Die CDU-Fraktion unterbreitete den Vorschlag, Jagdhunde von der Hundesteuer zu befreien. © picture alliance/dpa
Stadtrat

Debatte angestoßen: Sollten Jagdhunde von Hundesteuer befreit werden?

Die Ahauser CDU hat vorgeschlagen, Jagdhunde von der Hundesteuer zu befreien. Die Ausbildung und Haltung sei so schon kostenintensiv genug. Aus der Politik gab es aber auch Widerspruch.

Die CDU-Fraktion hat in der jüngsten Ratssitzung den Vorschlag unterbreitet, Jäger, Jagdausübungsberechtigte und bestätigte Jagdaufseher künftig von der Hundesteuer bei der Haltung von Jagdgebrauchshunden zu befreien. Begründung: Die Ausbildung und Haltung dieser Hunde sei sehr zeit- und kostenintensiv.

CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Vortkamp erklärte im Rat: „Jagdhunde werden zum Wohle der Bürger eingesetzt. Zum Beispiel suchen sie bei Verkehrsunfällen nach verletztem Wild.“ Mit Blick auf die Gefahren durch die Afrikanische Schweinepest erklärte er: „Da kommt man bei der Bewegungsjagd ohne geeignete Jagdhunde nicht aus.“ Weiteres Argument der CDU: Jäger entlasten mit ihrer Arbeit die Stadt und tragen zum Artenschutz bei, indem sie beispielsweise die Anlage von Blühflächen finanzieren.

WGW sieht generelle Befreiung kritisch

Nobert Frankemölle (WGW) sah etwas das anders: „Wer sich den Jagdschein und die jährlichen Gebühren leisten kann, kann auch sich auch ohne weiteres die 72 Euro im Jahr für die Hundesteuer leisten.“ Über eine Befreiung bei Berufsjägern könne man diskutieren, aber „nicht für Leute, die die Jagd nur als Hobby oder Sport betrachten.“ Hubert Kersting (UWG) erklärte ebenfalls: „Wir tun uns damit sehr schwer.“

Thomas Wittenbrink (CDU) sah sich in der Pflicht, die Jäger in Schutz zu nehmen: „Es ist übertrieben, dass hier so getan wird, als würden die Jäger hobbyhalber durch die Gegend ballern. Wir wollen ja auch nur ausgebildete Jagdhunde von der Steuer befreien.“ Maria Woltering ergänzte: „Wir setzen die Hunde im Frühjahr ein, um Rehkitze aufzuspüren, damit sie nicht von Landmaschinen erfasst werden. Das ist aktiver Naturschutz.“

Andreas Dönnebrink (SPD) warf ein: „Wir sollten uns nicht nur die Hundesteuer für Jäger anschauen. Man sollte die Satzung komplett überarbeiten. Darin sollten Nachlässe und Bestimmungen abgestimmt und neu geregelt werden.“ Dieser Vorschlag fand sowohl bei der Fraktionen als auch in der Verwaltungsspitze anklang. Gemeinsam beschloss man, die Änderung der Hundesteuersatzung zu überprüfen.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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