitäreinrichtungen für weibliche und männliche Feuerwehrangehörige.
Lesen Sie jetzt